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Steuerberatung

Keine Abfärbung bei negativen Einkünften aus gewerblicher Tätigkeit

Er­zielt eine vermögens­ver­wal­tende Per­so­nen­ge­sell­schaft auch ge­werb­li­che Einkünfte in nicht ganz un­er­heb­li­chem Um­fang, wer­den ihre ge­sam­ten Einkünfte in ge­werb­li­che Einkünfte um­qua­li­fi­ziert. Dies gilt laut BFH je­doch nicht bei ne­ga­ti­ven Einkünf­ten aus ge­werb­li­cher Tätig­keit.

Wer­den im Falle ei­ner Be­triebs­auf­spal­tung zwi­schen ei­ner vermögens­ver­wal­ten­den GbR und ei­ner Be­triebs­ge­sell­schaft in der Rechts­form ei­ner GmbH aus der Ver­mie­tungs- oder Ver­pach­tungstätig­keit der Be­sitz-GbR ge­werb­li­che Einkünfte er­zielt, die ne­ga­tiv sind, führt dies laut Ur­teil des BFH vom 12.4.2018 (Az. IV R 5/15) nicht zu ei­ner Um­qua­li­fi­zie­rung der übri­gen vermögens­ver­wal­ten­den Einkünfte der GbR. Al­len­falls po­si­tive ge­werb­li­che Einkünfte können laut BFH zu ei­ner Abfärbung i. S. v. § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG führen, da die Re­ge­lung dem Schutz des Ge­wer­be­steu­er­auf­kom­mens die­nen solle, das bei ne­ga­ti­ven ge­werb­li­chen Einkünf­ten nicht gefähr­det sei.

Ob po­si­tive ge­werb­li­che Einkünfte ge­ge­ben seien, sei auf Ba­sis der im je­wei­li­gen Ver­an­la­gungs­zeit­raum er­ziel­ten Einkünfte zu be­ant­wor­ten. So führ­ten Ge­winn­aus­schüttun­gen der Be­triebs-GmbH zwar zu ge­werb­li­chen Einkünf­ten, da de­ren An­teile not­wen­di­ges (Son­der)Be­triebs­vermögen der Be­sitz­ge­sell­schaft seien. Wurde je­doch - wie im Ur­teils­fall - in den Streit­jah­ren auf Ge­winn­aus­schüttun­gen ver­zich­tet, könne durch das Aus­schüttungs­ver­hal­ten der Be­triebs-GmbH die Abfärbe­wir­kung ge­stal­tet wer­den.

Hinweis

Im Ur­teils­fall ließ der BFH letzt­lich of­fen, ob hier eine Be­triebs­auf­spal­tung zwi­schen der GbR und der GmbH zu be­ja­hen sei, da je­den­falls die Abfärbe­wir­kung in­folge dann an­zu­neh­men­der ne­ga­ti­ver ge­werb­li­cher Einkünfte nicht greife.

Wei­ter ent­schied der BFH, dass je­den­falls zwi­schen der GbR und ei­ner wei­te­ren Per­so­nen­ge­sell­schaft mit iden­ti­schen Ge­sell­schaf­tern durch die Über­las­sung we­sent­li­cher Be­triebs­grund­la­gen zu einem nicht kos­ten­de­cken­den Ent­gelt eine Be­triebs­auf­spal­tung man­gels Ge­winn­er­zie­lungs­ab­sicht nicht ge­ge­ben sei. Zwar könne eine sol­che Ab­sicht im Fall ei­ner Be­triebs­ka­pi­tal­ge­sell­schaft mit­tel­bar aus der Er­zie­lung höherer Be­tei­li­gungs­einkünfte ge­fol­gert wer­den. Der höhere Ge­winn ei­ner Be­triebs­per­so­nen­ge­sell­schaft könne hin­ge­gen nicht auf die Be­sitz­ge­sell­schaft durch­schla­gen und da­mit eine Ge­winn­er­zie­lungs­ab­sicht begründen.

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