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Steuerberatung

Realteilung bei Ausscheiden des Gesellschafters gegen Sachwertabfindung

Schei­det ein Ge­sell­schaf­ter aus ei­ner Per­so­nen­ge­sell­schaft aus, ist der Vor­gang steu­erneu­tral, wenn es sich um eine Real­tei­lung han­delt, § 16 Abs. 3 Satz 2 EStG.

Nach früherer Auf­fas­sung war nur dann von ei­ner steu­erneu­tra­len Real­tei­lung aus­zu­ge­hen, wenn das Be­triebs­vermögen der Per­so­nen­ge­sell­schaft auf die Ge­sell­schaf­ter auf­ge­teilt und von die­sen je­weils wei­ter­hin im Rah­men ei­nes Be­triebs ge­nutzt wurde. Be­reits mit Ur­teil vom 17.9.2015 (Az. III R 49/13, BStBl. II 2017, S. 37) wei­tete der BFH die An­wen­dung der Real­tei­lungs­grundsätze aus. So kom­men diese auch dann zur An­wen­dung, wenn ein Ge­sell­schaf­ter ge­gen eine aus einem Teil­be­trieb be­ste­hende Ab­fin­dung aus der Ge­sell­schaft aus­schei­det, die Ge­sell­schaft aber von den übri­gen Ge­sell­schaf­tern fort­geführt wird (vgl. auch no­vus April 2016, S. 5). Da­bei hatte der BFH ausdrück­lich of­fen ge­las­sen, ob er bei Aus­schei­den ei­nes Ge­sell­schaf­ters ge­gen Mit­nahme von Ein­zel­wirt­schaftsgütern zu dem­sel­ben Er­geb­nis käme.

Realteilung bei Ausscheiden des Gesellschafters gegen Sachwertabfindung© Thinkstock

Eine klare Aus­sage hierzu be­inhal­tet nun das Ur­teil des BFH vom 30.3.2017 (Az. IV R 11/15, DStR 2017, S. 1376). Darin be­jaht er das Vor­lie­gen ei­ner Real­tei­lung und da­mit die Buch­wert­fortführung, wenn der aus­schei­dende Ge­sell­schaf­ter le­dig­lich Ein­zel­wirt­schaftsgüter ohne sog. Teil­be­triebs­ei­gen­schaft erhält. § 16 Abs. 3 EStG verdränge da­mit im Falle des Aus­schei­dens als spe­zi­el­lere Re­ge­lung die Vor­ga­ben des § 6 Abs. 5 Satz 3 EStG. Die Rich­ter wi­der­spre­chen mit die­ser Ent­schei­dung ausdrück­lich der Auf­fas­sung der Fi­nanz­ver­wal­tung, die eine Steu­erneu­tra­lität nur dann für ge­ge­ben sieht, wenn der aus­schei­dende Ge­sell­schaf­ter einen Teil­be­trieb oder einen Mit­un­ter­neh­me­ran­teil erhält (BMF-Schrei­ben vom 20.12.2016, BStBl. I 2017, S. 36).

Hinweis

In einem wei­te­ren Ur­teil vom 16.3.2017 (Az. IV R 31/14, DStR 2017, S. 1381) be­zeich­net der BFH die Fälle, in de­nen eine Mit­un­ter­neh­mer­schaft auf­gelöst und das Be­triebs­vermögen auf die Ge­sell­schaf­ter auf­ge­teilt wird, ex­pli­zit als „echte Real­tei­lung“. Schei­det min­des­tens ein Ge­sell­schaf­ter un­ter Mit­nahme von Wirt­schaftsgütern des Ge­sell­schafts­vermögens aus der zwi­schen den übri­gen Ge­sell­schaf­tern fort­be­ste­hen­den Ge­sell­schaft aus, wer­tet der BFH dies als „un­echte Real­tei­lung“. In bei­den Fällen kom­men die Real­tei­lungs­grundsätze, wie be­reits mit Ur­teil vom 17.9.2015 ent­schie­den, glei­chermaßen zur An­wen­dung.

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