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Einlage eines bürgenden Gesellschafters in notleidende GmbH

Erneut befasste sich der BFH mit der Frage, wie Leistungen des GmbH-Gesellschafters an seine notleidende GmbH nach Aufhebung des Eigenkapitalersatzrechts durch das sog. MoMiG steuerlich zu würdigen sind.

Mit Urteil vom 11.7.2017 (Az. IX R 36/15) ent­schied der BFH, dass Auf­wen­dun­gen eines GmbH-Gesell­schaf­ters aus sei­ner Inan­spruch­nahme als Bürge für Ver­bind­lich­kei­ten der Gesell­schaft ent­ge­gen sei­ner frühe­ren Rechts­auf­fas­sung nicht mehr zu nach­träg­li­chen Anschaf­fungs­kos­ten sei­ner Betei­li­gung i. S. v. § 17 EStG füh­ren. Infolge der Auf­he­bung des Eigen­ka­pi­ta­ler­satz­rechts durch das sog. MoMiG vom 23.10.2008 bewer­tet der BFH nur noch sol­che Auf­wen­dun­gen des Gesell­schaf­ters als nach­träg­li­che Anschaf­fungs­kos­ten auf eine Betei­li­gung, die nach han­dels- und bilanz­steu­er­recht­li­chen Grund­sät­zen zu einer offe­nen oder ver­deck­ten Ein­lage in das Kapi­tal der Gesell­schaft füh­ren. Eigen­ka­pi­ta­ler­set­zende Finan­zie­rungs­hil­fen wer­den hin­ge­gen nicht mehr als nach­träg­li­che Anschaf­fungs­kos­ten berück­sich­tigt, wobei der BFH erst­mals eine Über­gangs­re­ge­lung für bis zum 27.9.2017 geleis­tete Finan­zie­rungs­hil­fen vor­sah.

Diese geän­derte Recht­sp­re­chung führt der BFH nun mit Urteil vom 20.7.2018 (Az. IX R 5/15) fort und bejaht hin­ge­gen dann nach­träg­li­che Anschaf­fungs­kos­ten, wenn sich ein GmbH-Gesell­schaf­ter für Ver­bind­lich­kei­ten der GmbH ver­bürgt und eine Ein­zah­lung in die Kapi­tal­rücklage der Gesell­schaft leis­tet, um die Inan­spruch­nahme als Bürge zu ver­mei­den.

Hin­weis

Der BFH sieht es dabei für die steu­er­recht­li­che Aner­ken­nung als Anschaf­fungs­kos­ten als unschäd­lich an, dass die der Kapi­tal­rücklage zuge­führ­ten Mit­tel von der GmbH dazu ver­wen­det wur­den, die Ver­bind­lich­kei­ten abzu­lö­sen, für die der Gesell­schaf­ter gebürgt hatte, und damit letzt­lich die Inan­spruch­nahme des Gesell­schaf­ters aus der Bürg­schaft ver­mie­den wurde.



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