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Betriebliche Benefits - qualifizierte Mitarbeiter gewinnen und binden

Kaum ein Unternehmen, das sich nicht ständig damit beschäftigt, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, für das Unternehmen zu gewinnen und möglichst auch langfristig an sich zu binden! Neben einer interessanten Aufgabenstellung, guten Entwicklungsmöglichkeiten und einer adäquaten Entlohnung können sich Arbeitgeber besonders durch sog. betriebliche Benefits von den Konkurrenten im Wettbewerb abheben.

Hin­ter dem Begriff der betrieb­li­chen Bene­fits ver­ber­gen sich unter­schied­li­che Aus­ge­stal­tun­gen, ange­fan­gen von kos­ten­los zur Ver­fü­gung ges­tell­ten Geträn­ken oder Obst, über Maß­nah­men zur Gesund­heits­för­de­rung, die Über­nahme von Kin­der­be­t­reu­ungs­kos­ten bis hin zu Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gung­s­pro­gram­men und zur betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung.

Betriebliche Benefits© Thinkstock

Neben Aspek­ten der Mit­ar­bei­ter­ge­win­nung und Mit­ar­bei­ter­bin­dung wei­sen einige betrieb­li­che Bene­fits für den Arbeit­ge­ber einen gern gese­he­nen Neben­ef­fekt auf: sie kön­nen ent­we­der steu­er­f­rei gewährt wer­den oder unter­lie­gen einem im Ver­g­leich zur sonst fäl­li­gen Besteue­rung gerin­ge­ren pau­scha­len Lohn­steu­er­steu­er­satz und sind zudem sozial­ver­si­che­rungs­f­rei. Dadurch kön­nen dem Arbeit­ge­ber oft­mals gerin­gere Auf­wen­dun­gen ent­ste­hen als wenn er dem Arbeit­neh­mer ein höhe­res Brut­toar­beits­ent­gelt bie­tet, damit sich die­ser die Vor­teile aus sei­nem Net­to­ge­halt finan­zie­ren kann.

Ins­be­son­dere wenn das Unter­neh­men fernab einer Stadt gele­gen ist, wird das Inter­esse an einer Kan­tine vor Ort groß sein. Zwar ist der Vor­teil aus der unent­gelt­li­chen oder ver­bil­lig­ten Abgabe von Mahl­zei­ten aus der betriebs­ei­ge­nen Kan­tine oder aus der Aus­gabe von Essens­mar­ken  grund­sätz­lich lohn­steuer- und sozial­ver­si­che­rungspf­lich­tig, aller­dings in der Regel nur bis zur Höhe des amt­li­chen Sach­be­zugs­wer­tes. Der Arbeit­ge­ber kann die­sen Vor­teil, wenn er zusätz­lich zum ver­ein­bar­ten Ent­gelt gewährt wird, auch pau­schal mit 25 % Lohn­steuer zuzüg­lich Soli­da­ri­täts­zu­schlag und Kir­chen­steuer ver­steu­ern und sozial­ver­si­che­rungs­f­rei belas­sen.

Ebenso pau­schal ver­steu­ern, dann aber nur mit einem Lohn­steu­er­satz von 15 %, kann der Arbeit­ge­ber einen zusätz­lich gewähr­ten Zuschuss für Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und ers­ter Tätig­keits­stätte des Arbeit­neh­mers, ent­we­der bis zur Höhe der Ent­fer­nungs­pau­schale oder bis zu den tat­säch­li­chen Kos­ten bei Benut­zung öff­ent­li­cher Ver­kehrs­mit­tel. Durch die Steu­er­pau­scha­lie­rung wird eben­falls die Bei­trags­f­rei­heit in der Sozial­ver­si­che­rung aus­ge­löst.

Nach wie vor von gro­ßem Stel­len­wert ist bei Mit­ar­bei­tern die Gestel­lung eines Dienst­wa­gens. Der Vor­teil hier­aus ist grund­sätz­lich sowohl lohn­steuer- als auch sozial­ver­si­che­rungspf­lich­tig, aber ver­schie­dene Berech­nun­gen haben schon gezeigt, dass es für den Arbeit­ge­ber  kos­ten­güns­ti­ger sein kann, einem Arbeit­neh­mer einen Fir­men­wa­gen zur pri­va­ten Nut­zung zur Ver­fü­gung zu stel­len. Denn ansons­ten müsste der Arbeit­ge­ber das Arbeits­ent­gelt ent­sp­re­chend  erhöhen, damit der Arbeit­neh­mer sich einen gleich­wer­ti­gen Pri­vat­wa­gen finan­zie­ren kann.

Ein beson­ders geeig­ne­tes Mit­tel der Mit­ar­bei­ter­bin­dung ist die Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gung. Dazu wer­den dem Arbeit­neh­mer Optio­nen ein­ge­räumt, zu einem zukünf­ti­gen Zeit­punkt oder Zei­traum Betei­li­gun­gen am Unter­neh­men des Arbeit­ge­bers zu Vor­zugs­kon­di­tio­nen zu erwer­ben. Die Vor­teile dar­aus: Mit der Aus­sicht auf Betei­li­gung am Unter­neh­men und dem Erfolg steigt  sowohl die Ver­bun­den­heit als auch die Leis­tungs­be­reit­schaft des Arbeit­neh­mers. Steu­er­li­che Vor­teile erge­ben sich z.B. beim Aktie­n­er­werb, da erst mit Aus­übung der Option (Erlan­gung der wirt­schaft­li­chen Ver­fü­g­ungs­macht) der dar­aus rea­li­sierte Gewinn in Höhe der Dif­fe­renz zwi­schen dem Kurs­wert der Betei­li­gung und dem vom Arbeit­neh­mer auf­zu­brin­gen­den Betrag zu ver­steu­ern ist. Dabei kann unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen auch der steuer- und sozial­ver­si­che­rungs­f­reie Höchst­be­trag berück­sich­tigt wer­den. Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gung­s­pro­gramme kön­nen über die­sen Grund­fall hin­aus in viel­fäl­ti­ger Weise aus­ge­stal­tet wer­den, so dass den indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­sen des Arbeit­ge­bers und der Arbeit­neh­mer Rech­nung getra­gen wer­den kann.

Sch­ließ­lich zeigt sich, dass auch junge Mit­ar­bei­ter bereits früh­zei­tig an ihre Absi­che­rung im Alter den­ken und eine betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung nach­fra­gen. Auch wird oft­mals von dem gesetz­li­chen Anspruch auf Ein­räu­mung einer betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung durch Ent­gel­t­um­wand­lung Gebrauch gemacht. Steu­er­lich inter­es­sant für den Arbeit­neh­mer ist die betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung, weil die vom Arbeit­ge­ber getra­ge­nen Bei­träge zu deren Auf­bau in gewis­sem Rah­men lohn­steuer- und sozial­ver­si­che­rungs­f­rei sind.

Ver­sor­gungs­zah­lun­gen im Alter sind zwar dann durch den Arbeit­neh­mer zu ver­steu­ern, unter­lie­gen aber oft­mals einem deut­lich nie­d­ri­ge­ren indi­vi­du­el­len Ein­kom­men­steu­er­satz als zu Zei­ten der Erwerb­s­tä­tig­keit. Somit kann sich für den Arbeit­neh­mer neben der Absi­che­rung im Alter ein ech­ter Steu­er­vor­teil erge­ben.

Bei der Frage, ob und wel­che betrieb­li­chen Bene­fits ein Arbeit­ge­ber kon­k­ret anbie­tet, um qua­li­fi­zierte Mit­ar­bei­ter zu gewin­nen und zu hal­ten, wird es nicht dar­auf ankom­men, eine mög­lichst große Anzahl an betrieb­li­chen Extras auf­zu­wei­sen. Wich­ti­ger dürfte sein, dass die Zusatz­leis­tun­gen auf die beruf­li­chen und pri­va­ten Bedürf­nisse der Arbeit­neh­mer zuge­schnit­ten sind und ihnen zum einen die Wert­schät­zung durch das Unter­neh­men ver­mit­teln, zum ande­ren aber auch einen finan­zi­el­len Mehr­wert bie­ten. 

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