deen
Nexia Ebner Stolz

Sky-Bundesliga-Abo als Werbungskosten bei Fußballtrainer?

BFH v. 16.1.2019 - VI R 24/16

Die Aufwendungen eines Fußballtrainers für ein Sky-Bundesliga-Abo können Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit sein, wenn tatsächlich eine berufliche Verwendung vorliegt. Die notwendigen Feststellungen zur tatsächlichen Verwendung können u.a. durch die Vernehmung von Trainerkollegen und Spielern des Vereins erfolgen.

Der Sach­ver­halt:
Der Klä­ger bezieht als hauptamt­li­cher Tor­wart­trai­ner eines Lizenz­fuß­ball­ve­r­eins Ein­künfte aus nicht­selb­stän­di­ger Tätig­keit. Er sch­loss beim Pay-TV-Sen­der "Sky" für monat­lich 46,90 € ein Abon­ne­ment ab, das sich aus den Pake­ten "Fuß­ball Bun­des­liga", "Sport" und "Sky Welt" zusam­men­setzte. Den Auf­wand für das Paket "Bun­des­liga" machte er im Streit­jahr 2012 als Wer­bungs­kos­ten mit der Begrün­dung gel­tend, dass er die Bun­des­li­ga­spiele ganz über­wie­gend nur zum Kennt­nis­ge­winn im Zusam­men­hang mit sei­ner Trai­ner­tä­tig­keit schaue.

Finanz­amt lehnte den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug ab. Das Sky-Bun­des­liga-Abon­ne­ment sei immer pri­vat und nicht beruf­lich ver­an­lasst, da der Inhalt des Pakets nicht ver­g­leich­bar einer Fach­zeit­schrift auf ein Fach­pu­b­li­kum, hier einen hauptamt­li­chen Fuß­ball­trai­ner, zuge­schnit­ten sei. Das FG wies die hier­ge­gen gerich­tete Klage ab. Auf die Revi­sion des Klä­gers hob der BFH das Urteil auf und wies die Sache zur erneu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das FG zurück.

Gründe:
Die Fest­stel­lun­gen des FG tra­gen nicht des­sen Wür­di­gung, die strei­ti­gen Auf­wen­dun­gen seien pri­vat ver­an­lasst.

Wer­bungs­kos­ten sind u.a. Auf­wen­dun­gen für (imma­te­ri­elle) Wirt­schafts­gü­ter, die unmit­tel­bar der Erle­di­gung beruf­li­cher Auf­ga­ben die­nen. Die Güter müs­sen aus­sch­ließ­lich oder zumin­dest wei­t­aus über­wie­gend beruf­lich genutzt wer­den. Eine gering­fü­g­ige pri­vate Mit­be­nut­zung ist unschäd­lich. Das Vor­lie­gen die­ser Vor­aus­set­zun­gen ist unter Wür­di­gung aller Umstände nach der Funk­tion des Wirt­schafts­guts im Ein­zel­fall fest­zu­s­tel­len.

Bei einem (Tor­wart)Trai­ner eines Lizenz­fuß­ball­ve­r­eins - wie im vor­lie­gen­den Fall - ist eine wei­t­aus über­wie­gende beruf­li­che Nut­zung des Pakets "Bun­des­liga" aller­dings nicht aus­ge­sch­los­sen. Eine gering­fü­g­ige pri­vate Mit­be­nut­zung ist unschäd­lich. In der Vor­ent­schei­dung feh­len jedoch Fest­stel­lun­gen zur tat­säch­li­chen Ver­wen­dung des Sky-Bun­des­li­ga­pa­kets durch den Klä­ger. Die Vor­ent­schei­dung gibt inso­weit ledig­lich das Vor­brin­gen des Klä­gers wie­der, er habe das Paket aus­sch­ließ­lich genutzt, um aus den über­tra­ge­nen Spie­len Erkennt­nisse für seine beruf­li­che Tätig­keit zu gewin­nen. Das FG hat jedoch keine Fest­stel­lun­gen dazu getrof­fen, ob und inwie­weit die­ser Vor­trag zutrifft.

Die Vor­ent­schei­dung war infol­ge­des­sen auf­zu­he­ben. Das FG wird im zwei­ten Rechts­gang die not­wen­di­gen Fest­stel­lun­gen zur tat­säch­li­chen Ver­wen­dung des Sky-Bun­des­liga-Abon­ne­ments nach­ho­len müs­sen. Inso­weit kommt auch die Ver­neh­mung von Trai­n­er­kol­le­gen des Klä­gers und von Spie­lern des Ver­eins in Betracht.


Link­hin­weis:

  • Der Voll­text der Ent­schei­dung ist auf der Home­page des BFH ver­öf­f­ent­licht.
  • Um direkt zum Voll­text zu kom­men, kli­cken Sie bitte hier.
     
nach oben