de en
Nexia Ebner Stolz

Steuerberatung

Keine gewerbesteuerliche Hinzurechnung von Messekosten

Die Frage, ob dem Gewinn für gewerbesteuerliche Zwecke Messekosten anteilig wieder hinzuzurechnen sind, beschäftigt bereits seit geraumer Zeit die Finanzgerichte. Das Finanzgericht Düsseldorf lehnt dies nun bei einem produzierenden Unternehmen ab.

Eine GmbH, die Anla­gen für die Mon­tage in Pri­vat­häu­s­ern pro­du­ziert und nur an einer alle drei Jahre statt­fin­den­den, fünf Tage dau­ern­den Fach­messe teil­nimmt, um ihr Pro­dukt­s­orti­ment zu prä­sen­tie­ren, hat nach Auf­fas­sung des FG Düs­sel­dorf den Miet­zins für den Mes­se­stand und das Ent­gelt für eine Seil­ab­hän­gung nicht dem Gewinn aus Gewer­be­be­trieb nach § 8 Nr. 1 Buchst. e GewStG hin­zu­zu­rech­nen (Urteil vom 29.1.2019, Az. 10 K 2717/17 G, Zerl).

Wie schon der BFH mit Urteil vom 8.12.2016 (Az. IV R 24/11) prüft das FG Düs­sel­dorf, ob die Wirt­schafts­gü­ter Anla­ge­ver­mö­gen des Mie­ters wären, wenn er ihr Eigen­tü­mer wäre. Maß­geb­lich hier­für sei, ob der Geschäfts­zweck das dau­er­hafte Vor­han­den­sein sol­cher Wirt­schafts­gü­ter vor­aus­setze. Unbe­acht­lich für die Qua­li­fi­ka­tion als fik­ti­ves Anla­ge­ver­mö­gen sei hin­ge­gen die Dauer der tat­säch­li­chen Benut­zung, wes­halb auch Auf­wen­dun­gen für eine nur kurz­fris­tige Anmie­tung von Wirt­schafts­gü­tern der Hin­zu­rech­nung unter­lie­gen könn­ten.

Anders als im BFH-Urteil vom 8.12.2016 (Az. IV R 24/11), in dem ein Kon­zert­ver­an­stal­ter auf die Ver­füg­bar­keit von Ver­an­stal­tung­s­im­mo­bi­lien ange­we­sen sei und des­halb der­ar­tige Immo­bi­lien stän­dig für den Gebrauch im Betrieb vor­hal­ten müsse, erfor­dere es der Geschäfts­zweck der GmbH im Streit­fall nicht, an Mes­sen teil­zu­neh­men und ein ent­sp­re­chen­des Wirt­schafts­gut stän­dig vor­zu­hal­ten. Durch die Nicht­teil­nahme an der Messe, die ohne­hin nur alle drei Jahre statt­fin­det, wäre die gewerb­li­che Tätig­keit der GmbH nicht maß­geb­lich beein­flusst.

Die­ser Rechts­auf­fas­sung stehe auch das Urteil des BFH vom 25.10.2016 (Az. I R 57/15) nicht ent­ge­gen, worin bei einem Ver­mitt­ler von Mes­se­flächen eine Hin­zu­rech­nung vern­eint wurde. Das Finanz­amt ver­t­rat hierzu, dass das Urteil nur die­sen Son­der­fall erfasse, nicht jedoch auch auf (End)Aus­s­tel­ler anzu­wen­den sei. Eine sol­che Schluss­fol­ge­rung finde jedoch - so das FG Düs­sel­dorf - in der BFH-Ent­schei­dung keine Stütze.

Hin­weis

Gegen das Urteil wurde die Revi­sion zuge­las­sen, so dass ggf. der BFH noch Gele­gen­heit erhält, sich erneut mit der Frage der gewer­be­steu­er­li­chen Hin­zu­rech­nung von Mes­se­kos­ten zu befas­sen.

In ähn­li­chen Fäl­len, in denen die Teil­nahme an Mes­sen nicht dem Geschäfts­zweck des Gewer­be­be­triebs imma­nent ist, könnte die Ent­schei­dung des FG Düs­sel­dorf dazu genutzt wer­den, gegen eine Hin­zu­rech­nung zu argu­men­tie­ren.

nach oben