de en
Nexia Ebner Stolz

Steuerberatung

Übernahme von Steuerberatungskosten bei Entsendungen

Die Übernahme von Steuerberatungskosten durch den Arbeitgeber führt grundsätzlich zu Arbeitslohn. Das BMF geht im Fall von Auslandseinsätzen von Arbeitnehmern auf die Zuordnung des Besteuerungsrechts ein. Zudem folgt die Finanzverwaltung der Rechtsauffassung des BFH, wonach unter bestimmten Voraussetzungen die Übernahme von Steuerberatungskosten nicht zu Arbeitslohn führt.

Wie bereits im BMF-Sch­rei­ben vom 3.5.2018 (BStBl. I 2018, S. 643, Rz. 303) aus­ge­führt, ist die Über­nahme von Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten des Arbeit­neh­mers durch den Arbeit­ge­ber als geld­wer­ter Vor­teil in Höhe der tat­säch­li­chen Kos­ten (inkl. Umsatz­steuer) zu behan­deln und somit als Arbeits­lohn zu ver­steu­ern. Im Falle eines im Aus­land ein­ge­setz­ten Arbeit­neh­mers sind die Kos­ten für die Erklär­ungs­ab­gabe im Hei­mat­staat aus­sch­ließ­lich der Tätig­keit im Hei­mat­staat und die Kos­ten für die Erklär­ungs­ab­gabe im Ein­satz­staat aus­sch­ließ­lich der Tätig­keit im Ein­satz­staat zuzu­rech­nen. Ste­hen die über­nom­men Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten aus­sch­ließ­lich im wirt­schaft­li­chen Zusam­men­hang mit der im In- oder im Aus­land aus­ge­üb­ten Tätig­keit, ist der geld­werte Vor­teil aus der Kos­ten­über­nahme aus­sch­ließ­lich die­ser Tätig­keit zuzu­ord­nen.

Diese Aus­füh­run­gen ergänzt das BMF mit Wir­kung für alle offe­nen Fälle mit Sch­rei­ben vom 22.4.2020 (Az. IV B 2 - S 1300/08/10027-01, BStBl. I 2020, S. 483) dahin­ge­hend, dass er der Recht­sp­re­chung des BFH (Urteil vom 9.5.2019, Az. VI R 28/17, BStBl. II 2019, S. 785, s. auch novus Oktober 2019, S. 10) folgt. Dem­nach ist dann nicht von Arbeits­lohn aus­zu­ge­hen, wenn mit dem Mit­ar­bei­ter eine Net­to­lohn­ve­r­ein­ba­rung getrof­fen wurde und die­ser die Steue­r­er­stat­tungs­an­sprüche an den Arbeit­ge­ber abtritt. Sind die über­nom­me­nen Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten jedoch ande­ren Ein­kunfts­ar­ten, z. B. Kapi­ta­l­ein­künf­ten, zuzu­ord­nen, liegt dage­gen regel­mä­ßig Arbeits­lohn vor. Wird aller­dings für die Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten je Arbeit­neh­mer oder für alle Arbeit­neh­mer eine pau­schale Ver­gü­tung ver­ein­bart, kann aus Ver­ein­fa­chungs­grün­den auf die Erfas­sung der antei­lig ande­ren Ein­kunfts­ar­ten zuzu­ord­nen­den Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten ver­zich­tet wer­den.

nach oben