deen
Nexia Ebner Stolz

Begrenzung des Schuldzinsenabzugsverbots auf den Entnahmenüberschuss

Durch die aktuelle Rechtsprechung des BFH wird sichergestellt, dass Verluste nicht zu Überentnahmen bzw. zu höheren Überentnahmen i. S. v. § 4 Abs. 4a EStG und damit zu nicht abziehbaren Schuldzinsen führen.

Laut Urteil des BFH vom 14.3.2018 (Az. X R 17/16) ist die Bemes­sungs­grund­lage für die nicht abzieh­ba­ren Schuld­zin­sen nach § 4 Abs. 4a EStG im Wege der teleo­lo­gi­schen Reduk­tion zu beg­ren­zen, so dass Ver­luste für sich genom­men nicht zu Über­ent­nah­men füh­ren. Als Bemes­sungs­grund­lage könne des­halb ent­ge­gen der Ansicht der Finanz­ver­wal­tung (BMF-Sch­rei­ben vom 17.11.2005, BStBl. I 2005, S. 1019, Rz. 11 f.). maxi­mal der Ent­nah­men­über­schuss des Zei­traums von 1999 bis zum aktu­el­len Wirt­schafts­jahr her­an­ge­zo­gen wer­den.

Im Streit­fall lagen im Zei­traum von 1999 bis 2007 kumu­lierte Über­ent­nah­men in Höhe von knapp 700.000 Euro (bzw. im Zei­traum von 1999 bis 2008 rund 630.000 Euro) vor. Der Ent­nah­men­über­schuss im Zei­traum von 1999 bis 2007 betrug hin­ge­gen nur knapp 400.000 Euro (bzw. im Zei­traum von 1999 bis 2008 knapp 420.000 Euro). Für die Ermitt­lung der nicht abzieh­ba­ren Schuld­zin­sen sei auf den gerin­ge­ren Ent­nah­men­über­schuss abzu­s­tel­len.

Hin­weis

Durch die Berech­nungs­me­thode des BFH wird sicher­ge­s­tellt, dass ein Ver­lust nicht nur im Ver­lust­jahr (so das BMF), son­dern in der Total­pe­riode nicht zu einer Erhöh­ung der Bemes­sungs­grund­lage i. S. d. § 4 Abs. 4a EStG führt.



nach oben