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Im Rahmen mehrerer Einkunftsarten genutztes häusliches Arbeitszimmer

BFH 25.4.2017, VIII R 52/13

Der den Betriebsausgabenabzug von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer auf 1.250 € beschränkende Höchstbetrag ist bei der Nutzung eines häuslichen Arbeitszimmers im Rahmen mehrerer Einkunftsarten nicht nach den zeitlichen Nutzungsanteilen in Teilhöchstbeträge aufzuteilen.

Der Sach­ver­halt:
Der Klä­ger war im Streit­jahr 2008 ver­hei­ra­tet und wurde mit sei­ner dama­li­gen Ehe­frau zusam­men zur Ein­kom­men­steuer ver­an­lagt. Die gemein­sa­men Kin­der waren im Streit­jahr min­der­jäh­rig. Der Klä­ger nutzte ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer sowohl für seine nicht­selb­stän­dige Tätig­keit, für die ihm ein ande­rer Arbeits­platz zur Ver­fü­gung stand, als auch für eine frei­be­ruf­li­che schrift­s­tel­le­ri­sche Tätig­keit. Für diese Tätig­keit stand ihm kein ande­rer Arbeits­platz zur Ver­fü­gung, so dass inso­weit die Abzugs­vor­aus­set­zun­gen für einen beschränk­ten Betriebs­aus­ga­ben­ab­zug vor­la­gen.

Der Klä­ger machte Betriebs­aus­ga­ben für das häus­li­che Arbeits­zim­mer i.H.d. Höchst­be­trags von 1.250 € gem. § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 6b EStG i.d.F. des JStG 2010 bei sei­nen Ein­künf­ten aus selb­stän­di­ger Arbeit gel­tend, die das Finanz­amt im Rah­men der Ein­spruchs­ent­schei­dung ins­ge­s­amt nicht zum Abzug zuließ. Das FG ging von einer jeweils hälf­ti­gen Arbeits­zim­mer­nut­zung aus und gewährte dem Klä­ger für die durch die frei­be­ruf­li­che Tätig­keit ent­stan­de­nen Arbeits­zim­mer­kos­ten ledig­lich die Hälfte des Höchst­be­tra­ges von 1.250 € (= 625 €). Auf die Revi­sion des Klä­gers hob der BFH das Urteil in die­sem Punkt auf und gab der Klage antrags­ge­mäß statt.

Gründe:
Das FG hatte rechts­feh­ler­haft ent­schie­den, dass dem Klä­ger nur ein Betriebs­aus­ga­ben­ab­zug von Auf­wen­dun­gen für das häus­li­che Arbeits­zim­mer i.H.v. 625 € zusteht.

Die für das häus­li­che Arbeits­zim­mer getra­ge­nen Auf­wen­dun­gen sind zunächst ent­sp­re­chend den tat­säch­li­chen Nut­zung­s­an­tei­len auf die ver­schie­de­nen Ein­nah­me­qu­el­len und Ein­künfte auf­zu­tei­len, unab­hän­gig davon, ob die Auf­wen­dun­gen im Rah­men die­ser Ein­kunfts­art dem Grunde nach abzugs­fähig sind. Lie­gen die Vor­aus­set­zun­gen für den beschränk­ten Betriebs­aus­ga­ben­ab­zug im Rah­men der Arbeits­zim­mer­nut­zung ledig­lich für eine Ein­kunfts­art (im Streit­fall für die frei­be­ruf­li­che Tätig­keit) vor, kommt eine Auf­tei­lung des Höchst­be­trags i.H.v. 1.250 € unter Bil­dung von Teil­höchst­be­trä­gen für die ver­schie­de­nen Ein­kunfts­ar­ten nicht in Betracht. Sch­ließ­lich ist der Höchst­be­trag nicht ein­künf­te­be­zo­gen zu ver­ste­hen und nicht auf­zu­tei­len und den jewei­li­gen Nut­zun­gen im Rah­men der ver­wir­k­lich­ten Ein­kunfts­ar­ten in Teil­höchst­be­trä­gen zuzu­ord­nen.

Viel­mehr kann der Steu­erpf­lich­tige die dem Grunde nach abzugs­fähi­gen und auf ver­schie­dene Ein­kunfts­ar­ten ent­fal­len­den Auf­wen­dun­gen ins­ge­s­amt bis zum Höchst­be­trag von 1.250 € abzie­hen. Ent­fällt wie im Streit­fall die Arbeits­zim­mer­nut­zung antei­lig auf eine Ein­kunfts­art, im Rah­men derer dem Steu­erpf­lich­ti­gen kein ande­rer Arbeits­platz zur Ver­fü­gung steht, kann er daher die antei­lig hier­auf ent­fal­len­den Auf­wen­dun­gen bis zur Höhe von max. 1.250 € als Betriebs­aus­ga­ben abzie­hen.

Link­hin­weis:

  • Der Voll­text der Ent­schei­dung ist auf der Home­page des BFH ver­öf­f­ent­licht.
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