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Steuerberatung

Gewerbesteuer: Hinzurechnung von Zinsen bei durchlaufenden Krediten

Der BFH bleibt da­bei: eine Ver­rech­nung von Zins­auf­wen­dun­gen und Zins­erträgen zur Ver­mei­dung der ge­wer­be­steu­er­li­chen Hin­zu­rech­nung ist nur in we­ni­gen Aus­nah­mefällen möglich. Ein an die Toch­ter­ge­sell­schaft wei­ter­ge­ge­be­ner Kre­dit gehört nicht dazu.

Mit Ur­teil vom 17.7.2019 (Az. III R 24/16) bestätigt der BFH seine bis­he­rige Rechts­auf­fas­sung, wo­nach hin­sicht­lich der ge­wer­be­steu­er­li­chen Hin­zu­rech­nung von Zins­auf­wen­dun­gen je­des Schuld­verhält­nis für sich be­trach­tet wer­den muss. Eine Zu­sam­men­fas­sung meh­re­rer Schuld­verhält­nisse sei grundsätz­lich nicht möglich (Sal­die­rungs­ver­bot). Dies gelte selbst dann, wenn wie im Streit­fall ein Bank­kre­dit auf­ge­nom­men wird, um die­sen ohne Ge­winn­auf­schlag an die Toch­ter­ge­sell­schaft zur Fi­nan­zie­rung ih­rer In­ves­ti­tio­nen wei­ter­zu­ge­ben.

Eine Aus­nahme vom Sal­die­rungs­ver­bot be­jahte der BFH kürz­lich in sei­ner Ent­schei­dung zum Cash-Poo­ling, wenn zwi­schen zwei Per­so­nen wech­sel­sei­tig gleich­ar­tige Dar­le­hens­verhält­nisse be­ste­hen, die der­sel­ben Zweck­be­stim­mung die­nen und re­gelmäßig tatsäch­lich mit­ein­an­der ver­rech­net wer­den (Ur­teil vom 11.10.2018, Az. III R 37/17, BStBl. II 2019, S. 275). Zwi­schen ver­schie­de­nen Ver­trags­par­teien käme - so der BFH wei­ter - eine Ver­rech­nung der Zins­auf­wen­dun­gen nur in Be­tracht, wenn mit der emp­fan­ge­nen Leis­tung eine un­mit­tel­bare Ver­rin­ge­rung der Zins­last be­ab­sich­tigt sei (zu­letzt Ur­teil vom 7.7.2004, Az. XR R 65/03, BStBl. II 2005, S. 102). Die von der Toch­ter­ge­sell­schaft ge­zahl­ten Zin­sen dien­ten je­doch nicht der Ver­min­de­rung der Zins­last der Kläge­rin ge­genüber der kre­dit­gewähren­den Bank, son­dern stell­ten viel­mehr ein Ent­gelt für das zur Verfügung ge­stellte Ka­pi­tal dar.

Hinweis

In sei­nem Ur­teil stellt der BFH zu­dem fest, dass es sich im Streit­fall nicht um durch­lau­fende Kre­dite han­delt, was al­ler­dings nach der seit dem Er­he­bungs­zeit­raum 2008 an­zu­wen­den­den Fas­sung des § 8 Nr. 1 Buchst. a GewStG nicht mehr ent­schei­dungs­re­le­vant ist (so auch gleich­lau­ten­der Er­lass der obers­ten Fi­nanz­behörden der Länder vom 4.7.2008, BStBl. I 2008, S. 730, Rz. 11). 

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