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Benchmark - Produktivität und Leistungskennzahlen

Bevor Maßnahmen zur Produktivitätserhöhung entwickelt werden können, müssen Krankenhäuser mittels Benchmark-Analysen auf Optimierungspotenziale abgeklopft werden.

Um als Kran­ken­haus lang­fris­tig eine qua­li­ta­tiv hoch­wer­tige und pati­en­ten­o­ri­en­tierte medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung sicher­zu­s­tel­len und im har­ten Wett­be­werb beste­hen zu kön­nen, ist es zwin­gend not­wen­dig, die­ses auf wirt­schaft­lich gesunde Beine zu stel­len. Häu­fig wird eine Erhöh­ung der Wirt­schaft­lich­keit mit har­ten Restruk­tu­rie­rungs­maß­nah­men - ins­be­son­dere im Per­so­nal­be­reich - gleich­ge­setzt; an eine Erhöh­ung der Pro­duk­ti­vi­tät z.B. durch Opti­mie­rung der inner­be­trieb­li­chen Abläufe wird häu­fig erst im zwei­ten Schritt gedacht. Die Erhöh­ung der Pro­duk­ti­vi­tät führt zwangs­läu­fig bei ansons­ten unve­r­än­der­ten Vor­aus­set­zun­gen zu einer Leis­tungs­aus­wei­tung, da mit den beste­hen­den Per­so­nalres­sour­cen mehr Pati­en­ten behan­delt wer­den kön­nen. Hier­bei sind selbst­ver­ständ­lich bud­get­re­le­vante Res­trik­tio­nen in der Pla­nung mit zu berück­sich­ti­gen (Fix­kos­ten­de­gres­si­ons­ab­schlag, Mehr­leis­tungs­aus­g­leich). Auch müs­sen im Rah­men von geplan­ten Leis­tungs­aus­wei­tun­gen poten­zi­elle sprung­fixe Kos­ten (z.B. auf­grund von Min­dest­be­set­zun­gen von Sta­tio­nen) berück­sich­tigt wer­den.

Benchmark - Produktivität und Leistungskennzahlen© Thinkstock

Bevor Maß­nah­men zur Pro­duk­ti­vi­täts­er­höh­ung ent­wi­ckelt und umge­setzt wer­den kön­nen, müs­sen das Kran­ken­haus auf Opti­mie­rungs­po­ten­ziale hin ana­ly­siert wer­den. Im Anschluss daran sind die rele­van­ten Leis­tungs­ein­hei­ten zu iden­ti­fi­zie­ren. Um Hin­weise auf sol­che Leis­tungs­ein­hei­ten mit man­gel­haf­ter Pro­duk­ti­vi­tät zu erlan­gen, ist die Durch­füh­rung eines Bench­mark-Ver­g­leichs sinn­voll.

Ein sol­cher Bench­mark-Ver­g­leich kann inn­er­halb eines Kran­ken­hau­ses (z. B. zwi­schen ver­schie­de­nen Abtei­lun­gen oder Sta­tio­nen) oder auch extern (Ver­g­leich mit ande­ren Kran­ken­häu­s­ern) durch­ge­führt wer­den. Falls durch den Bench­mark Auf­fäl­lig­kei­ten (Abwei­chun­gen) fest­ge­s­tellt wer­den, sind diese ein ers­ter Indi­ka­tor für poten­zi­elle Ver­bes­se­rungs­po­ten­ziale und müs­sen unter Berück­sich­ti­gung von struk­tu­rel­len Beson­der­hei­ten der unter­such­ten Leis­tungs­ein­heit wei­ter­ge­hend unter­sucht wer­den.

Bei­spiele für Pro­duk­ti­vi­täts- und Leis­tungs­kenn­zah­len

Eine hohe Aus­sa­ge­kraft über die Pro­duk­ti­vi­tät eines Kran­ken­hau­ses bzw. ein­zel­ner Leis­tungs­ein­hei­ten (Fach­ab­tei­lun­gen oder Sta­tio­nen) bie­tet die Ana­lyse der Case-Mix-Punkte je Voll­kraft im ärzt­li­chen Dienst bzw. in der Pflege.

Eine bei­spiel­hafte Ana­lyse ver­g­leicht die Pro­duk­ti­vi­tät im sta­tio­nä­ren Sek­tor für die Ärzte und das Pfle­ge­per­so­nal mit der Grund­ge­samt­heit (500 Kran­ken­häu­ser des Ebner Stolz-Kran­ken­haus­bench­marks ) sowie im zwei­ten Schritt mit einer vor­de­fi­nier­ten Ver­g­leichs­gruppe (alle Kran­ken­häu­ser im erwei­ter­ten Ein­zugs­ge­biet (Fahr­leit­zone) mit ver­g­leich­ba­rer Trä­ger­struk­tur). Die Ergeb­nisse unter­schei­den sich ins­be­son­dere, da die zweite Aus­wer­tung regio­nale und/oder struk­tu­relle Beson­der­hei­ten berück­sich­tigt.

Quelle: Ebner Stolz Krankenhausbenchmark © Quelle: Ebner Stolz Krankenhausbenchmark
Quelle: Ebner Stolz Krankenhausbenchmark © Quelle: Ebner Stolz Krankenhausbenchmark

In der Ana­lyse des ärzt­li­chen Diens­tes liegt das Mus­ter-Kran­ken­haus bei­spiels­weise im Ver­g­leich mit allen Kran­ken­häu­s­ern sch­lech­ter (138 CMP je Arzt; Bench­mark-Median 145 bis 160 CMP je Arzt). Der Ver­g­leich mit Kran­ken­häu­s­ern im erwei­ter­ten Ein­zugs­ge­biet und ähn­li­cher Trä­ger­struk­tur zeigt, dass sich das Mus­ter­kran­ken­haus hier inn­er­halb des Bench­marks (130 bis 150 CMP je Arzt) bewegt.

Quelle: Ebner Stolz Krankenhausbenchmark © Quelle: Ebner Stolz Krankenhausbenchmark
Quelle: Ebner Stolz Krankenhausbenchmark © Quelle: Ebner Stolz Krankenhausbenchmark

Die Ana­lyse der Pro­duk­ti­vi­tät des Pfle­ge­per­so­nals zeigt ein ähn­li­ches Bild. Hier liegt das Mus­ter-Kran­ken­haus (65 CMP je Pfle­ge­kraft) im Bench­mark mit der Ver­g­leichs­gruppe sogar über dem Bench­mark (50 bis 60 CMP je Pfle­ge­kraft).

Eine wei­tere Mög­lich­keit, die sta­tio­näre Pro­duk­ti­vi­tät eines Kran­ken­hau­ses zu mes­sen, ist die Ana­lyse des Leis­tungs­spek­trums anhand der InEK-Kos­ten­ma­trix. Indem die KH- oder fach­ab­tei­lungs­spe­zi­fi­schen InEK-Kos­ten für die zu ana­ly­sie­ren­den Dien­start (Bsp. Ärzt­li­cher Dienst) durch die durch­schnitt­li­chen Ist-Per­so­nal­kos­ten pro Voll­kraft in der jewei­li­gen Dien­start geteilt wer­den, ergibt sich ein Soll-VK-Wert, der im sta­tio­nä­ren Bereich zu 100% refi­nan­ziert wird. Weicht das tat­säch­lich für die Leis­tung­s­er­brin­gung ein­ge­setzte Per­so­nal (Voll­kräfte) nach oben ab, ergibt sich somit ein Hin­weis auf eine man­gel­hafte Pro­duk­ti­vi­tät bzw. auf Inef­fi­zi­en­zen bei der Leis­tung­s­er­brin­gung. Wich­tig für eine sol­che Ana­lyse ist es, eine Daten­lage im Kran­ken­haus zu schaf­fen, die zumin­dest eine ver­ein­fachte Tren­nung von sta­tio­nä­ren und ambu­lan­ten Auf­ga­ben ermög­licht.

Die obi­gen Bei­spiele zei­gen, dass die Durch­füh­rung und die Inter­pre­ta­tion eines Bench­marks eine kom­plexe Auf­gabe und somit eine Her­aus­for­de­rung für das Mana­ge­ment im Kran­ken­haus sind. Gerne unter­stüt­zen wir Sie bei der Durch­füh­rung von Bench­mark-Unter­su­chun­gen sowie bei der Ana­lyse der Ergeb­nisse und ent­wi­ckeln gemein­sam mit Ihnen Maß­nah­men zur Pro­duk­ti­vi­täts­s­tei­ge­rung.

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