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Steuerberatung

Steuerberatungskosten und Räumungskosten als Nachlassregelungskosten

Der Erbe kann „Kosten zur Regelung des Nachlasses“ erbschaftsteuermindernd zum Abzug bringen. Der Begriff der Nachlassregelungskosten ist dabei laut BFH weit auszulegen.

Mit Urteil vom 14.10.2020 (Az. II R 30/19, DStR 2021, S. 718) ent­schied der BFH, dass unter den Begriff der Nach­lass­re­ge­lungs­kos­ten auch vom Erben getra­gene Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten für die Nach­er­klär­ung von Ein­künf­ten des Erb­las­sers fal­len. Sie sind als Nach­lass­ver­bind­lich­kei­ten nach § 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 1 ErbStG vom erb­schaft­steu­er­li­chen Erwerb abzu­zie­hen. Ent­schei­dend ist der zeit­li­che und sach­li­che Zusam­men­hang mit dem Erwerb von Todes wegen, nicht aber die Frage, ob der Erbe aus eige­nem Ent­schluss die Kos­ten aus­ge­löst hat.

Hin­weis: Der BFH wider­spricht damit der Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung, die auf einen eige­nen Ent­schluss des Erben zurück­ge­hende Kos­ten nicht als Nach­lass­re­ge­lungs­kos­ten bewer­tet (Gleich lau­tende Erlasse der obers­ten Finanz­be­hör­den der Län­der vom 11.12.2015, BStBl. I 2015, S. 1028).

Auch die Kos­ten für die Haus­halts­auflö­sung und Räu­mung der Erblas­ser­woh­nung ließ der BFH zum Abzug als Nach­lass­re­ge­lungs­kos­ten zu, soweit hier­durch fest­ge­s­tellt wird, wel­che Gegen­stände des Erb­las­sers zum Nach­lass gehö­ren, oder aber an Dritte her­aus­zu­ge­ben wären, weil sie z. B. vom Erblas­ser ange­mie­tet wur­den.

Hin­weis: Hin­ge­gen gehö­ren die Kos­ten für das Her­rich­ten der Woh­nung zwecks Ver­kaufs, Ver­mie­tung oder Selbst­nut­zung zur Ver­wer­tung und damit zur Ver­wal­tung des Nach­las­ses; diese Kos­ten sind somit nach § 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 3 ErbStG nicht abzugs­fähig.

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