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Steuerberatung

Gewerbesteuerliche Hinzurechnung der Schuldzinsen bei Cash-Pooling

Nimmt ein Unternehmen an einem Cash-Pooling teil, stellt sich die Frage, ob nur der Saldo zwischen Schuld- und Habenzinsen der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung unterliegt. Der BFH beantwortet diese Frage mit einem Ja, sofern … und soweit …

Bei der Prü­fung, ob Schuld­zin­sen nach § 8 Nr. 1 Buchst. a Satz 1 GewStG dem Gewinn aus Gewer­be­be­trieb hin­zu­zu­rech­nen sind, besteht zwar grund­sätz­lich ein Sal­die­rungs­ver­bot, so dass jedes Schuld­ver­hält­nis für sich betrach­tet wer­den muss und Schuld- und Haben­zin­sen nicht sal­diert wer­den kön­nen. Der BFH bejaht jedoch in stän­di­ger Recht­sp­re­chung eine Aus­nahme hier­von, wenn die ein­zel­nen Schuld­ver­hält­nisse wirt­schaft­lich zusam­men­hän­gen und es dem Zweck der Hin­zu­rech­nungs­vor­schrift wider­spräche, die­sen Zusam­men­hang unbe­rück­sich­tigt zu las­sen.

Mit Urteil vom 11.10.2018 (Az. III R 13/17) äußert sich der BFH nun erst­mals zur mög­li­chen Zusam­men­fas­sung von Schuld­ver­hält­nis­sen im Cash-Pool. Aus­nahms­weise kön­nen dem­nach auch im Cash-Pool wech­sel­sei­tig zwi­schen zwei Per­so­nen gewährte Dar­le­hen zusam­men­ge­fasst wer­den, sofern die Dar­le­hen gleich­ar­tig sind, der­sel­ben Zweck­be­stim­mung die­nen und regel­mä­ßig tat­säch­lich mit­ein­an­der ver­rech­net wer­den.

Die diese Vor­aus­set­zun­gen erfül­len­den Schuld­ver­hält­nisse sind ban­k­ar­beits­täg­lich zusam­men­zu­fas­sen und fort­zu­sch­rei­ben. Nur soweit am jewei­li­gen Tag ein Schuld­saldo ver­b­leibt, ist der dar­auf ent­fal­lende Zins hin­zu­rech­nungs­fähi­ges Ent­gelt i. S. des § 8 Nr. 1 Buchst. a Satz 1 GewStG. Die­ses hin­zu­rech­nungs­fähige Ent­gelt ist dabei nicht mit einem an nach­fol­gen­den Tagen ent­stan­de­nen Gut­ha­ben­zins zu ver­rech­nen.

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