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Jahressteuergesetz 2018: Stellungnahme des Bundesrats

Mit dem Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen und Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (kurz Jahressteuergesetz 2018) sollen neben den namensgebenden Regelungen zahlreiche weitere Änderungen beschlossen werden. Der Bundesrat nahm dazu nun Stellung.

Referentenentwurf eines Jahressteuergesetzes 2018 © Thinkstock

Die Bun­des­re­gie­rung besch­loss am 1.8.2018 den Ent­wurf eines Geset­zes zur Ver­mei­dung von Umsatz­steu­er­aus­fäl­len und Ände­rung wei­te­rer steu­er­li­cher Vor­schrif­ten (kurz auch als JStG 2018 bezeich­net). Darin ent­hal­ten sind u. a. fol­gende Rege­lun­gen:

  • Auf­­he­bung der Rege­­lung zum antei­­li­­gen Ver­­lust­un­­ter­­gang nach § 8c Abs. 1 Satz 1 KStG bei schäd­­­li­chen Betei­­li­­gung­s­er­wer­­ben nach dem 31.12.2007 und vor dem 1.1.2016 (§ 34 Abs. 6 Satz 1 KStG-E) als Reak­­tion auf die Ent­­­schei­­dung des BVerfG vom 29.3.2017 (Az. 2 BvL 6/11),
  • rück­wir­kende Anwen­­dung der Sanie­rungs­­klau­­sel nach § 8c Abs. 1a KStG ab dem Ver­­an­la­­gungs­­zei­traum 2008 auf Anteils­­über­tra­­gun­­gen nach dem 31.12.2007 (§ 34 Abs. 6 Sätze 2 bis 4 KStG-E),
  • Unschäd­­­li­ch­keit der Ver­­ein­­ba­rung und Aus­­­zah­­lung varia­b­­ler Aus­­g­­leichs­­zah­­lun­­gen an einen außen­s­te­hen­­den Gesel­l­­schaf­­ter für die Aner­ken­­nung der steu­er­­li­chen Org­an­­schaft unter bestim­m­­ten Vor­­aus­­set­zun­­gen (§ 14 Abs. 2 KStG-E), rück­wir­kend anzu­­wen­­den in allen offe­­nen Fäl­­len,
  • Ein­­füh­rung beson­­de­­rer Auf­­zeich­­nungspf­­li­ch­­ten für Bet­­rei­ber eines ele­k­tro­­ni­­schen Mark­t­­pla­t­zes (§ 22f UStG-E), anzu­­wen­­den ab 1.1.2019, Haf­­tung des Bet­­rei­bers eines ele­k­tro­­ni­­schen Mark­t­­pla­t­zes für nicht entrich­­tete Umsat­z­­steuer aus Lie­­fe­run­­gen eines Unter­­neh­­mers, die auf sei­­nem Mark­t­­platz rech­t­­lich begrün­­det wor­­den sind; Aus­­­nahme im Falle des Nach­­wei­­ses, dass er keine Kenn­t­­nis über die Nich­t­er­­fül­­lung hatte oder hätte haben müs­­sen (§ 25e UStG-E); anzu­­wen­­den ab 1.1.2019,
  • Hal­­bie­rung der Bemes­­sungs­­­grun­d­lage zur Ermit­t­­lung des Werts der Pri­va­t­­nu­t­zung eines E-Kraf­t­­fahr­zeugs (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Sätze 2 und 3 EStG-E),
  • Fol­ge­än­de­run­gen zu dem am 1.1.2018 in Kraft get­re­te­nen Invest­ment­steu­er­re­form­ge­setz, bei­spiels­weise Teil­f­rei­stel­lung nach InvStG und Org­an­schaft (§ 15 KStG-E).

Der Bun­des­rat nahm nun am 21.9.2018 Stel­lung (BT-Drs. 19/4455, ab S. 86) zu die­sem Gesetz­ent­wurf und for­dert u. a. fol­gende Ände­run­gen:

  • Auf­he­bung der bis­he­ri­gen Inkraft­t­re­tens­re­ge­lung der Steu­er­be­f­rei­ung von Sanie­rungs­ge­win­nen nach § 3a EStG, § 7b GewStG als Reak­tion auf den „com­fort let­ter“ der EU-Kom­mis­sion, wonach in der Steu­er­be­f­rei­ung keine staat­li­che Bei­hilfe gese­hen wird; Prüf­bitte, ob eine Rechts­grund­lage für Besteue­rungs­fälle von Sanie­rung­s­er­trä­gen geschaf­fen wer­den kann, in denen der Schul­de­n­er­lass bis zum 8.2.2017 aus­ge­spro­chen oder in denen bis zu die­sem Stich­tag eine ver­bind­li­che Aus­kunft erteilt wurde,
  • Anhe­bung der GwG-Grenze (§ 6 Abs. 2 EStG) von der­zeit 800 Euro auf 1.000 Euro und Auf­he­bung der Pool­ab­sch­rei­bung (§ 6 Abs. 2a EStG),
  • Ver­zin­s­ung des in Fäl­len des § 6b Abs. 2a EStG gewähr­ten Zah­lungs­auf­schubs durch die Raten­zah­lung des auf Ver­äu­ße­rungs­ge­winne ent­fal­len­den Steu­er­be­trags bei aus­b­lei­ben­der EU-Rein­ves­ti­tion,
  • Ein­schrän­kung der rück­wir­ken­den Ver­steue­rung des Ein­brin­gungs­ge­winns nach § 22 UmwStG auf Fälle der Ver­le­gung des Wohn­sit­zes, des gewöhn­li­chen Auf­ent­halts, des Sit­zes oder der Geschäfts­lei­tung als Vor­be­rei­tung auf den Bre­xit, damit z. B. die Ein­brin­gung einer inlän­di­schen Betriebs­stätte in eine inlän­di­sche Toch­ter­ge­sell­schaft durch einen in Großbri­tan­nien ansäs­si­gen Steu­erpf­lich­ti­gen nicht ohne des­sen akti­ves Han­deln steu­er­li­che Fol­gen aus­löst.

Hin­weis

Die Bun­des­re­gie­rung wird in Kürze hierzu ihre Gegen­äu­ße­rung bekannt­ge­ben, wor­aus sich regel­mä­ßig sch­lie­ßen lässt, inwie­weit die For­de­run­gen des Bun­des­rats im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren Berück­sich­ti­gung fin­den wer­den.



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