de en
Nexia Ebner Stolz

Branchen

Wichtige Änderungen bei Energieaudits durch Novelle des EDL-G

Am 27.6.2019 hat der Bundestag Änderungen des Gesetzes über Energiedienstleistungen und ande-re Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G) beschlossen. Das EDL-G verpflichtet Unternehmen, die keine KMU sind, alle vier Jahre ein Energieaudit durchführen zu lassen.

Mit der Novelle wer­den Unter­neh­men mit einem Gesamt­e­n­er­gie­ver­brauch von bis zu 500.000 kWh pro Jahr von der Verpf­lich­tung aus­ge­nom­men. Die Novelle begrün­det neue Mel­depf­lich­ten, auch für die von der Auditpf­licht bef­rei­ten Unter­neh­men.

Das EDL-G verpf­lich­tet Unter­neh­men, die keine KMU sind, alle vier Jahre ein Ener­gieau­dit durch­füh­ren zu las­sen. Nähere Infor­ma­tio­nen zum Anwen­dungs­be­reich und den Details fin­den Sie hier.

Die meis­ten betrof­fe­nen Unter­neh­men müs­sen 2019 ein neues Ener­gieau­dit durch­füh­ren. Der Bun­des­tag hat am 27.6.2019 wich­tige Ände­run­gen am EDL-G besch­los­sen, die vor­aus­sicht­lich im Oktober 2019 in Kraft tre­ten wer­den.

  1. Unter­neh­men, die den Nicht-KMU-Sta­tus zwi­schen dem 5.12.2015 und vor dem Inkraft­t­re­ten des Ände­rungs­ge­set­zes erlangt haben oder noch erlan­gen, müs­sen ihr ers­tes Audit bin­nen 20 Mona­ten nach Inkraft­t­re­ten des Ände­rungs­ge­set­zes durch­füh­ren. Unter­neh­men, die den Nicht-KMU-Sta­tus nach Inkraft­t­re­ten des Ände­rungs­ge­set­zes erlan­gen, müs­sen ihr ers­tes Audit bin­nen 20 Mona­ten nach Erlan­gung des Nicht-KMU-Sta­tus durch­füh­ren. Damit wird eine Geset­zes­lü­cke gesch­los­sen. Bis­lang war der Sach­ver­halt unge­re­gelt, dass ein Unter­neh­men den Nicht-KMU-Sta­tus neu erlangt.

  2. Unter­neh­men (Nicht-KMU) mit einem Gesamt­e­n­er­gie­ver­brauch von bis zu 500.000 kWh pro Jahr sind von der Verpf­lich­tung aus­ge­nom­men, ein Ener­gieau­dit durch­füh­ren zu las­sen. Maß­geb­lich ist der Ver­brauch des Jah­res, das dem Jahr vor­aus­geht, in dem das nächste Ener­gieau­dit hätte durch­ge­führt wer­den müs­sen. Unter­neh­men, die 2015 ein Ener­gieau­dit durch­ge­führt haben, müs­sen 2019 ein neues Ener­gieau­dit durch­füh­ren. Wenn der Ener­gie­ver­brauch im Jahr 2018 nicht höher war als 500.000 kWh, ent­fällt die Verpf­lich­tung. Zur Ermitt­lung ist der Ener­gie­ver­brauch aller ein­ge­setz­ter Ener­gie­trä­ger (Gas, Strom, ggf. Wärme) zu addie­ren. Maß­geb­lich ist der Ver­brauch im Unter­neh­men. Unter­hält das Unter­neh­men meh­rere Stand­orte, ist der Gesamt­ver­brauch aller Stand­orte maß­geb­lich. Gegen­über dem BAFA ist die Unter­sch­rei­tung der Ver­brauchs­g­renze durch geeig­nete Belege nach­zu­wei­sen.

  3. Alle Unter­neh­men (Nicht-KMU), also auch Unter­neh­men, die von der Auditpf­licht bef­reit sind, sind verpf­lich­tet, dem BAFA über ein noch ein­zu­rich­ten­des Por­tal eine Reihe von Infor­ma­tio­nen zum Ener­gie­ver­brauch zu über­mit­teln (§ 8c Abs. 1 EDL-G neu). Diese Infor­ma­ti­onspf­licht dient vor­ran­gig der Ver­bes­se­rung der Voll­zugs­tran­s­pa­renz. Das BAFA fragt Anga­ben
    - zum Unter­neh­men,
    - ggf. zur Per­son, die das Audit durch­ge­führt hat,
    - zum Gesamt­e­n­er­gie­ver­brauch in kWh pro Jahr, auf­ge­schlüs­selt nach Ener­gie­trä­gern,
    - zu den Ener­gie­kos­ten pro Jahr, eben­falls auf­ge­schlüs­selt nach Ener­gie­trä­gern,
    - ggf. zu den im Audit vor­ge­schla­ge­nen Maß­nah­men sowie
    - ggf. den Kos­ten des Audits ab.

    Die Mel­dung muss inn­er­halb von zwei Mona­ten nach Durch­füh­rung des Audits, spä­tes­tens bis Ende März 2020 erfol­gen.

  4. Ände­run­gen erge­ben sich auch für die Per­so­nen, die beab­sich­ti­gen, ein Ener­gieau­dit durch­zu­füh­ren. Bis­lang konn­ten Audi­to­ren sich frei­wil­lig in eine vom BAFA geführte Liste ein­tra­gen las­sen. Künf­tig müs­sen Per­so­nen, die ein Audit durch­füh­ren wol­len, sich beim BAFA regi­s­trie­ren und sowohl den Nach­weis füh­ren, dass Sie über die erfor­der­li­che Fach­kunde ver­fü­gen, als auch, dass sie sich durch Fort­bil­dun­gen auf dem Stand der Tech­nik hal­ten. Per­so­nen, die sich frei­wil­lig in die vom BAFA geführte Liste haben ein­tra­gen las­sen, müs­sen sich nicht erneut regi­s­trie­ren. Der erst­ma­lige Fach­kun­de­nach­weis ist inn­er­halb einer großz­ü­g­i­gen Frist von drei Jah­ren nach Inkraft­t­re­ten des Geset­zes zu erbrin­gen. Ein Ver­stoß gegen die Verpf­lich­tun­gen ist buß­geld­be­wehrt.

  5. Mit dem Gesetz wer­den auch ein­zelne Rege­lun­gen des EEG geän­dert. Mit Ände­run­gen der §§ 61c und 61d EEG 2017 wird die Eigen­ver­sor­gung aus KWK-Anla­gen mit einer Leis­tung von 1 bis 10 MW ein­heit­lich mit einer auf 40 % ver­rin­ger­ten EEG-Umlage belegt.

    Durch eine Ände­rung des § 61l EEG 2017 wer­den für die Jahre 2017 und 2018 Sank­tio­nen für die Ver­let­zung bestimm­ter Mel­depf­lich­ten aus­ge­setzt. Die Rege­lung betrifft Ener­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men, die ihre Pflicht ver­letzt haben, Ver­lust­e­n­er­gie­men­gen an den Über­tra­gungs­netz­be­t­rei­ber zu mel­den. Gemäß § 61l EEG 2017 führt das zu einer Beauf­schla­gung der Men­gen mit EEG-Umlage in Höhe von 20 % des nor­ma­len Sat­zes. Diese Sank­tion wird für die Jahre 2017 und 2018 aus­ge­setzt, um den Unter­neh­men aus­rei­chend Zeit für eine Umstel­lung ein­zu­räu­men.

nach oben