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International

USA: Steuerreform zum 1.1.2018 in Kraft getreten

Das Repräsen­tan­ten­haus stimmte am 19.12.2017 der um­fas­sen­den Re­form des US-Steu­er­rechts zu, die am 20.12.2017 auch im Se­nat die nötige Mehr­heit fand. US-Präsi­dent Trump un­ter­zeich­nete am 22.12.2017 das Ge­setz.

Er­war­tungs­gemäß hat US-Präsi­dent Trump noch vor Jah­res­ende, kon­kret am 22.12.2017, den „Tax Cuts and Job Act“ un­ter­zeich­net. Da­mit konn­ten die Rege­lun­gen be­reits zum 1.1.2018 in Kraft tre­ten.

USA: Entwürfe für eine Steuerreform liegen vor© Thinkstock

Für Un­ter­neh­men am we­sent­lichs­ten dürfte die Ab­sen­kung des für die Bun­des­steuer maßgeb­li­chen Kör­per­schaft­steu­er­sat­zes von der­zeit 35 % auf 21 % sein. Diese greift be­reits zum 1.1.2018.

Hinweis

Ge­winne von US-Toch­ter­ge­sell­schaf­ten könn­ten da­mit künf­tig we­gen Un­ter­schrei­tens der 25 %-Schwelle ggf. der deut­schen Hin­zu­rech­nungs­be­steue­rung un­ter­lie­gen, so­fern die Steu­er­be­las­tung aus Bun­des­steuer und Lan­des­steuer un­ter­halb die­ser Schwelle liegt und die Tätig­keit der US-Toch­ter­ge­sell­schaft als pas­siv ein­zu­stu­fen ist.

Zu­dem ist ein Wech­sel des Be­steue­rungs­sys­tems weg von der bis­he­ri­gen Be­steue­rung der welt­wei­ten Ge­winne ei­nes Un­ter­neh­mens mit An­rech­nung der im Aus­land ge­zahl­ten Steu­ern hin zu einem ter­ri­to­ria­len Steu­er­sys­tem vor­ge­se­hen, wo­nach nur die in den USA er­ziel­ten Ge­winne der US-Be­steue­rung un­ter­lie­gen. Di­vi­den­den, die von ausländi­schen Toch­ter­ge­sell­schaf­ten an die US-Mut­ter­ge­sell­schaft ge­zahlt wer­den, wer­den dem­nach in den USA kom­plett steu­er­be­freit. Vor­aus­set­zung ist die Ein­hal­tung ei­ner Min­dest­be­tei­li­gungs­quote von 10 % während ei­nes Zeit­raums von einem Jahr vor und nach der Aus­schüttung. Die An­rech­nung ausländi­scher Steu­ern entfällt.

Die Re­pa­tri­ie­rung in der Ver­gan­gen­heit er­ziel­ter, noch nicht be­steu­er­ter Ge­winne ausländi­scher Toch­ter­ge­sell­schaf­ten (sog. Offs­hore-Ge­winne) in die USA soll durch die An­wen­dung ei­nes ermäßig­ten Steu­er­sat­zes gefördert wer­den. Li­quide Mit­tel wer­den dem­nach mit 15,5 % be­steu­ert. An­dere Wirt­schaftsgüter un­ter­lie­gen einem Steu­er­satz von 8 %, wo­bei die Steu­er­zah­lung auf ma­xi­mal acht Jahre ver­teilt wer­den kann.

Um letzt­lich zu ver­mei­den, dass große mul­ti­na­tio­nale Kon­zerne ihre Ge­winne in den USA künst­lich klein rech­nen, wird eine „Base ero­sion and anti-abuse Tax“(BEAT) ein­geführt. Diese be­trifft  mul­ti­na­tio­nale Kon­zerne mit Kon­zern­ein­hei­ten in den USA. Über­stei­gen de­ren Umsätze in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren im Jah­res­durch­schnitt 500 Mio. US-Dol­lar und be­tra­gen die kon­zern­in­ter­nen Aus­ga­ben der US-ame­ri­ka­ni­schen Kon­zern­ein­heit für Dienst­leis­tun­gen und Li­zen­zen (nicht hin­ge­gen Wa­ren­lie­fe­run­gen und Vor­pro­dukte) mehr als 3 % der ge­sam­ten Be­triebs­aus­ga­ben, fällt eine Min­dest­steuer an. Diese beträgt in 2018 5 %, von 2019 bis 2025 10 % und ab 2026 12,5 % der Zah­lun­gen.  

Hinweis

Für deut­sche - wie auch an­dere in die USA ex­por­tie­rende - Un­ter­neh­men, die Teil ei­nes hier­von be­trof­fe­nen mul­ti­na­tio­na­len Kon­zerns sind, dürfte sich die Ein­füh­rung die­ser Min­dest­steuer nach­tei­lig aus­wir­ken. Ex­porte in die USA wür­den ei­ner­seits im In­land den zu ver­steu­ern­den Ge­winn erhöhen und zu­dem bei dem US-Kon­zern­un­ter­neh­men mit der Son­der­steuer be­las­tet wer­den, dort also ver­teu­ert wer­den. Die Re­ge­lung kommt be­reits in Steu­er­jah­ren nach dem 31.12.2017 zur An­wen­dung.

Wei­ter sind Ände­run­gen der steu­er­wirk­sa­men Berück­sich­ti­gung von be­trieb­li­chen Aus­ga­ben vor­ge­se­hen. U. a. können zeit­lich be­fris­tet bis 2022 ans­telle von Ab­sch­rei­bun­gen für zahl­rei­che Wirt­schafts­gü­ter die An­schaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten sog­leich ge­winn­min­dernd berück­sich­tigt wer­den. Zins­auf­wen­dun­gen können hin­ge­gen nicht mehr in vol­lem Um­fang, son­dern in den ers­ten vier Jah­ren maxi­mal bis zu 30 % des EBITDA (nach­fol­gend 30 % des EBIT) berück­sich­tigt wer­den. Diese Re­ge­lung gilt al­ler­dings nicht für Un­ter­neh­men mit einem Um­satz bis zu 15 Mio. US-Dol­lar.

Bei der indi­vi­du­el­len Ein­kom­mens­be­steue­rung wer­den die be­ste­hen­den sie­ben Stu­fen von Ein­kom­men­steu­er­sät­zen leicht her­ab­ge­setzt und be­lau­fen sich zwi­schen 12 % bis zu 37 % (statt bis­her 15 % bis 39,6 %). Zu­gleich wer­den die Stu­fen leicht aus­ge­dehnt, was zusätz­lich zu ei­ner Steu­er­ent­las­tung führt. Wei­ter wer­den die Grund­f­rei­be­träge deut­lich an­ge­ho­ben(z. B. bei einem Sin­gle von der­zeit 6.350 US-Dol­lar auf 12.000 US-Dol­lar) so­wie die ver­dop­pelt.

Hinweis

Für kon­krete Fra­gen zur US-Steu­er­re­form ste­hen wir Ih­nen gerne, auch in Ko­ope­ra­tion mit un­se­ren US-Part­nern aus dem Ne­xia-Netz­werk, zur Verfügung.

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