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Keine Reisekosten bei Fahrten zum einzigen Auftraggeber

  • Fahr­ten des Betriebs­in­ha­bers zu sei­nem ein­zi­gen Auf­trag­ge­ber kön­nen nur in Höhe der Ent­fer­nungs­pau­schale berück­sich­tigt wer­den.
  • Die tat­säch­lich ange­fal­le­nen Fahrt­kos­ten sind inso­weit steu­er­lich unbe­acht­lich.
  • Steu­er­li­che Sch­lech­t­er­stel­lung von Betriebs­in­ha­bern gegen­über Arbeit­neh­mern bis 2013!

Fahr­ten des Betriebs­in­ha­bers zwi­schen sei­ner Woh­nung und sei­ner Betriebs­stätte kön­nen - ver­g­leich­bar den Fahr­ten eines Arbeit­neh­mers zwi­schen des­sen Woh­nung und der ers­ten Tätig­keits­stätte bzw. bis 2013 regel­mä­ß­i­gen Arbeits­stätte - nur in Höhe der Ent­fer­nungs­pau­schale steu­er­min­dernd gel­tend gemacht wer­den. Als Betriebs­aus­ga­ben wer­den somit nur 0,30 Euro pro Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter zwi­schen Woh­nung und Betriebs­stätte aner­kannt. Andere betrieb­li­che Fahr­ten des Betriebs­in­ha­bers gel­ten hin­ge­gen als Geschäfts­rei­sen, so dass die dabei anfal­len­den Fahrt­kos­ten in vol­lem Umfang den zu ver­steu­ern­den Gewinn min­dern.

Der BFH kommt mit Urteil vom 22.10.2014 (Az. X R 13/13) zu dem Ergeb­nis, dass regel­mä­ß­ige Fahr­ten eines Betriebs­in­ha­bers zwi­schen sei­nem häus­li­chen Büro und dem Sitz sei­nes ein­zi­gen Auf­trag­ge­bers als Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Betriebs­stätte zu wer­ten sind, so dass für diese Fahr­ten nur die Ent­fer­nungs­pau­schale berück­sich­tigt wer­den kann. Dabei tat­säch­lich ange­fal­lene, über die Ent­fer­nungs­pau­schale hin­aus­ge­hende Kos­ten sind hin­ge­gen steu­er­lich unbe­acht­lich.

Im Streit­fall hatte ein Ein­zel­un­ter­neh­mer im Streit­jahr nur einen Auf­trag­ge­ber, für den er Finanz­buch­hal­tungs- und Lohn­buch­hal­tung­s­tä­tig­kei­ten erbrachte und des­sen EDV-Sys­tem bet­reute. Von die­sem Urteil betrof­fen sein könnte aber z. B. auch ein frei­be­ruf­li­cher Archi­tekt oder Bauin­ge­nieur, der regel­mä­ßig seine ein­zige von ihm geplante und bet­reute Groß­b­au­s­telle auf­sucht.

Mit die­ser Ent­schei­dung weicht das oberste Finanz­ge­richt von der Recht­sp­re­chung eines ande­ren Senats des BFH ab, das zu Fahr­ten eines Arbeit­neh­mers zwi­schen des­sen Woh­nung und sei­ner regel­mä­ß­i­gen Arbeits­stätte ent­schie­den hatte. So kann nach der bis 2013 gel­ten­den Rechts­lage eine regel­mä­ß­ige Arbeits­stätte nur in einer betrieb­li­chen Ein­rich­tung des Arbeit­ge­bers, nicht jedoch in einer betrieb­li­chen Ein­rich­tung eines Kun­den des Arbeit­ge­bers begrün­det wer­den (BFH-Urteil vom 10.7.2008, Az. VI R 21/07). Somit konnte bis 2013 z. B. ein ange­s­tell­ter Archi­tekt, der über kein Büro in den Räu­men sei­nes Arbeit­ge­bers ver­fügte, son­dern viel­mehr täg­lich von sei­ner Woh­nung zu der von ihm bet­reu­ten Groß­b­au­s­telle fuhr, die dabei ange­fal­le­nen Kos­ten als Rei­se­kos­ten steu­er­lich gel­tend machen und war nicht auf den Ansatz der Ent­fer­nungs­pau­schale beschränkt.

Ab 2014 wird diese Ung­leich­be­hand­lung zwi­schen Betriebs­in­ha­ber und Arbeit­neh­mer aller­dings dadurch besei­tigt, dass bei einem Arbeit­neh­mer die Ent­fer­nungs­pau­schale für Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und ers­ter Tätig­keits­stätte anzu­wen­den ist, die exp­li­zit laut gesetz­li­cher Rege­lung auch bei einem vom Arbeit­ge­ber bestimm­ten Drit­ten sein kann. Somit kön­nen ab 2014 sowohl ein Betriebs­in­ha­ber als auch ein Arbeit­neh­mer Fahr­ten zwi­schen der Woh­nung und dem ein­zi­gen Auf­trag­ge­ber bzw. dem Kun­den des Arbeit­ge­bers, sofern dort die erste Tätig­keits­stätte begrün­det ist, nur in Höhe der Ent­fer­nungs­pau­schale gel­tend machen. 

Über Ebner Stolz

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