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Steuerberatung

Zur Rückabwicklung von Baukrediten

FG Köln v. 14.8.2019 - 14 K 719/19

Die aufgrund eines Vergleichs durch eine Bank zurückgezahlten Zinsen stellen keine einkommensteuerpflichtigen Kapitalerträge dar.

Der Sach­ver­halt:
Die Klä­ger wider­rie­fen wegen feh­ler­haf­ter Wider­rufs­be­leh­rung den Bau­k­re­dit für ihr Eigen­heim. Auf­grund eines Ver­g­leichs zahlte die Bank den Klä­gern für alle aus dem Wider­ruf ent­ste­hen­den gegen­sei­ti­gen Ansprüche einen Betrag i.H.v. 4.225 €. Zusätz­lich behan­delte die Bank den Betrag als steu­erpf­lich­ti­gen Kapi­ta­l­er­trag, führte die Kapi­ta­l­er­trag­steuer ab und stellte hier­für eine Steu­er­be­schei­ni­gung aus.

Gegen­über dem Finanz­amt ver­t­ra­ten die Klä­ger die Auf­fas­sung, dass die Bank den Ver­g­leichs­be­trag zu Unrecht als Kapi­ta­l­er­trag behan­delt und Kapi­ta­l­er­trag­steuer abge­führt habe. Der Betrag sei nicht ein­kom­men­steu­erpf­lich­tig, weil es sich um eine steu­er­f­reie Ent­schä­d­i­gungs­zah­lung han­dele. Dem­ge­gen­über besteu­erte das Finanz­amt den gesam­ten Betrag mit der Begrün­dung, dass es zum einen an die Steu­er­be­schei­ni­gung gebun­den sei und zum ande­ren die Klä­ger durch den gesch­los­se­nen Ver­g­leich auf eine Rüc­k­ab­wick­lung ver­zich­tet hät­ten, so dass die Rück­zah­lung zu hoher Zin­sen aus­scheide.

Das FG gab der Klage teil­weise statt. Die beim BFH anhän­gige Revi­sion der Klä­ger wird dort unter dem Az. VIII R 30/19 geführt.

Die Gründe:
Das Finanz­amt hat den Ver­g­leichs­be­trag von 4.225 € zu Unrecht i.H.v. 1.690 € (40 %) als Ein­künfte aus Kapi­tal­ver­mö­gen i.S.d. § 32d Abs. 1 Satz 1 EStG behan­delt. Im Umfang von 2.535 € (60 %) hat das Finanz­amt den Ver­g­leichs­be­trag zu Recht als Ein­künfte aus Kapi­tal­ver­mö­gen i.S.d. § 32d Abs. 1 Satz 1 EStG ange­setzt.

Der Ver­g­leichs­be­trag kann nur inso­weit als Ein­künfte aus Kapi­tal­ver­mö­gen ange­setzt wer­den, als er auf Ansprüche der Klä­ger auf Her­aus­gabe von bzw. Wer­ter­satz für Nut­zun­gen ent­fällt, die die Dar­le­hens­ge­be­rin (Bank) aus den von den Klä­gern erbrach­ten Zins- und Til­gungs­leis­tun­gen aus den drei Teil-Dar­le­hen zwi­schen dem Zeit­punkt der Dar­le­hens­ge­wäh­run­gen im Juni 2004 bis zur Enda­blö­sung der bei­den letz­ten Teil-Dar­le­hen Ende Juni 2014 gezo­gen hat. Hin­ge­gen ist der Ver­g­leichs­be­trag nicht steu­er­bar, soweit er antei­lig auf Rück­ge­währ über­höh­ter Zins­zah­lun­gen der Klä­ger an die Bank ent­fällt. Auch die inso­weit von der Bank falsch aus­ge­s­tellte Steu­er­be­schei­ni­gung ent­fal­tet keine Bin­dungs­wir­kung für die Ein­kom­men­steuer der Klä­ger.

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