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Fondsstandortgesetz verabschiedet: Steuerliche Auswirkungen

Das Fonds­stand­ort­ge­setz wurde am 28.05.2021 durch den Bun­des­rat ver­ab­schie­det. Es enthält ne­ben re­gu­la­to­ri­schen Ände­run­gen des Ka­pi­tal­an­la­gen­ge­setz­buchs (KAGB) ei­nige steu­er­li­che Neu­re­ge­lun­gen, die Aus­wir­kun­gen auf deut­sche Wag­nis­ka­pi­tal­fonds, Spe­zial-In­vest­ment­vermögen und Grundstücks­un­ter­neh­men ha­ben.

Die steu­er­li­chen Neu­re­ge­lun­gen be­inhal­ten u. a.:

  • Die Ver­wal­tung von Wag­nis­ka­pi­tal­fonds ist ab dem 01.07.2021 um­satz­steu­er­frei (§ 4 Nr. 8 Buchst. h UStG). Der Be­griff des Wag­nis­ka­pi­tal­fonds wird nicht wei­ter erläutert. Dem Ver­neh­men nach soll das BMF den Be­griff in einem Schrei­ben kon­kre­ti­sie­ren. Es ist im Ein­zel­fall zu un­ter­su­chen, ob ein In­vest­ment­ve­hi­kel als Wag­nis­ka­pi­tal­fonds qua­li­fi­ziert und da­mit des­sen Ver­wal­tung um­satz­steu­er­frei ist.

  • Spe­zial-In­vest­ment­vermögen i. S. d. § 26 In­vStG dürfen ab 02.08.2021 in In­fra­struk­tur-Pro­jekt­ge­sell­schaf­ten nach § 1 Abs. 19 Nr. 23a KAGB (bis zu 100 %) und ab Ände­rung des In­vStG in Kryp­to­werte i. S. d. § 1 Abs. 11 Satz 4 KWG (bis zu 20 %) in­ves­tie­ren. Außer­dem wird ab 02.08.2021 eine Im­mo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung von bis zu 60 % (der­zeit 50 %) des Ver­kehrs­wer­tes er­laubt. In Be­zug auf In­fra­struk­tur-Son­der­vermögen er­fol­gen keine wei­te­ren An­pas­sun­gen des In­vStG, so dass die all­ge­mei­nen in­vest­ment­steu­er­li­chen Re­ge­lun­gen auf In­fra­struk­tur-Son­der­vermögen als Al­ter­na­ti­ver In­vest­ment­fonds an­zu­wen­den sind (Im­mo­bi­li­en­teil­frei­stel­lung bzw. Ak­ti­en­frei­stel­lung je nach Struk­tu­rie­rung frag­lich, keine ak­tive un­ter­neh­me­ri­sche Be­wirt­schaf­tung er­laubt).

  • Grundstücks­un­ter­neh­men können die er­wei­terte ge­wer­be­steu­er­li­che Kürzung in An­spruch neh­men, auch wenn sie - in Ver­bin­dung mit der Ver­wal­tung und Nut­zung von ei­ge­nem Grund­be­sitz un­ter­ge­ord­nete (10 % der Ge­samt­ein­nah­men) - Ein­nah­men aus der Lie­fe­rung von Strom aus dem Be­trieb von En­er­gie­er­zeu­gungs­an­la­gen (z. B. Pho­to­vol­taik) oder La­de­sta­tio­nen für Elek­tro-PKW oder -Fahrräder er­zie­len (§ 9 Nr. 1 Satz 3 GewStG). Die Lie­fe­rung des Stroms darf nur in das Netz, an Mie­ter oder für den Selbst­ver­brauch er­fol­gen. Die Re­ge­lung gilt mit In­kraft­tre­ten des Fonds­stand­ort­ge­set­zes.

Auch sol­len Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen durch Neu­re­ge­lun­gen im Fonds­stand­ort­ge­setz at­trak­ti­ver wer­den. Mehr dazu fin­den Sie hier.

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