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Hewlett Packard: Buchstaben HP als Unionsmarke eintragbar

EuG 24.4.2018, T-207/17 u.a.

Hew­lett Pa­ckard kann das Wort­zei­chen HP und ein Bild­zei­chen, das die weißen Klein­buch­sta­ben h und p in einem dunk­len Kreis zeigt, als Uni­ons­mar­ken ein­tra­gen las­sen. Es kann nicht ge­ne­rell da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass eine Marke be­schrei­bend ist, nur weil sie aus einem oder zwei Buch­sta­ben be­steht.

Der Sach­ver­halt:
In den Jah­ren 1996 und 2009 be­an­tragte die ame­ri­ka­ni­sche Ge­sell­schaft HP Hew­lett Pa­ckard Group beim Amt der Eu­ropäischen Union für geis­ti­ges Ei­gen­tum (EU­IPO) mit Er­folg die Ein­tra­gung des Wort­zei­chens HP und ei­nes Bild­zei­chens als Uni­ons­mar­ken für ver­schie­dene Wa­ren und Dienst­leis­tun­gen (dar­un­ter u. a. Pa­tro­nen und Dru­cker). Das Zei­chen zeigt die klein ge­schrie­be­nen weißen Buch­sta­ben hp in einem dunk­len Kreis.

Im Jahr 2015 be­an­tragte die pol­ni­sche Ge­sell­schaft Se­ne­tic, diese Ein­tra­gun­gen u.a. des­halb für nich­tig zu erklären, weil die frag­li­chen Mar­ken be­schrei­bend und nicht un­ter­schei­dungskräftig seien. Das EU­IPO wies die Anträge von Se­ne­tic auf Nich­ti­gerklärung zurück. Se­ne­tic be­an­tragte dar­auf­hin beim EuG, die Ent­schei­dun­gen des EU­IPO auf­zu­he­ben.

Das EuG wies die Kla­gen ab. Ge­gen die Ent­schei­dung des EuG kann in­ner­halb von zwei Mo­na­ten nach ih­rer Zu­stel­lung ein auf Rechts­fra­gen be­schränk­tes Rechts­mit­tel beim EuGH ein­ge­legt wer­den.

Die Gründe:
Hew­lett Pa­ckard kann das Wort­zei­chen HP und das streit­ge­genständ­li­che Bild­zei­chen als Uni­ons­mar­ken ein­tra­gen las­sen.

Zu dem Ar­gu­ment, dass die strei­ti­gen Mar­ken, die sich aus zwei Buch­sta­ben (H und P) zu­sam­men­setz­ten, rein be­schrei­bend seien, weil Zei­chen mit zwei Buch­sta­ben häufig dazu ver­wen­det würden, die frag­li­chen Wa­ren und Dienst­leis­tun­gen aus dem Tech­nik­be­reich zu be­schrei­ben, ist fest­zu­stel­len, dass nicht ge­ne­rell da­von aus­ge­gan­gen wer­den kann, dass eine Marke be­schrei­bend ist, nur weil sie aus einem oder zwei Buch­sta­ben be­steht. An­hand der von Se­ne­tic vor­ge­leg­ten Be­lege lässt sich kein hin­rei­chend un­mit­tel­ba­rer und kon­kre­ter Zu­sam­men­hang zwi­schen dem Zei­chen HP und den frag­li­chen Wa­ren und Dienst­leis­tun­gen fest­stel­len.

Zum Vor­brin­gen, dass die strei­ti­gen Mar­ken aus nicht un­ter­schei­dungskräfti­gen Be­stand­tei­len zu­sam­men­ge­setzt seien, ist wei­ter­hin fest­zu­hal­ten, dass die Kom­bi­na­tion der bei­den die strei­ti­gen Mar­ken bil­den­den Buch­sta­ben nicht häufig be­nutzt wird und auch nicht bloß als eine An­gabe ohne Un­ter­schei­dungs­kraft wahr­ge­nom­men wird, zu­mal das Zei­chen HP von den maßgeb­li­chen Ver­kehrs­krei­sen als Hin­weis auf die Na­men Hew­lett und Pa­ckard, die Fa­mi­li­en­na­men der Un­ter­neh­mensgründer, ver­stan­den wer­den kann.

Im Übri­gen hat Se­ne­tic nicht nach­ge­wie­sen, dass Hew­lett Pa­ckard da­von Kennt­nis hatte, dass Se­ne­tic oder sons­tige Dritte be­stimmte der frag­li­chen Wa­ren und Dienst­leis­tun­gen un­ter einem ähn­li­chen oder iden­ti­schen Zei­chen ver­mark­te­ten. Außer­dem geht aus den Ak­ten her­vor, dass Se­ne­tic nicht nach­ge­wie­sen hat, dass zum Zeit­punkt der An­mel­dung der strei­ti­gen Mar­ken ein Drit­ter tatsäch­lich iden­ti­sche oder ähn­li­che Zei­chen für die Ver­mark­tung sei­ner Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen be­nutzte. Im Übri­gen hat Se­ne­tic auch nicht näher an­ge­ge­ben, um wel­chen Drit­ten, wel­ches Zei­chen und wel­che Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen es sich ge­han­delt ha­ben soll.

Link­hin­weis:

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