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Wirtschaftsprüfung

Amendments zu IAS 1 und IFRS Practice Statement 2

Am 1.8.2019 hat das IASB ED/2019/6 “Proposed Amendments to IAS 1 Presentation of Financial Statements and IFRS Practice Statement 2 Making Materiality Judgements” veröffentlicht.

IAS 1 for­dert von Unter­neh­men ihre wesent­li­chen Rech­nungs­le­gungs­me­tho­den anzu­ge­ben. Das IASB schlägt vor, den Begriff „sig­ni­fi­cant“ durch „mate­rial“ zu erset­zen. Diese geplante Ände­rung erfolgt vor dem Hin­ter­grund, dass sich viele Unter­neh­men mit Pro­b­le­men kon­fron­tiert sehen, die bei­den Begriffe von­ein­an­der zu unter­schei­den. Die vor­ge­schla­gene Ände­rung basiert auf der geän­der­ten Defini­tion von „wesent­li­ch“, die zu Ände­run­gen an IAS 1 und IAS 8 (ver­öf­f­ent­licht Oktober 2018) geführt hat.

Ent­sp­re­chend der vor­ge­schla­ge­nen Ände­rung von IAS 1 sol­len die Unter­neh­men ihre wesent­li­chen (mate­rial) ange­wen­de­ten Rech­nungs­le­gungs­me­tho­den erläu­tern. Infor­ma­tio­nen über die Rech­nungs­le­gungs­me­tho­den sind als wesent­lich defi­niert, wenn ver­nünf­ti­ger­weise erwar­tet wer­den kann, dass sie, zusam­men mit ande­ren Infor­ma­tio­nen des Abschlus­ses, die Ent­schei­dun­gen der pri­mä­ren Abschlussadres­sa­ten beein­flus­sen.

Im Gegen­satz dazu stellt das IASB klar, dass Unter­neh­men nicht über Rech­nungs­le­gungs­me­tho­den berich­ten sol­len, die sich auf unwe­sent­li­che Trans­ak­tio­nen, andere Ereig­nisse oder Bedin­gun­gen bezie­hen.

Das IASB stellt Bei­spiele von Rech­nungs­le­gungs­me­tho­den zur Ver­fü­gung, die wesent­lich für Abschlüsse sein kön­nen. Eine Rech­nungs­le­gungs­me­thode kann wesent­lich sein, wenn sie sich auf Trans­ak­tio­nen, andere Ereig­nisse oder Bedin­gun­gen bezieht und:

  • wäh­rend der Berichts­pe­riode geän­dert wurde und diese Ände­rung zu einer wesent­li­chen Ände­rung der im Abschluss berich­te­ten Beträge führt;
  • aus einem oder meh­re­ren Wahl­rech­ten eines Stan­dards aus­ge­wählt wurde (z.B. die Bewer­tung von als Finanz­in­ves­ti­tio­nen gehal­te­nen Immo­bi­lien zum bei­zu­le­gen­den Zeit­wert oder zu fort­ge­führ­ten Anschaf­fungs­kos­ten);
  • in Anwen­dung von IAS 8 abge­lei­tet wurde, sofern kein ande­rer IFRS Stan­dard anwend­bar ist;
  • im Zusam­men­hang mit einem Sach­ver­halt steht, für den die Anwen­dung einer Rech­nungs­le­gungs­me­thode mit erheb­li­cher Ermes­sens­aus­übung ver­bun­den ist; oder
  • die Art der Anwen­dung der Anfor­de­run­gen eines IFRS Stan­dards die spe­zi­fi­schen Umstände des Unter­neh­mens spie­geln.

Des Wei­te­ren schlägt das IASB die Erwei­te­rung von IFRS Practice Sta­te­ment 2 um zwei Bei­spiele vor, die den Unter­neh­men dabei hel­fen sol­len, das Wesent­lich­keits­kon­zept auf die Erläu­te­rung der Rech­nungs­le­gungs­me­tho­den anzu­wen­den.

Über den Erst­an­wen­dungs­zeit­punkt wird zu einem spä­te­ren Zeit­punkt ent­schie­den. Das Amend­ment soll pro­spek­tiv ange­wen­det wer­den.

Die Kom­men­tie­rungs­frist für den Expo­sure Draft endet am 29.11.2019.      

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