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Wirtschaftsprüfung

IASB Meeting Mai 2019

In seinem Meeting im Mai 2019 hat das IASB zahlreiche Themen beraten. Hier finden Sie die wesentlichen Beratungsergebnisse.

Rück­stel­lun­gen

Seit vie­len Jah­ren ist in der Dis­kus­sion, den Stan­dard für Rück­stel­lun­gen (IAS 37) anzu­pas­sen. Daher hat das IASB in 2018 wie­der ein For­schung­s­pro­jekt auf­ge­setzt und in sei­ner Mai-Sit­zung die Rück­mel­dun­gen der Sta­ke­hol­der (Inter­es­sens­grup­pen) bezüg­lich des Umfangs des Pro­jekts erör­t­ert. Ent­schei­dun­gen wur­den dies­be­züg­lich nicht getrof­fen.

Belas­tende Ver­träge - Ände­rungs­vor­schläge zur Präz­i­sie­rung von IAS 37

Das Board hat die Stel­lung­nah­men zum Ände­rungs­ent­wurf des IAS 37 hin­sicht­lich ver­lust­be­haf­te­ter Ver­träge erör­t­ert, ohne dies­be­züg­li­che Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Der Ent­wurf ED/2018/2 sieht vor, dass Rück­stel­lun­gen für dro­hende Ver­luste zu Erfül­lungs­kos­ten zu bewer­ten sind. Die Erfül­lungs­kos­ten bein­hal­ten jene Kos­ten, die direkt mit dem Ver­trag im Zusam­men­hang ste­hen. Dies umfasst sowohl Grenz­kos­ten (Kos­ten, die ohne den Ver­trags­ab­schluss nicht ent­stan­den wären) als auch eine Allo­ka­tion von sons­ti­gen Kos­ten (Wert­ver­zehr des Anla­ge­ver­mö­gens, Kos­ten des Ver­trags­ma­na­ge­ments, Kos­ten von Ver­si­che­run­gen etc.). Damit wird die Bewer­tung der Rück­stel­lun­gen an IAS 2 (Vor­räte), IAS 16 Sach­an­la­gen und IFRS 15 (Erlöse aus Ver­trä­gen mit Kun­den) ange­g­li­chen.

Haupt­ab­schluss­be­stand­teile

Das IASB hat besch­los­sen, das Pro­jekt mit der Ver­öf­f­ent­li­chung eines Stan­dard­ent­wurfs fort­zu­set­zen. Ziel­set­zun­gen des Pro­jekts sind unter ande­rem die Auf­he­bung von Wahl­rech­ten bei der Dar­stel­lung der Ergeb­nis- und Kapi­tal­fluss­rech­nung, die Ang­lei­chung der ope­ra­ti­ven Tätig­kei­ten der bei­den Rechen­werke, Leit­li­nien für die Angabe von Leis­tungs­kenn­zah­len (ink­lu­sive ein­ma­li­ger, unge­wöhn­li­cher und unre­gel­mä­ß­i­ger Ereig­nisse), die Ein­füh­rung des EBIT als Zwi­schen­summe in der Ergeb­nis­rech­nung und eine ver­bes­serte Dar­stel­lung des sons­ti­gen Ergeb­nis­ses.      

Mana­ge­ment Com­men­tary

Der Vor­schlag des IASB-Staff zur Über­ar­bei­tung des IFRS Practice Sta­te­ment 1 - Mana­ge­ment Com­men­tary wurde vom Board erör­t­ert. Das über­ar­beite Practice Sta­te­ment soll

  • sich auf Inno­va­tio­nen in der ver­ba­len Berich­t­er­stat­tung fokus­sie­ren,
  • Lücken in der Pra­xis der Berich­t­er­stat­tung sch­lie­ßen und
  • eine bes­sere Anwen­dung durch mehr Leit­li­nien ermög­li­chen; gleich­zei­tig sol­len die Leit­li­nien aber prin­zi­pi­en­ba­siert blei­ben.

Dies­be­züg­lich wur­den keine Ent­schei­dun­gen getrof­fen.

Dis­c­lo­sure Ini­tia­tive

Das IASB hat besch­los­sen, die Anhan­gan­g­a­ben zu Leis­tun­gen an Arbeit­neh­mer dahin­ge­hend zu unter­su­chen, ob neue oder geän­derte Anga­ben den Bedürf­nis­sen der Abschlussadres­sa­ten bes­ser Rech­nung tra­gen als die beste­hen­den Anfor­de­run­gen. Dar­über hin­aus soll es den Abschlussadres­sa­ten ermög­licht wer­den, die bei­zu­le­gen­den Zeit­werte der Leis­tun­gen an Arbeit­neh­mer bes­ser ein­schät­zen zu kön­nen.

Good­will und Impair­ment

Das IASB hat erör­t­ert, wie die Anhan­gan­g­a­ben für Unter­neh­mens­zu­sam­men­schlüsse ver­bes­sert wer­den kön­nen, und ob eine Bef­rei­ung vom verpf­lich­ten­den, jähr­li­chen Impair­ment-Test vor­ge­schla­gen wer­den soll.

Es wird emp­foh­len, die Anhan­gan­g­a­ben über Unter­neh­mens­zu­sam­men­schlüsse zu erwei­tern, um den Abschlussadres­sa­ten Infor­ma­tio­nen bereit­zu­s­tel­len, die es ermög­li­chen

  • eine Ein­schät­zung bezüg­lich des dem Zusam­men­schluss zugrun­de­lie­gen­den stra­te­gi­schen Kal­küls vor­zu­neh­men,
  • den Gesamt­be­trag der Gegen­leis­tung und das die­sem zugrunde lie­gende Grund­prin­zip zu ver­ste­hen und
  • eine Ein­schät­zung vor­zu­neh­men, in wel­chem Umfang die grund­le­gen­den Ziel­set­zun­gen des Unter­neh­mens­zu­sam­men­schlus­ses erreicht wur­den.

Im Hin­blick auf eine Ver­ein­fa­chung des Impair­ment-Tests wird vor­ge­schla­gen,

  • die Anfor­de­rung zur Durch­füh­rung eines jähr­lich verpf­lich­ten­den, quan­ti­ta­ti­ven Impair­ment-Tests für den Good­will ohne Vor­lie­gen von Wert­min­de­rungs­in­di­ka­to­ren zu strei­chen und
  • die­selbe Ver­ein­fa­chung auch für imma­te­ri­elle Ver­mö­gens­werte mit unbe­stimm­ter Nut­zungs­dauer und imma­te­ri­elle Ver­mö­gens­werte, die noch nicht zur Nut­zung zur Ver­fü­gung ste­hen, zu ermög­li­chen.

Dies­be­züg­lich plant das IASB die Ver­öf­f­ent­li­chung eines Dis­kus­si­ons-Papiers im zwei­ten Halb­jahr 2019.

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