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USA: Entwürfe für eine Steuerreform liegen vor

Die Reform des US-Steuerrechts nimmt mehr und mehr Gestalt an. Seit Anfang November 2017 liegen dazu konkrete Pläne in Form von Gesetzentwürfen des US-Repräsentantenhauses und des US-Senats vor.

Am 16.11.2017 besch­loss das US-Reprä­sen­t­an­ten­haus einen von Prä­si­dent Trump ini­ti­ier­ten Gesetz­ent­wurf für eine Reform des US-Steu­er­rechts, der noch den Senat pas­sie­ren muss. Aller­dings legte der Senat zwi­schen­zeit­lich bereits einen eige­nen Gesetz­ent­wurf vor, der am 2.12.2017 besch­los­sen wurde.

USA: Entwürfe für eine Steuerreform liegen vor© Thinkstock

Hin­weis

Zwi­schen den bei­den Gesetz­ent­wür­fen bes­te­hende Dif­­fe­­ren­­zen sind nun durch einen Aus­­­schuss aus­­zu­­räu­­men. Ansch­lie­ßend ist die zusam­men­ge­führte und fina­li­sierte Fas­sung des Geset­zes durch das Reprä­­sen­t­an­­ten­haus und den Senat zu besch­­lie­­ßen sowie ansch­­lie­­ßend vom US-Prä­­si­­den­­ten zu ver­­öf­f­en­t­­li­chen. Dem Ver­­­neh­­men nach soll das Refor­m­vor­­ha­­ben zügig zum Abschluss gebracht wer­­den, so dass die Rege­­lun­­gen grun­d­­sät­z­­lich bereits zum 1.1.2018 in Kraft tre­­ten kön­n­­ten.

Nach den vor­­­lie­­gen­­den Plä­­nen des Reprä­sen­t­an­ten­hau­ses soll der für die Bun­des­steuer maß­geb­li­che Kör­per­­schaf­t­­steu­er­­satz von der­zeit 35 % auf 20 % gesenkt wer­­den. Aller­dings soll die­ser laut Senat erst ab 2019 grei­­fen.

Hin­weis

Gewinne von US-Toch­ter­ge­sell­schaf­ten könn­ten damit künf­tig wegen Unter­sch­rei­tens der 25 %-Schwelle ggf. der deut­schen Hin­zu­rech­nungs­be­steue­rung unter­lie­gen.

Zudem ist ein Wech­sel des Besteue­rungs­sys­tems weg von der bis­he­ri­gen Besteue­rung der welt­wei­ten Gewinne eines Unter­neh­mens mit Anrech­nung der im Aus­land gezahl­ten Steu­ern hin zu einem ter­ri­to­ria­len Steu­er­sys­tem vor­ge­se­hen, wonach nur die in den USA erziel­ten Gewinne der US-Besteue­rung unter­lie­gen. Divi­den­den, die von aus­län­di­schen Toch­ter­ge­sell­schaf­ten an die US-Mut­ter­ge­sell­schaft gezahlt wer­den, sol­len kom­p­lett in den USA kom­p­lett steu­er­be­f­reit sein. Vor­aus­set­zun­gen sind hier neben einer Min­dest­be­tei­li­gungs­quote von 10 % die Ein­hal­tung einer Hal­te­frist, wobei das Reprä­sen­t­an­ten­haus sechs Monate und der Senat zwölf Monate vor­sieht. Zudem soll die Repa­tri­ie­rung in der Ver­gan­gen­heit erziel­ter, noch nicht besteu­er­ter Gewinne aus­län­di­scher Toch­ter­ge­sell­schaf­ten (sog. Offs­hore-Gewinne) in die USA durch die Anwen­dung eines ermä­ß­ig­ten Steu­er­sat­zes geför­dert wer­den.

Um letz­t­­lich zu ver­­­mei­­den, dass große mul­­ti­na­­ti­o­­nale Kon­zerne ihre Gewinne in den USA kün­st­­lich klein rech­­nen, soll eine sog. „Excise Tax“ ein­­ge­­führt wer­­den. Dazu sol­len Import-Auf­­wen­­dun­­gen, sofern diese mehr als 100 Mio. US-Dol­lar jähr­lich betra­gen, mit einem Steu­er­­satz von 20 % belas­­tet wer­­den. Die „Excise Tax“ kommt nicht zur Anwen­dung, wenn die die Zah­lun­gen emp­fan­gende, nicht in den USA ansäs­sige Kon­zern­ge­sell­schaft zur US-Besteue­rung optiert. Der Senat sieht hin­ge­gen ans­telle der „Excise Tax“eine  „Base Ero­sion and Anti-Abuse Tax“ vor, die für mul­ti­na­tio­nale Kon­zerne mit einem Gesam­t­um­satz von mehr als 500 Mio. US-Dol­lar gel­ten soll. Kon­zern­in­terne Importe in die USA sol­len einer Min­dest­steuer von 10 % (ab 2026 12,5 %) unter­lie­gen, sofern diese mehr als 4 % der Betriebs­aus­ga­ben wider­spie­geln. 

Hin­weis

Für deut­sche - wie auch andere in die USA expor­tie­rende - Unter­neh­men, die Teil eines hier­von betrof­fe­nen mul­ti­na­tio­na­len Kon­zerns sind, dürfte sich die Ein­füh­rung die­ser Son­der­steuer nach­tei­lig aus­wir­ken. Exporte in die USA wür­den einer­seits im Inland den zu ver­steu­ern­den Gewinn erhöhen und zudem bei dem US-Kon­zern­un­ter­neh­men mit der Son­der­steuer belas­tet wer­den, dort also verteu­ert wer­den. Die Rege­lung soll auf Steu­er­jahre nach dem 31.12.2018 zur Anwen­dung kom­men.

Wei­ter sind Ände­run­gen der steu­er­wirk­sa­men Berück­sich­ti­gung von betrieb­li­chen Aus­ga­ben vor­ge­se­hen. U. a. sol­len zeit­lich befris­tet ans­telle von Absch­rei­bun­gen für zahl­rei­che Wirt­schafts­gü­ter die Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten sog­leich gewinn­min­dernd berück­sich­tigt wer­den kön­nen, wobei hier die Pläne im Umfang von­ein­an­der abwei­chen. Zins­auf­wen­dun­gen sol­len nicht mehr in vol­lem Umfang, son­dern maxi­mal bis zu 30 % des EBITDA (bzw. laut Senat EBIT) berück­sich­tigt wer­den kön­nen.

Bei der indi­vi­du­el­len Ein­kom­mens­be­steue­rung beste­hen der­zeit noch unter­schied­li­che Vor­stel­lun­gen zwi­schen den bei­den Vor­schlä­gen, ob die bis­he­ri­gen sie­ben Stu­fen von Ein­kom­men­steu­er­sät­zen ledig­lich leicht her­ab­ge­setzt oder auf vier Stu­fen zurück­ge­führt wer­den sol­len. Steuer­ent­las­tun­gen dürf­ten in die­sem Bereich insb. durch deut­li­che Anhe­bun­gen der Grund­f­rei­be­träge (z. B. bei einem Single von der­zeit 6.350 US-Dol­lar auf min­des­tens 12.000 US-Dol­lar) und durch höhere Kin­der­f­rei­be­träge zu erwar­ten sein. Aller­dings sol­len zug­leich per­sön­li­che Steu­er­be­f­rei­un­gen ent­fal­len.

Hin­weis

Für kon­k­rete Fra­gen zur US-Steu­er­re­form ste­hen wir Ihnen gerne, auch in Koope­ra­tion mit unse­ren USPart­nern aus dem Nexia-Netz­werk, zur Ver­fü­gung.


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