de en
Nexia Ebner Stolz

International

Österreich: Pflicht zur Abführung von Lohnsteuer durch ausländische Arbeitgeber

Bislang waren ausländische Arbeitgeber nur dann zur Abführung österreichischer Lohnsteuer von in Österreich unbeschränkt steuerpflichtigen Arbeitnehmern verpflichtet, wenn eine lohnsteuerliche Betriebsstätte in Österreich bestand.

Seit 1.1.2020 gilt diese Pflicht jedoch auch unab­hän­gig vom Vor­lie­gen einer sol­chen lohn­steu­er­li­chen Betriebs­stätte.

Haben Arbeit­neh­mer eines nicht in Öst­er­reich ansäs­si­gen Arbeit­ge­bers ihren Wohn­sitz oder gewöhn­li­chen Auf­ent­halt in Öst­er­reich, ist der aus­län­di­sche Arbeit­ge­ber auch dann zum Ein­be­halt und zur Abfüh­rung von Lohn­steuer verpf­lich­tet, wenn der Arbeit­neh­mer z. B. in sei­nem Home-Office in Öst­er­reich tätig ist oder seine Tätig­keit darin besteht, Lie­fe­r­an­ten und Kun­den in Öst­er­reich auf­zu­su­chen.

In die­sen Fäl­len ist der aus­län­di­sche Arbeit­ge­ber trotz feh­len­der lohn­steu­er­li­cher Betriebs­stätte bei Lohn­zah­lun­gen in 2020 zur Abfüh­rung der Lohn­steuer verpf­lich­tet. Es genügt somit in die­sen Fäl­len nicht mehr, wenn wie bis­lang der Arbeit­neh­mer diese Ein­künfte im Rah­men sei­ner per­sön­li­chen Steue­r­er­klär­ung angibt und ver­steu­ert.

Hin­weis

Zustän­dig für die Abfüh­rung der Lohn­steuer ist zen­tral das Finanz­amt Graz-Stadt. Sollte der Arbeit­ge­ber bereits in der Ver­gan­gen­heit die Mög­lich­keit genutzt haben, frei­wil­lig einen ent­sp­re­chen­den Lohn­steu­er­ab­zug vor­zu­neh­men, ändert sich inhalt­lich nichts durch die Neu­re­ge­lung. Es sollte aller­dings dar­auf geach­tet wer­den, ob nicht ein Wech­sel der Zustän­dig­keit des Finanzamts ab 2020 zu berück­sich­ti­gen ist.

nach oben