de en
Nexia Ebner Stolz

Themen

Corona-Krise: Wie sich Unternehmenslenker für den Notfall wappnen sollten

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland unverändert aus. Niemand ist davor gefeit, sich mit dem Virus anzustecken. Unternehmer sollten Vorsorge treffen.

Wenn sich Geschäfts­füh­rer oder Unter­neh­mens­in­ha­ber mit dem Covid-19-Virus infi­zie­ren, kom­men zu den Sor­gen um die eigene Gesund­heit sch­nell Risi­ken für das Unter­neh­men - im sch­limms­ten Fall steht die Exis­tenz des Unter­neh­mens auf dem Spiel. Viele Auf­ga­ben las­sen sich wäh­rend einer Qua­ran­täne über­gangs­weise vom Home Office aus erle­di­gen. Aber es gilt Vor­sorge für den Fall zu tref­fen, in dem der Unter­neh­mer im Kran­ken­haus behan­delt wer­den muss. Wenn keine aus­rei­chende Vor­sorge getrof­fen wurde, muss bei Han­dung­s­un­fähig­keit ein frem­der Bet­reuer bes­tellt wer­den, der das Unter­neh­men und seine Abläufe nicht kennt. Für die­sen Not­fall gilt es, Vor­sorge zu tref­fen.

Ist der Unter­neh­mer aus gesund­heit­li­chen Grün­den gehin­dert, die Unter­neh­mens­ge­schäfte zu füh­ren, soll­ten vor­sor­g­lich fol­gende Maß­nah­men ergrif­fen wer­den:

  • Fest­le­gung von Stell­ver­t­re­ter­re­ge­lun­gen
  • Geschäft­li­che Voll­mach­ten, auch in Bezug auf das unter­neh­me­ri­sche Ver­mö­gen,
  • Sicher­stel­lung des Zugangs zu wich­ti­gen Daten und Infor­ma­tio­nen: Zusam­men­s­tel­len der Kon­takt­da­ten zu wich­ti­gen Ansp­rech­part­nern, Pass­wör­ter, Codes und PINs sowie die Auf­be­wah­rung­s­orte wich­ti­ger Unter­la­gen und Ver­träge müs­sen den Per­so­nen zugäng­lich sein, die der Unter­neh­mer bevoll­mäch­tigt.

Voll­mach­ten für Ver­t­re­ter im betrieb­li­chen Bereich

Für den Not­fall sollte der Unter­neh­mer fest­le­gen, wer im Not­fall wel­che Auf­ga­ben und Funk­tio­nen im Unter­neh­men über­nimmt. Dazu sind die erfor­der­li­chen Voll­mach­ten (Pro­kura, Hand­lungs­voll­macht, Gene­ral­voll­macht, Spe­zial­voll­macht oder Vor­sor­ge­voll­macht) zu ertei­len.

Mit der Vor­sor­ge­voll­macht kann der Unter­neh­mer eine andere Per­son oder Per­so­nen­gruppe bevoll­mäch­ti­gen, im Not­fall im Betrieb bestimmte Auf­ga­ben zu erle­di­gen und sofern gesetz­lich zuläs­sig, das Unter­neh­men vor­über­ge­hend zu füh­ren. Dadurch lässt sich eine recht­li­che Bet­reu­ung durch einen frem­den Drit­ten weit­ge­hend aus­sch­lie­ßen. 

Zugang zu Unter­neh­mens­in­for­ma­tio­nen

Anhand der kon­k­re­ten Ver­hält­nisse des Unter­neh­mens ist zu prü­fen, wel­che Infor­ma­tio­nen wel­chen Per­so­nen im Not­fall zugäng­lich sein müs­sen. Dies umfasst im Wesent­li­chen fol­gende Berei­che und Infor­ma­tio­nen:

  • Finan­zen
    • Geschäfts­kon­ten
    • Bürg­schaf­ten
    • Finan­zie­run­gen
    • Unter­neh­mens­be­tei­li­gun­gen
    • Wie­der­keh­rende Zah­lungs­verpf­lich­tun­gen
  • Debi­to­ren
    • Kun­den­in­for­ma­tio­nen
    • Auf­träge und Kal­ku­la­tio­nen
    • Son­der­kon­di­tio­nen
    • Gewähr­leis­tungs­fälle
    • Anhän­gige Rechts­st­rei­tig­kei­ten
  • Kre­di­to­ren
    • Lie­fe­r­an­ten­in­for­ma­tio­nen
    • Kon­di­tio­nen
    • Gewähr­leis­tungs­fälle
    • Anhän­gige Rechts­st­rei­tig­kei­ten
  • Ver­träge
    • Gesell­schafts­ver­träge
    • Voll­mach­ten
    • Ver­si­che­rungs­ver­träge
    • Lizenz­ver­träge
    • Miet- und Pacht­ver­träge
    • Wer­be­ver­träge
  • Geschäfts­ent­wick­lung
    • Geplante Groß­pro­jekte
    • Geplante Mes­se­auf­tritte
    • Neue Mark­ter­sch­lie­ßun­gen
  • Urkun­den
    • Han­dels­re­gis­ter­aus­züge
    • Grund­buch­aus­züge
    • Patente, gewerb­li­che Schutz­rechte
  • Sons­tige Infor­ma­tio­nen
    • Pass­wör­ter
    • Schlüs­sel­ver­zeich­nis
    • Zugangs­da­ten zu elek­tro­ni­schen Kon­ten und Platt­for­men

Die Infor­ma­tio­nen soll­ten an einer zen­tra­len Stelle gut auf­find­bar auf­be­wahrt wer­den. Für den Not­fall ist klar zu kom­mu­ni­zie­ren, wo diese Infor­ma­tio­nen zu fin­den sind und wer den Zugang zu wel­chen Infor­ma­tio­nen hat.

Vor­sorge im pri­va­ten Bereich

Nicht nur im betrieb­li­chen Bereich, son­dern auch für pri­vate Zwe­cke sollte Vor­sorge für den Fall einer plötz­li­chen Erkran­kung getrof­fen wer­den. Auch hier soll­ten wich­tige Voll­mach­ten, Infor­ma­tio­nen zum Pri­vat­ver­mö­gen, zu Ver­trä­gen, Mit­g­lied­schaf­ten, Pass­wör­t­ern und Zugangs­da­ten zu elek­tro­ni­schen Post­fächern oder Platt­for­men gesam­melt an siche­rer Stelle auf­be­wahrt wer­den.

Zudem sind zur Vor­sorge für den Fall einer Erkran­kung die Vor­sor­ge­voll­macht, die Bet­reu­ungs­ver­fü­gung und die Pati­en­ten­ver­fü­gung sinn­voll.

Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen zum Thema Vor­sorge für den Not­fall fin­den Sie in unse­rer Bro­schüre.
 

nach oben