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Schweiz: Erneuter Anlauf für eine Unternehmenssteuerreform

Nach­dem die Schwei­zer Bürger das Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­setz III per Re­fe­ren­dum am 12.2.2017 ab­ge­lehnt ha­ben (vgl. no­vus April 2017, S. 24), wurde nun am 21.3.2018 durch den Bun­des­rat eine Neu­auf­lage der Steu­er­re­form, die Steu­er­vor­lage 2017 (SV17), ver­ab­schie­det.

Darin wer­den wei­test­ge­hend die The­men des ur­sprüng­li­chen Re­form­vor­ha­bens er­neut auf­ge­grif­fen, wo­bei ei­nige Mo­di­fi­ka­tio­nen vor­ge­nom­men wur­den.

So sol­len u. a. Steu­er­pri­vi­le­gien, wie z. B. die kan­to­na­len Steu­er­re­gimes für Hol­ding­ge­sell­schaf­ten und Do­mi­zil­ge­sell­schaf­ten, ab­ge­schafft wer­den. Auf kan­to­na­ler Ebene soll eine sog. Pa­tent­box ein­geführt wer­den, mit der eine Steu­er­ermäßigung von ma­xi­mal 90 % er­zielt wer­den kann. Zu­dem sol­len die Kan­tone be­stim­men können, ob sie eine steu­er­li­che Förde­rung von For­schung und Ent­wick­lung einführen. Dazu sol­len For­schungs- und Ent­wick­lungs­kos­ten bis zu 150 % der ei­gent­li­chen Kos­ten ab­ge­zo­gen wer­den können, be­schränkt al­ler­dings auf Per­so­nal­auf­wand zuzüglich ei­nes pau­scha­len Zu­schlags von 35 %. Die durch die bei­den vor­ge­nann­ten Maßnah­men er­ziel­bare steu­er­li­che Ent­las­tung des Ge­winns soll auf ma­xi­mal 70 % be­schränkt wer­den, so dass min­des­tens 30 % des steu­er­ba­ren Ge­winns der Be­steue­rung un­ter­liegt. Zu­dem sol­len die Kan­tone vom Bund fi­nan­zi­ell un­terstützt wer­den, um ihre Ge­winn­steu­ersätze sen­ken zu können.

Das Re­form­pa­ket enthält al­ler­dings nicht nur Steu­er­er­leich­te­run­gen. So sol­len z. B. Di­vi­den­den bei ei­ner Min­dest­be­tei­li­gung von 10 % am Ka­pi­tal der aus­schütten­den Ge­sell­schaft künf­tig zu min­des­tens 70 % so­wohl auf Bun­des- als auch auf Kan­tons­ebene be­steu­ert wer­den. Der­zeit sind noch ge­rin­gere An­teile zu be­steu­ern.

Hinweis

Der­zeit ist noch nicht ab­seh­bar, ob die SV17 die er­for­der­li­chen Mehr­hei­ten erhält und Ge­set­zes­kraft er­lan­gen wird. Er­ste Maßnah­men könn­ten ggf. zum 1.1.2019, der Haupt­teil der Re­form zum 1.1.2020 in Kraft tre­ten.

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