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Wirtschaftsprüfung

IASB Meeting August 2019

Im Mittelpunkt des IASB Meeting im August 2019 stand die Reform des Interest Rate Benchmark. Am 28.8.2019 hatte das IASB ein zusätzliches Meeting abgehalten, um die im Rahmen der Kommentierung des Exposure Drafts - Interest Rate Benchmark Reform aufgeworfenen Punkte zu erörtern.

Viele Kom­men­ta­to­ren haben ange­regt, das Board möge seine Ent­schei­dung, keine Aus­nahme für den retro­spek­ti­ven Effek­ti­vi­täts­test gemäß IAS 39.AG105 vor­zu­se­hen, über­den­ken. Hin­ter­grund der vor­ge­tra­ge­nen Beden­ken ist, dass sich ins­be­son­dere viele Finan­z­in­sti­tute bei der erst­ma­li­gen Anwen­dung von IFRS 9 dazu ent­schie­den haben, wei­ter­hin die Anfor­de­run­gen für Hedge Acco­un­ting gemäß IAS 39 (Wahl­recht) anzu­wen­den. IAS 39 ist im Ver­g­leich zu IFRS 9 bezüg­lich der Rege­lun­gen zum Effek­ti­vi­täts­test for­ma­ler aus­ge­prägt.

Das IASB hat nun ent­schie­den, dass im Rah­men des Amend­ments in IAS 39 eine Aus­nahme vom retro­spek­ti­ven Effek­ti­vi­täts­test auf­ge­nom­men wer­den soll. Damit soll gewähr­leis­tet wer­den, dass ein Unter­neh­men nicht gefor­dert ist eine Siche­rungs­be­zie­hung nur in Folge der aus der Reform resul­tie­ren­den Unsi­cher­heit bezüg­lich der Refe­renz­zins­sätze auf­zu­lö­sen. Den Unter­neh­men soll es ermög­licht wer­den, eine Siche­rungs­be­zie­hung, deren Effek­ti­vi­tät retro­spek­tiv außer­halb der 80%-120% Band­b­reite liegt, fort­zu­set­zen.

Des Wei­te­ren hat das IASB ent­schie­den, dass IFRS 9 und IAS 39 um eine Aus­nah­me­re­ge­lung für Makro-Hed­ges erwei­tert wer­den sol­len. Danach sind die Unter­neh­men verpf­lich­tet den Test, ob eine nicht ver­trag­lich spe­zi­fi­zierte Risi­ko­kom­po­nente sepa­rat iden­ti­fi­zier­bar ist, nur ein­ma­lig durch­zu­füh­ren, wenn die Desi­g­na­tion erst­ma­lig vor­ge­nom­men wird. Wenn das gesi­cherte Risiko ein­mal im Rah­men eines Makro-Hedge desig­niert wurde, soll in der Folge bei einer Re-Desi­g­na­tion keine Über­prü­fung durch­ge­führt wer­den, ob das Kri­te­rium der sepa­ra­ten Iden­ti­fi­zier­bar­keit wei­ter­hin vor­liegt. Dies soll ver­hin­dern, dass eine Siche­rungs­be­zie­hung nur aus Grün­den der Reform der Refe­renz­zins­sätze been­det wer­den muss.

Im Rah­men der Kom­men­tie­rung des Expo­sure Drafts wur­den Beden­ken vor­ge­tra­gen, dass der Anwen­dungs­be­reich des Amend­ments zu eng defi­niert sein könnte. Bei der Erör­te­rung der Kom­men­tie­rung hat das IASB klar­ge­s­tellt, dass es nicht Inten­tion des Boards war, Siche­rungs­be­zie­hun­gen, deren gesi­cher­tes Risiko nicht aus­sch­ließ­lich das Zins­ri­siko umfasst (z.B. Zins-Wäh­rungs-Swaps), vom Anwen­dungs­be­reich aus­zu­neh­men. Ande­rer­seits hat sich das IASB ent­schie­den, den Anwen­dungs­be­reich des Amend­ments klar­zu­s­tel­len. Die Aus­nah­men sol­len nur auf sol­che Siche­rungs­be­zie­hun­gen anwend­bar sein, deren Cash-Flows unmit­tel­bar durch die aus der Reform resul­tie­ren­den Unsi­cher­hei­ten bezüg­lich Höhe und zeit­li­chem Anfall betrof­fen sind.

Sofern ein Unter­neh­men eine Gruppe von Ver­mö­gens­wer­ten oder Ver­bind­lich­kei­ten gemäß IFRS 9.6.6.1. bzw. IAS 39.83 zu einem gesi­cher­ten Grund­ge­schäft zusam­men­fasst (z.B. Bestim­mung einer Gruppe von fünf auf LIBOR-Basis varia­bel ver­zins­ten Dar­le­hen), sol­len die Aus­nah­me­ge­lun­gen auf jeden indi­vi­du­el­len Bestand­teil sepa­rat ange­wen­det wer­den. Dies bedeu­tet, dass ein Unter­neh­men die Anwen­dung der Aus­nah­me­re­ge­lung im Hin­blick auf ein spe­zi­fi­sches Finan­z­in­stru­ment dann been­det, wenn die aus der Reform resul­tie­rende Unsi­cher­heit bezüg­lich des jewei­li­gen Instru­ments nicht mehr besteht. Damit soll ver­hin­dert wer­den, dass eine Been­di­gung einer Siche­rungs­be­zie­hung ver­zö­gert vor­ge­nom­men wird.

Das IASB hat ent­schie­den, dies­be­züg­lich kei­nen Re-Expo­sure-Draft zu ver­öf­f­ent­li­chen. Eine Ver­öf­f­ent­li­chung des Amend­ments ist noch für Sep­tem­ber 2019 vor­ge­se­hen.

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