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Steuerberatung

Umsetzung des AOA in neueren DBAs

Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men se­hen re­gelmäßig vor, dass Un­ter­neh­mens­ge­winne zwar grundsätz­lich nur in dem Sitz­staat des Un­ter­neh­mens ver­steu­ert wer­den können. Wird al­ler­dings im Aus­land eine Be­triebsstätte un­ter­hal­ten, wird das Be­steue­rungs­recht hin­sicht­lich des Be­triebsstätten­ge­winns dem Be­triebsstätten­staat zu­ge­wie­sen. Der sog. Aut­ho­ri­sed OECD Ap­proach (AOA) kon­kre­ti­siert die Er­mitt­lung des Be­triebsstätten­ge­winns.

Dem­nach sind ei­ner Be­triebsstätte die Ge­winne zu­zu­rech­nen, die sie er­zie­len würde, wenn sie ein selbständi­ges und un­abhängi­ges Un­ter­neh­men wäre. Dazu sind insb. die wirt­schaft­li­chen Be­zie­hun­gen der Be­triebsstätte mit dem übri­gen Un­ter­neh­men (sog. Dea­lings) als schuld­recht­li­che Be­zie­hun­gen zu fin­gie­ren und dafür dem Fremd­ver­gleichs­grund­satz ent­spre­chende Ver­rech­nungs­preise zu er­mit­teln.

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Ne­ben der in Deutsch­land be­reits in 2013 er­folg­ten Re­ge­lung im in­ner­staat­li­chen Recht (§ 1 Abs. 5 AStG), wird der AOA nun zu­neh­mend auch ex­pli­zit in die zwi­schen Deutsch­land und an­de­ren Staa­ten ver­ein­bar­ten Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men (DBA) auf­ge­nom­men und so­mit letzte Zwei­fel an der An­wen­dung die­ser Vor­gabe zur Be­triebsstätten­ge­winn­auf­tei­lung be­sei­tigt.

Kon­kret wurde bei den jüngst ver­ein­bar­ten Mo­di­fi­zie­run­gen fol­gen­der Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men eine Re­ge­lung zum AOA auf­ge­nom­men:

DBA Großbri­tan­nien

DBA UK

DBA Ir­land

DBA Irland

DBA Nie­der­lande

DBA Niederlande

DBA Ja­pan

DBA Japan

Hinweis

Enthält das an­zu­wen­dende DBA keine die An­wen­dung des AOA vor­se­hende Re­ge­lung, kann le­dig­lich un­ter den Vor­aus­set­zun­gen des § 1 Abs. 5 Satz 8 AStG von der An­wen­dung des AOA ab­ge­se­hen wer­den, wenn der Nach­weis der dem AOA wi­der­spre­chen­den Be­steue­rung ge­lingt. Im Falle ei­nes OECD-Mit­glied­staa­tes soll nach dem am 18.3.2016 veröff­ent­lich­ten Ent­wurf ei­nes BMF-Schrei­bens zur Be­triebsstätten­ge­winn­auf­tei­lung (Ver­wal­tungs­grundsätze Be­triebsstätten­ge­winn­auf­tei­lung - VWG BsGa) auch dann von der An­wen­dung des AOA durch den an­de­ren DBA-Staat aus­zu­ge­hen sein, wenn das DBA eine Art. 7 OECD-MA 2008 ent­spre­chende Re­ge­lung be­inhal­tet, den AOA dem Wort­laut nach also gar nicht enthält (vgl. Rn. 427 ff). Le­dig­lich bei DBA mit Nicht-Mit­glied­staa­ten der OECD, die eine Re­ge­lung ent­spre­chend Art. 7 OECD-MA 2008 bzw. Art. 7 UN-MA ent­hal­ten, sieht das BMF-Ent­wurfs­schrei­ben von der An­wen­dung des AOA ab. In einem sol­chen Fall muss das Un­ter­neh­men in sei­ner Steu­er­erklärung auf das an­zu­wen­dende DBA hin­wei­sen und die Höhe der Ab­wei­chung quan­ti­fi­zie­ren (Rn. 430).

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