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Die MaRisk-Novelle 2023 ist veröffentlicht

Mit Rund­schrei­ben 05/2023 vom 29.06.2023 hat die Ba­Fin die 7. No­velle der Min­dest­an­for­de­run­gen an das Ri­si­ko­ma­nage­ment (Ma­Risk) veröff­ent­licht. Da­mit wer­den die re­gu­la­to­ri­schen Min­dest­an­for­de­run­gen an das Ri­si­ko­ma­nage­ment der In­sti­tute seit 2005 zum sieb­ten Mal an die ak­tu­elle Ver­wal­tungs­pra­xis der Ban­ken­auf­sicht an­ge­passt.

Mit der Ak­tua­li­sie­rung im Rah­men der Ma­Risk-No­velle 2023 wer­den insb. die Leit­li­nien der Eu­ropäischen Ban­ken­auf­sichts­behörde EBA für die Kre­dit­ver­gabe und -über­wa­chung um­ge­setzt. Sie be­tref­fen etwa die Pro­zesse im Kre­dit­ge­schäft (Mo­dul BTO 1.2) und die Ri­si­ko­ma­nage­ment­modelle der In­sti­tute (Mo­dul AT 4.3.5).

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Die neue Fas­sung der Ma­Risk trat un­mit­tel­bar mit ih­rer Veröff­ent­li­chung am 29.06.2023 in Kraft.

Im Be­gleit­schrie­ben der Ba­Fin zur Veröff­ent­li­chung an die Spit­zen­verbände der Kre­dit­wirt­schaft wird in Be­zug auf die Ände­run­gen zur Vorgänger­fas­sung aus 2021 zwi­schen Klar­stel­lun­gen und Neue­run­gen dif­fe­ren­ziert. Klar­stel­lun­gen, die le­dig­lich die der­zei­tige Ver­wal­tungs­pra­xis der Ba­Fin be­schrei­ben, sind un­mit­tel­bar mit Veröff­ent­li­chung an­zu­wen­den. Für die Im­ple­men­tie­rung der Neue­run­gen gilt eine sechs­mo­na­tige Überg­angs­frist bis spätes­tens zum 01.01.2024.

Überblick über die wesentlichen Klarstellungen

  • Stra­te­gien/Ka­pi­tal­pla­nung: Ein­bet­tung ei­ner an­ge­mes­se­nen Ana­lyse des Ge­schäfts­mo­dells in den Stra­te­gie­pro­zess so­wie Berück­sich­ti­gung im Rah­men der Ka­pi­tal­pla­nung
  • Han­dels­ge­schäfte des In­sti­tuts: Die Er­leich­te­run­gen zum Ab­schluss von Ge­schäften außer­halb der Ge­schäftsräume (z. B. im Home-Of­fice), die auf­grund der Pan­de­mie er­las­sen wor­den wa­ren, wer­den in Mo­dul BTO 2.2 in­te­griert und gel­ten fort.

Überblick der wesentlichen Neuerungen

  • Quan­ti­ta­tive Berück­sich­ti­gung von ESG-Ri­si­ken im Ri­si­ko­ma­nage­ment: Durch die Überführung des Ba­Fin-Merk­blatts zum Um­gang mit Nach­hal­tig­keits­ri­si­ken wird ein Ma­nage­ment von ESG-Ri­si­ken ab 2024 ver­pflich­tend, wo­bei in­sti­tuts­in­terne Be­ur­tei­lun­gen zur Aus­wir­kung von ESG-Ri­si­ken auf die Ge­samt­ri­si­ko­pro­file be­reits er­folgt sein soll­ten (Klar­stel­lung). Bei der quan­ti­ta­ti­ven Um­set­zung der Neue­run­gen mit Be­zug auf ESG-Ri­si­ken kom­men die Prin­zi­pien der Me­tho­den­frei­heit und der Pro­por­tio­na­lität zur An­wen­dung. U.a. wur­den neue An­for­de­run­gen an die Ri­si­ko­quan­ti­fi­zie­rung für den ICAAP und die Aus­ge­stal­tung der Stress­tests auf­ge­nom­men.
  • An­for­de­run­gen an die Ver­wen­dung von Mo­del­len: Mit der Auf­nahme des neuen Mo­duls AT 4.3.5 legt die Ba­Fin erst­mals ein­heit­li­che An­for­de­run­gen an das Ma­nage­ment von Mo­del­len und die dar­aus er­wach­sen­den Ri­si­ken fest. Mit ei­ner Gültig­keit für sämt­li­che Mo­delle für die in den Ma­Risk ge­re­gel­ten Pro­zesse ist der An­wen­dungs­be­reich weit ge­fasst.
  • An­for­de­run­gen an das Kre­dit­ge­schäft: Die Über­nahme der EBA-Leit­li­nie für die Kre­dit­ver­gabe und Über­wa­chung (EBA/GL/2020/06) ist ein Kern­as­pekt der 7. Ma­Risk-No­velle. Bei al­len we­sent­li­chen Neue­run­gen im Mo­dul BTO 1 er­folgt dies durch einen di­rek­ten Ver­weis auf die EBA-Leit­li­nie.
  • An­for­de­run­gen an das Im­mo­bi­li­en­ge­schäft: Mit der Auf­nahme ei­nes neuen Mo­duls BTO 3 wer­den Vor­ga­ben für das Im­mo­bi­lien(ei­gen)ge­schäft und für Ret­tungs­er­werbe for­mu­liert. Die Schwel­len­werte für den Gel­tungs­be­reich des Mo­duls wur­den ge­genüber der Kon­sul­ta­ti­ons­fas­sung noch­mals neu de­fi­niert (re­la­ti­ver Schwel­len­wert von 2 % der Bi­lanz­summe des In­sti­tuts und ab­so­lu­ter Schwel­len­wert von EUR 30 Mio. Buch­wert).

Hin­weis: Die sechs­mo­na­tige Um­set­zungs­frist für die Neue­run­gen ist knapp be­mes­sen. Er­fah­rung aus ver­gan­ge­nen Ma­Risk-No­vel­lie­run­gen ist, dass die zu­meist auf­wands­in­ten­sivs­ten Ände­run­gen zügig iden­ti­fi­ziert und not­wen­dige Um­set­zungsmaßnah­men zeit­nah ab­ge­lei­tet wer­den soll­ten, um sie in­sti­tuts­in­di­vi­du­elle an­ge­mes­sen und frist­ge­recht zu be­werk­stel­li­gen.

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