deen
Nexia Ebner Stolz

Kein Quellensteuereinbehalt auf Aufwendungen für Onlinewerbung!

Insbesondere die bayerische Finanzverwaltung schien vermehrt die Rechtsauffassung zu vertreten, dass Kunden von Onlineplattformen und Webseiten Quellensteuer auf Aufwendungen für dort geschaltete Onlinewerbung einzubehalten hätten. Dies wurde nun auf Bund-Länder-Ebene verneint.

Einige Unter­neh­men muss­ten sich bereits im Rah­men von Betriebs­prü­fun­gen mit die­ser The­ma­tik befas­sen bzw. sahen sich bereits Steu­er­nach­for­de­run­gen aus­ge­setzt.

Quellensteuereinbehalt auf Aufwendungen für Onlinewerbung?© Unsplash

Hin­ter­grund des Vor­ge­hens der Finanz­ver­wal­tung war, dass die Bet­rei­ber von Such­ma­schi­nen, sozia­len Netz­wer­ken und ande­ren hoch fre­qu­en­tier­ten Web­sei­ten man­gels inlän­di­scher Ansäs­sig­keit auf die in Deut­sch­land gene­rier­ten Wer­be­um­sätze keine Steu­ern zah­len. Durch einen Quel­len­steue­r­ein­be­halt durch die deut­schen Kun­den die­ser Bet­rei­ber könnte den­noch hier­auf ein Steu­er­auf­kom­men erzielt wer­den.

Etwaige Quel­len­steu­er­zah­lun­gen des Wer­be­kun­den wür­den diese einer beacht­li­chen Mehr­be­las­tung aus­set­zen, da sich die Web­sei­ten-Bet­rei­ber regel­mä­ßig dahin­ge­hend ver­trag­lich absi­chern, dass eine sol­che Quel­len­steuer, sollte sie erho­ben wer­den, vom Wer­be­kun­den zu tra­gen ist und nicht die an den Bet­rei­ber zu entrich­tende Ver­gü­tung min­dert.

Bund und Län­der einig­ten sich nun am 14.3.2019, dass eine sol­che Verpf­lich­tung zum Quel­len­steu­er­ab­zug nicht besteht. Damit kann der­zeit "Ent­war­nung" hin­sicht­lich Ver­gü­tun­gen für Online-Wer­bung gege­ben wer­den.

Hin­weis: Die Dis­kus­sion um eine gerechte Besteue­rung digi­ta­ler Umsätze inter­na­tio­nal täti­ger Unter­neh­men ist damit jedoch noch nicht been­det. Auf EU-Ebene konnte keine Eini­gung erzielt wer­den. Die OECD treibt jedoch ihre Bestands­auf­nahme und Ana­lyse zur Anpas­sung beste­hen­der Besteue­rungs­kon­zepte wei­ter voran.



nach oben