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Steuerberatung

Abzinsung von Verbindlichkeiten aus unverzinslichen Angehörigendarlehen

Der BFH weist ver­fas­sungs­recht­li­che Be­den­ken ge­genüber der Ab­zin­sung von Ver­bind­lich­kei­ten aus einem un­ver­zins­li­chen Dar­le­hen zwi­schen An­gehöri­gen zurück.

Laut Ur­teil des BFH vom 13.7.2017 (Az. VI R 62/15) sind die Ver­bind­lich­kei­ten aus un­ver­zins­li­chen Dar­le­hen, wel­che die Ehe­frau zur Ablösung be­trieb­li­cher Bank­schul­den ih­rem Ehe­mann gewährte, nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 EStG ge­win­nerhöhend mit einem Zins­satz von 5,5 % ab­zu­zin­sen. Hier­ge­gen vor­ge­brachte ver­fas­sungs­recht­li­che Be­den­ken weist der BFH zurück.

Nach Auf­fas­sung des BFH sind die Dar­le­hens­verträge im Streit­fall nach Fremd­ver­gleichs­grundsätzen steu­er­recht­lich an­zu­er­ken­nen. Dem steht nach ständi­ger Recht­spre­chung des BFH (z. B. BFH-Ur­teil vom 25.1.2000, Az. VIII R 50/97, BStBl. II 2000, S. 393) nicht ent­ge­gen, dass keine ver­kehrsübli­chen Si­cher­hei­ten ver­ein­bart wur­den, so­fern das Ver­trags­verhält­nis zwi­schen volljähri­gen und wirt­schaft­lich von­ein­an­der un­abhängi­gen An­gehöri­gen ge­schlos­sen und tatsäch­lich durch­geführt wurde. Auch die Un­ver­zins­lich­keit der Dar­le­hen spre­che nicht ge­gen die Fremdüblich­keit, da auch un­ter Frem­den und im Verhält­nis Ge­sell­schaf­ter/Ge­sell­schaft die Hin­gabe ei­nes zins­lo­sen Dar­le­hens denk­bar und steu­er­recht­lich zu berück­sich­ti­gen sei.

Hinweis

Schließlich führt der BFH noch aus, dass we­der durch Bu­chung ei­ner Ein­lage noch durch Bil­dung ei­nes pas­si­ven Rech­nungs­ab­gren­zungs­pos­tens der durch die Ab­zin­sung ent­stan­dene fik­tive Zins­er­trag neu­tra­li­siert wer­den kann.

Es dürfte sich des­halb re­gelmäßig an­bie­ten, bei einem An­gehöri­gen­dar­le­hen eine an­ge­mes­sene Ver­zin­sung zu ver­ein­ba­ren, zu­mal der Zins­er­trag beim Dar­le­hens­ge­ber ggf. mit dem Ab­gel­tung­steu­er­satz ver­steu­ert wer­den kann.

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