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Zuwendungen - geschenkt aber nicht immer steuerfrei

Auf­merk­sam­kei­ten des Arbeit­ge­bers an seine Arbeit­neh­mer erhöhen deren Moti­va­tion und sind für das Betriebs­k­lima för­der­lich. Doch hält der Fis­kus regel­mä­ßig die Hand auf, wenn der Arbeit­neh­mer Vor­teile vom Arbeit­ge­ber erhält und diese letzt­lich für die Arbeits­leis­tung des Arbeit­neh­mers gewährt wer­den. Folge: Auch diese Auf­merk­sam­kei­ten unter­lie­gen der Lohn­steuer. Damit der Arbeit­ge­ber aber nicht gezwun­gen ist, dem Arbeit­neh­mer durch Zuwen­dun­gen eine höhere Steu­er­last auf­zu­bür­den, kann der Arbeit­ge­ber die Steuer dadurch über­neh­men, dass er den Wert der Zuwen­dung, die nicht in Geld besteht, pau­schal mit 30 % ver­steu­ert.

Der Arbeit­ge­ber kann die Pau­scha­lie­rung aller­dings nur ein­heit­lich für alle Zuwen­dun­gen inn­er­halb eines Wirt­schafts­jah­res wäh­len. Auf Grund einer Ver­ein­fa­chungs­re­ge­lung der Finanz­ver­wal­tung sind aber Zuwen­dun­gen, bei denen es sich um bloße Auf­merk­sam­kei­ten an den Arbeit­neh­mer han­delt und deren Wert 40 Euro nicht über­s­teigt, aus­ge­nom­men. Diese kann der Arbeit­ge­ber, wenn er sich denn für die Pau­scha­lie­rung ent­schei­det, außen vor las­sen.

Die Pau­scha­lie­rungs­mög­lich­keit besteht auch für Auf­merk­sam­kei­ten an Kun­den, Lie­fe­r­an­ten und andere Geschäft­s­part­ner, wenn es sich um betrieb­lich ver­an­lasste Zuwen­dun­gen, die zusätz­lich zur ohne­hin ver­ein­bar­ten Gegen­leis­tung erbracht wer­den und nicht in Geld beste­hen, oder um Geschenke han­delt und diese den Betrag von 10.000 Euro je Emp­fän­ger und Wirt­schafts­jahr nicht über­s­tei­gen.

„Da auch hier das Ent­we­der-Oder gilt, müs­sen ent­we­der alle Zuwen­dun­gen inn­er­halb eines Wirt­schafts­jah­res durch den Zuwen­den­den pau­schal ver­steu­ert wer­den, oder die Zuwen­dun­gen sind vom jewei­li­gen Emp­fän­ger zu ver­steu­ern. Ledig­lich eine unter­schied­li­che Wahl­rechts­aus­übung für die Emp­fän­ger­gruppe Arbeit­neh­mer und die Emp­fän­ger­gruppe Dritte, also Geschäft­s­part­ner etc., dürfte dabei zuläs­sig sein“ erläu­tert Steu­er­be­ra­te­rin Marion Ger­ber von Ebner Stolz Mön­ning Bachem in Stutt­gart. Inter­es­sant ist hier, dass die OFD Frank­furt in einer Ver­fü­gung vom 10.10.2012 (Az. S 2297b A - 1 - St 222) die Anwen­dung der bis­lang für Arbeit­neh­mer gel­ten­den Ver­ein­fa­chungs­re­ge­lung auch für Dritte ein­räumt. Dem­nach kann das Wahl­recht ohne Berück­sich­ti­gung von Auf­merk­sam­kei­ten bis zu einem Wert von 40 Euro aus­ge­übt wer­den. Laut Steu­er­be­ra­te­rin Ger­ber eine deut­li­che Erleich­te­rung, denn es muss dann nicht mehr dar­auf geach­tet wer­den, jeden Blu­men­strauß oder jede Fla­sche Wein, die an einen Kun­den oder Lie­fe­r­an­ten ver­schenkt wurde, auch der Pau­scha­lie­rung zu unter­wer­fen, wenn denn diese sonst für etwas höh­er­wer­ti­gere Zuwen­dun­gen genutzt wer­den soll.

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