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Steuerberatung

Überlassung von (Elektro-)Fahrrädern an Arbeitnehmer

Zwar kann ein betriebliches (Elektro-)Fahrrad vom 1.1.2019 bis 31.12.2021 dem Arbeitnehmer steuerfrei auch zur Privatnutzung überlassen werden. Sind die Voraussetzungen der Steuerfreiheit nicht erfüllt, klären die obersten Finanzbehörden der Länder, wie der geldwerte Vorteil zu ermitteln ist.

Über­lässt der Arbeit­ge­ber sei­nem Arbeit­neh­mer ein betrieb­li­ches Fahr­rad zur pri­va­ten Nut­zung, ist als geld­wer­ter Vor­teil monat­lich 1 % der auf volle 100 Euro abge­run­de­ten unver­bind­li­chen Preis­emp­feh­lung (inkl. Umsatz­steuer) des Her­s­tel­lers, Importeurs oder Großh­änd­lers im Zeit­punkt der Inbe­trieb­nahme zu berück­sich­ti­gen. Damit ist der geld­werte Vor­teil sowohl aus Pri­vat­fahr­ten, aus Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und ers­ter Tätig­keits­stätte sowie aus Fami­li­en­heim­fahr­ten im Rah­men einer dop­pel­ten Haus­halts­füh­rung abge­gol­ten (gleich lau­tende Län­der­er­lasse vom 23.11.2012, BStBl. I 2012, S. 1224).

Mit dem Jahres­steu­er­ge­setz 2018 wurde eine Steu­er­be­f­rei­ung des Nut­zungs­vor­teils vom 1.1.2019 bis 31.12.2021 ein­ge­fügt, sofern die­ser zusätz­lich zum ohne­hin geschul­de­ten Arbeits­lohn gewährt wird.

Greift die Steu­er­be­f­rei­ung nicht, sehen die gleich lau­ten­den Erlasse der obers­ten Finanz­be­hör­den der Län­der vom 13.3.2019 vor, dass zwar grund­sätz­lich die Ermitt­lung des geld­wer­ten Vor­teils mit monat­lich 1 % der unver­bind­li­chen Preis­emp­feh­lung bei­be­hal­ten wird. Bei einer erst­ma­li­gen Über­las­sung des Fahr­rads zur Pri­vat­nut­zung nach dem 31.12.2018 und vor dem 1.1.2022 ist aller­dings als geld­wer­ter Vor­teil 1 % der auf volle 100 Euro abge­run­de­ten hal­bier­ten unver­bind­li­chen Preis­emp­feh­lung anzu­set­zen. Dabei ist nicht maß­geb­lich, zu wel­chem Zeit­punkt das Fahr­rad vom Arbeit­ge­ber ange­schafft, her­ge­s­tellt oder geleast wurde. Kommt es aller­dings bei einem vor dem 1.1.2019 vom Arbeit­ge­ber bereits einem Arbeit­neh­mer zur Pri­vat­nut­zung über­las­se­nen Fahr­rad zu einem Wech­sel des Nut­zungs­be­rech­tig­ten, ist wei­ter­hin 1 % der vol­len unver­bind­li­chen Preis­emp­feh­lung als geld­wer­ter Vor­teil anzu­set­zen.

Hin­weis

Die Rege­lun­gen gel­ten auch für Elek­tro­fahr­rä­der, wenn diese ver­kehrs­recht­lich als Fahr­rad ein­zu­ord­nen sind und für die dem­nach u. a. keine Kenn­zei­chen- und Ver­si­che­rungspf­licht besteht. Die Pri­vat­nut­zung von Elek­tro­fahr­rä­d­ern, deren Motor auch Geschwin­dig­kei­ten über 25 km/h unter­stützt, und die somit als Kraft­fahr­zeug ein­zu­ord­nen sind, ist nach den Vor­ga­ben für Dienst­wa­gen zu ermit­teln. 

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