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Ungarn: Körperschaftsteueränderungen zum 1.1.2020

Die Voraussetzungen für die Steuererleichterung für Investitionen werden in Ungarn für ab 1.1.2020 startende Projekte modifiziert. So ist nicht mehr eine Zunahme der Beschäftigtenzahl erforderlich, sondern vielmehr lediglich die Beibehaltung der Arbeitnehmerzahlen entsprechend den drei vorausgehenden Jahren.

Für kleine Unter­neh­men wird das Min­dest­in­ves­ti­ti­ons­vo­lu­men von bis­lang 500 Mio. HUF in 2020 auf 300 Mio. HUF, in 2021 auf 200 Mio. HUF und in 2022 auf 50 Mio. HUF gesenkt. Bei mit­tel­gro­ßen Unter­neh­men muss die­ses in 2020 min­des­tens 400 Mio. HUF, in 2021 300 Mio. HUF und in 2022 100 Mio. HUF betra­gen.

Auch die Vor­ga­ben für die erst­mals in 2019 mög­li­che Grup­pen­be­steue­rung ändern sich zum 1.1.2020 punk­tu­ell. So ent­fällt die Vor­gabe, dass die Bücher aller Grup­pen­mit­g­lie­der in einer Wäh­rung geführt wer­den müss­ten. Mög­lich ist damit, dass Grup­pen­mit­g­lie­der ent­we­der in Euro oder in HUF ihre Jah­res­ab­schlüsse ers­tel­len. Auch kön­nen Steu­erpf­lich­tige, die unter­jäh­rig den Betrieb auf­neh­men, in eine Grup­pen­be­steue­rung ein­be­zo­gen wer­den, sofern die Finanz­ver­wal­tung dem zustimmt.

In Umset­zung der sog. ATAD I kommt erst­mals in 2020 eine sog. Exit taxa­tion zur Anwen­dung. Diese erfasst die grenz­über­sch­rei­tende Sitz­ver­le­gung, den Trans­fer von Wirt­schafts­gü­ter aus dem Unter­neh­men in eine aus­län­di­sche Betriebs­stätte sowie den grenz­über­sch­rei­ten­den Trans­fer von Tätig­kei­ten des Unter­neh­mens. Besteu­ert wird dabei grund­sätz­lich die Dif­fe­renz zwi­schen dem Markt­wert der über­tra­ge­nen Wirt­schafts­gü­ter und Tätig­kei­ten zu deren Buch­wer­ten. Im Fall des Trans­fers inn­er­halb der EU oder des EWR kann die dadurch aus­ge­löste Steuer in Tran­chen über einen Zei­traum von fünf Jah­ren gezahlt wer­den.

Ebenso wur­den die Vor­ga­ben der ATAD II zu hybri­den Struk­tu­ren mit Wir­kung zum 1.1.2020 umge­setzt. Dadurch wird ver­mie­den, dass durch die unter­schied­li­che Anwen­dung steu­er­li­cher Vor­ga­ben durch meh­rere Staa­ten, die an der Besteue­rung des Unter­neh­mens betei­ligt sind, z. B. sog. weiße Ein­künfte ent­ste­hen oder Auf­wen­dun­gen dop­pelt berück­sich­tigt wer­den. Bei abwei­chen­der steu­er­li­cher Wür­di­gung kann der Betriebs­aus­ga­ben­ab­zug in Polen beschränkt sein.  

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