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Steuerberatung

Gewerbeverluste bei doppelstöckigen Personengesellschaftsstrukturen

Die obers­ten Fi­nanz­behörden der Länder ver­tre­ten - ent­ge­gen der BFH-Recht­spre­chung - wei­ter­hin die Rechts­auf­fas­sung, dass es für die Un­ter­neh­me­ri­den­tität aus­schließlich auf eine un­mit­tel­bare Ge­sell­schaf­ter­stel­lung an­kommt, und schränken die Nut­zung ge­wer­be­steu­er­li­cher Fehl­beträge bei dop­pel- oder mehrstöcki­gen Per­so­nen­ge­sell­schafts­struk­tu­ren ent­spre­chend ein.

In sei­nem Ur­teil vom 24.04.2014 (Az. IV R 34/10, BStBl. II 2017, S. 233) ent­schied der BFH, dass die bei der Ober­ge­sell­schaft be­ste­hen­den ge­wer­be­steu­er­li­chen Fehl­beträge bei Begründung ei­ner aty­pi­sch stil­len Ge­sell­schaft und da­mit ei­ner Un­ter­ge­sell­schaft auf Ebene der Un­ter­ge­sell­schaft für eine Ver­rech­nung zur Verfügung ste­hen. Der BFH be­jaht die dafür er­for­der­li­che Un­ter­neh­me­ri­den­tität in­folge der mit­tel­ba­ren Ge­sell­schaf­ter­stel­lung der Ge­sell­schaf­ter der Ober­ge­sell­schaft bei der Un­ter­ge­sell­schaft.

Die obers­ten Fi­nanz­behörden der Länder hal­ten je­doch laut gleich lau­ten­den Er­las­sen vom 11.08.2021 an ih­rer bis­he­ri­gen Ver­wal­tungs­auf­fas­sung fest und se­hen aus­schließlich die un­mit­tel­bare Ge­sell­schaf­ter­stel­lung als ent­schei­dend für das Vor­lie­gen der Un­ter­neh­me­ri­den­tität an. Da­mit wirkt sich ein Ge­sell­schaf­ter­wech­sel auf Ebene der Ober­ge­sell­schaft nicht auf die Ab­zieh­bar­keit von Fehl­beträgen bei der Un­ter­ge­sell­schaft aus. Ge­wer­be­steu­er­li­che Fehl­beträge der Ober­ge­sell­schaft, die bis zur Begründung der Un­ter­ge­sell­schaft ent­stan­den sind, können je­doch man­gels Un­ter­neh­me­ri­den­tität auf Ebene der Un­ter­ge­sell­schaft nicht ge­nutzt wer­den. Träger die­ser Fehl­beträge sind wei­ter­hin die Mit­un­ter­neh­mer der Ober­ge­sell­schaft.

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