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Steuerberatung

Im Home Office während der Corona-Pandemie

Das häusliche Arbeitszimmer hat durch die Corona-Pandemie für viele Arbeitnehmer enorm an Bedeutung gewonnen. Allerdings können Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nur unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich zum Abzug gebracht werden.

Die grund­sätz­li­che Abzieh­bar­keit von Auf­wen­dun­gen für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer als Betriebs­aus­ga­ben bzw. Wer­bungs­kos­ten regelt § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG. Vor­aus­set­zung für den Abzug ist, dass dem Steu­erpf­lich­ti­gen kein ande­rer Arbeits­platz zur Ver­fü­gung steht. Ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer ist nur gege­ben, wenn es sich um ein sepa­ra­tes, räum­lich abge­sch­los­se­nes Zim­mer han­delt. Eine Arbeits­e­cke, ein Sch­reib­tisch im Wohn- oder Ess­zim­mer oder ein zum Bür­o­platz umfunk­tio­nier­ter Ess- oder Wohn­zim­mer­tisch sind des­halb kein häus­li­ches Arbeits­zim­mer. Auch ein blo­ßer Durch­gang ohne eigene Türen oder ein nur durch Raum­t­ren­ner abge­g­renz­ter Bereich ist kein häus­li­ches Arbeits­zim­mer. Ist ein Abzug der Kos­ten dem Grunde nach mög­lich, ist für die Ermitt­lung der Höhe der abzieh­ba­ren Kos­ten zwi­schen grund­stücks­o­ri­en­tier­ten Auf­wen­dun­gen (wie AfA, Schuld­zin­sen, Grund­steuer) und nut­zungs­o­ri­en­tier­ten Auf­wen­dun­gen (wie Ener­gie- und Rei­ni­gungs­kos­ten, Reno­vie­rungs­kos­ten) zu unter­schei­den. Steu­er­lich berück­sich­tigt wer­den Auf­wen­dun­gen maxi­mal bis zu einem Betrag von jähr­lich 1.250 Euro, es sei denn, das Arbeits­zim­mer bil­det den Mit­tel­punkt der gesam­ten betrieb­li­chen und beruf­li­chen Tätig­keit. Dar­über hin­aus kann der Arbeit­neh­mer natür­lich Auf­wen­dun­gen für Arbeits­mit­tel nach all­ge­mei­nen Grund­sät­zen in sei­ner Ver­an­la­gung zur Ein­kom­men­steuer als Wer­bungs­kos­ten gel­tend machen. Dies ist unab­hän­gig von der steu­er­li­chen Ein­or­dung des Home-Offices als häus­li­ches Arbeits­zim­mer.

Davon zu unter­schei­den ist der Ersatz von Aus­la­gen durch den Arbeit­ge­ber, der unter den nach­fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen nach § 3 Nr. 50 EStG steu­er­f­rei erstat­tet wer­den kann:

  • Der Arbeit­neh­mer tätigt Aus­ga­ben im ganz über­wie­gen­den Inter­esse des Arbeit­ge­bers
  • Sie dür­fen nicht zur Berei­che­rung des Arbeit­neh­mers füh­ren
  • Die Aus­ga­ben dür­fen beim Arbeit­neh­mer nicht als Wer­bungs­kos­ten abzieh­bar sein (Bsp.: Erstat­tung von Auf­wen­dun­gen für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer)

Der steu­er­f­reie Aus­la­gen­er­satz ist z. B. für anfal­lende Betriebs­kos­ten für die ein­ge­setz­ten Arbeits­mit­tel, wie Strom und Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­kos­ten zuläs­sig, aller­dings nur, wenn die auf die beruf­li­che Nut­zung ent­fal­len­den Betriebs­kos­ten in Form von Ein­zel­be­le­gen nach­ge­wie­sen wer­den. Aus­nahms­weise ist ein pau­scha­lier­ter Ersatz auch dann steu­er­f­rei, wenn die Pau­schale auf­grund genauer Abrech­nun­gen der letz­ten drei Monate berech­net und reprä­sen­ta­tiv auf­ge­zeich­net wird. Als Nach­weis für den steu­er­f­reien Aus­la­gen­er­satz sind die ent­sp­re­chen­den Belege im Lohn­konto auf­zu­zeich­nen.

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