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Studium zum Sparkassenfachwirt kann zum Kindergeldbezug berechtigen

FG Münster 14.5.2018, 13 K 1161/17 Kg

Ein nach Abschluss einer Banklehre aufgenommenes Studium zum Sparkassenfachwirt, das nebenberuflich ausgeübt wird, kann Teil einer mehraktigen, zum Kindergeldbezug berechtigenden Berufsausbildung sein.

Der Sach­ver­halt:
Der 1993 gebo­rene Sohn der Klä­ge­rin absol­vierte von August 2013 bis Januar 2016 eine Berufs­aus­bil­dung als Bank­kauf­mann bei der Spar­kasse und diese sch­loss im Januar 2016 ab. Danach war er bei der Bank in Voll­zeit beschäf­tigt. Von Mai 2016 bis Januar 2018 absol­vierte er den Stu­di­en­gang Spar­kas­sen­fach­wirt bei der Spar­kas­sen­a­ka­de­mie NRW. Nach den Zulas­sungs­be­din­gun­gen sind für das Stu­dium u.a. ein Abschluss als Bank- bzw. Spar­kas­sen­kauf­mann sowie eine Beschäf­ti­gung in einem Unter­neh­men der Spar­kas­sen-Finanz­gruppe erfor­der­lich.

Die Fami­li­en­kasse lehnte die Kin­der­geld­fest­set­zung für den Sohn der Klä­ge­rin ab Februar 2016 ab, weil es sich bei dem Stu­dium um eine Zwei­t­aus­bil­dung han­dele. Da für den Stu­di­en­gang eine Beschäf­ti­gung bei der Spar­kasse vor­aus­ge­setzt werde, liege eine Unter­b­re­chung vor. Der dage­gen ein­ge­legte Ein­spruch der Klä­ge­rin war erfolg­los. Ihre Klage hatte vor dem FG Erfolg. Die Revi­sion wurde zuge­las­sen

Die Gründe:
Der Sohn der Klä­ge­rin befand sich ab Mai 2016 in einer Berufs­aus­bil­dung i.S.d. § 32 Abs. 4 S. 1 Nr. 2 Buchst. a EStG.
Die Bank­lehre und das ansch­lie­ßende Stu­dium sind als ein­heit­li­che mehr­ak­tige Berufs­aus­bil­dung anzu­se­hen, weil beide Aus­bil­dungs­ab­schnitte in einem engen sach­li­chen Zusam­men­hang ste­hen und im engen zeit­li­chen Zusam­men­hang durch­ge­führt wer­den. Das Stu­dium zum Spar­kas­sen­fach­wirt baut inhalt­lich auf die Aus­bil­dung zum Bank­kauf­mann auf und es han­delt sich um einen Abschluss, der eine Tätig­keit mit einem höhe­ren Ver­ant­wor­tungs­spek­trum zulässt.

Der Sohn der Klä­ge­rin hat das Stu­dium nur rd. drei Monate nach Abschluss der Aus­bil­dung auf­ge­nom­men und sich bereits wäh­rend sei­ner Aus­bil­dung dafür bewor­ben. Er befand sich daher von Februar bis April 2016 in einer für den Kin­der­geld­be­zug unschäd­li­chen Über­gangs­zeit i.S.d. § 32 Abs. 4 S. 1 Nr. 2 Buchst. b EStG von weni­ger als vier Mona­ten.

Eine Berück­sich­ti­gung des Sohns für die Kin­der­geld­fest­set­zung ist auch nicht gem. § 32 Abs. 4 S. 2 EStG aus­ge­sch­los­sen. Die nach den Zulas­sungs­be­din­gun­gen vor­aus­ge­setzte Beschäf­ti­gung in einem Unter­neh­men der Spar­kas­sen-Finanz­gruppe führt nicht zu einer Unter­b­re­chung bzw. Zäsur der Aus­bil­dung. Es han­delt sich dabei viel­mehr um eine unschäd­li­che aus­bil­dungs­be­g­lei­tende Beruf­s­tä­tig­keit neben dem Stu­dium.

Link­hin­weis:
Für den auf den Web­sei­ten der Jus­tiz NRW ver­öf­f­ent­lich­ten Voll­text der Ent­schei­dung kli­cken Sie bitte hier.



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