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Steuerberatung

Einkommenserhöhung durch verdeckte Einlage nach vorhergehender vGA

Anders als der BFH bejaht das BMF eine Einkommenserhöhung durch eine verdeckte Einlage, die auf einer verdeckten Gewinnausschüttung (vGA) einer dem Gesellschafter nahestehenden Person beruht und diese beim Gesellschafter nach § 8b Abs. 1 KStG außer Ansatz bleibt.

Grund­sätz­lich wird das Ein­kom­men einer Kapi­tal­ge­sell­schaft nicht durch ver­deckte Ein­la­gen erhöht (§ 8 Abs. 3 Satz 3 KStG). Etwas ande­res gilt jedoch, wenn eine ver­deckte Ein­lage das Ein­kom­men der leis­ten­den Kapi­tal­ge­sell­schaft gemin­dert hat und auf einer vGA beruht, die eine dem Gesell­schaf­ter nahe­ste­hende Per­son zuge­f­los­sen ist und bei der Besteue­rung des Gesell­schaf­ters nicht berück­sich­tigt wurde (§ 8 Abs. 3 Satz 5 KStG).

Laut Urteil des BFH vom 13.6.2018 (Az. I R 94/15) kommt § 8 Abs. 3 Satz 5 KStG nicht zur Anwen­dung, wenn die zugrun­de­lie­gende vGA zwar nicht erfasst wurde, jedoch nach § 8b Abs. 1 KStG ohne­hin hätte außer Ansatz blei­ben müs­sen. 

Das BMF wen­det diese Recht­sp­re­chung laut Sch­rei­ben vom 18.11.2020 über den Ein­zel­fall hin­aus nicht an. Eine vGA sei dann bei der Besteue­rung des Gesell­schaf­ters als nicht berück­sich­tigt anzu­se­hen, wenn sie ihm Rah­men sei­ner Ver­an­la­gung tat­säch­lich nicht ange­setzt wor­den ist. Eine etwaige Steu­er­f­rei­stel­lung nach § 8b Abs. 1 KStG ändere daran nichts. 

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