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Finanzierer und Manager diskutieren beim 2. Branchendialog

„Die ein­zige Kon­stante ist die Verände­rung.“ Mit die­sem Apho­ris­mus des Phi­lo­so­phen He­ra­klit eröff­nete An­dreas Schüren, Ma­na­ging Part­ner bei Eb­ner Stolz Ma­nage­ment Con­sul­tants, den 2. Bran­chen­dia­log Agrar & Ernährung für Fi­nan­zie­rer am 10.9.2014 in Düssel­dorf.

Im Mit­tel­punkt der Ver­an­stal­tung stand die akut größte Her­aus­for­de­rung der Bran­che: die enor­men Umwälzun­gen – ver­ur­sacht un­ter an­de­rem durch neue re­gu­la­to­ri­sche Rah­men­be­din­gun­gen, die fort­schrei­tende Ver­ti­ka­li­sie­rung, in­ter­na­tio­nale Wachs­tums­stra­te­gien, den stei­gen­den Kon­so­li­die­rungs­druck und die jüngste Ent­schei­dungs­pra­xis des Bun­des­kar­tell­am­tes. Die­ses verhängte zu­letzt Bußgelder in Re­kordhöhe ge­gen Le­bens­mit­tel­pro­du­zen­ten. Nach den Zu­cker­her­stel­lern und den Bier­brau­ern traf es die Wurst­in­dus­trie.

Wie groß der Ge­sprächs­be­darf ist, zeigte die hohe Teil­neh­mer­zahl der Ver­an­stal­tung: Rund 130 Gäste wa­ren der Ein­la­dung ge­folgt, dar­un­ter Top-Ent­schei­der der Fi­nanz­wirt­schaft und führende Ma­na­ger so­wie In­si­der der Bran­che. „Da­mit brin­gen wir als ei­ner der führen­den Be­ra­ter die­ser In­dus­trie die wich­tigs­ten Player zu­sam­men. Wir bie­ten ih­nen eine Platt­form zum Dia­log mit Blick auf die ge­samte Wert­schöpfungs­kette“, be­schreibt Schüren das Ziel der Ver­an­stal­tung. Da­her hiel­ten er und die an­de­ren Eb­ner-Stolz-Ex­per­ten sich auch be­wusst mit Vorträgen zurück und über­ließen die Bühne den Red­nern aus der Pra­xis.

Ei­ner der Re­fe­ren­ten war Hart­wig Fuchs, CEO bei Nord­zu­cker. In sei­nem Vor­trag ging er vor al­lem auf die dra­ma­ti­schen Verände­run­gen durch das Aus­lau­fen der eu­ropäischen Zu­cker­markt­ord­nung im Sep­tem­ber 2017 ein. Da­mit ha­ben Quo­ten­re­ge­lun­gen und Rüben­min­dest­preise ein Ende. So ent­steht ein freier Markt mit neuen Chan­cen für den Ex­port und die In­ter­na­tio­na­li­sie­rung der Un­ter­neh­men. Die Kehr­seite ist laut Fuchs eine zu­neh­mende Kon­so­li­die­rung.

Ein ho­her Kon­so­li­die­rungs­druck ist auch im Markt der al­ko­hol­freien Getränke spürbar. Dies zeigte der Vor­trag von Hans-Diet­rich Kühl, Ge­schäftsführer des Saft­pro­du­zen­ten A. Dohrn & A. Timm. Vor al­lem die Han­dels­mar­ken mi­schen ak­tu­ell mit ho­hem Wer­be­druck den Markt auf und wer­den laut Kühl ihre Po­si­tion noch wei­ter aus­bauen. Wachs­tums­chan­cen sieht er vor al­lem in den Seg­men­ten Bio, Di­rekt­saft und gekühlte Säfte.

Im Fleisch­markt liegt die zen­trale Her­aus­for­de­rung in einem Zwie­spalt: Auf­grund stren­ge­rer Re­geln zum Tier­wohl und zur Trans­pa­renz der Pro­duk­tion stei­gen die Kos­ten, während die Ver­brau­cher beim Kauf nach wie vor primär auf den Preis schauen. Cars­ten Schruck, CFO von West­fleisch, sieht den Aus­weg vor al­lem in der Er­rei­chung von Kos­tenführer­schaft, zum Bei­spiel durch die Stei­ge­rung von Ef­fi­zi­enz und tech­no­lo­gi­sche In­no­va­tio­nen.

Wie In­no­va­tio­nen in der Le­bens­mit­tel­in­dus­trie er­folg­reich kom­po­niert wer­den, erläuterte Ma­thias Mai­worm, Ge­schäftsführer von DP Supply, eine Ge­sell­schaft, spe­zia­li­siert auf die Ent­wick­lung, Pro­duk­tion und Ver­mark­tung von In­gre­di­en­zien. Seine Bot­schaft: In­no­va­tion ist keine Frage des Bud­gets, son­dern ent­steht in den Köpfen. Da­her sei es wich­tig, ein Klima der In­no­va­tion im Un­ter­neh­men zu eta­blie­ren, bei dem alle Mit­ar­bei­ter – vom Einkäufer bis zum Pfört­ner – ein­ge­bun­den wer­den.

Zum Ende des Events gab Jo­hann Brück, Part­ner der Kanz­lei Her­manns Wag­ner Brück, einen Ex­kurs ins Kar­tell­recht. Da­bei erläuterte er die jüngs­ten Ent­schei­dun­gen des Bun­des­kar­tell­am­tes und aus sei­nen Er­fah­run­gen mit Sett­le­ments in Bußver­fah­ren lei­tete er Hand­lungs­op­tio­nen für Un­ter­neh­men ab. Mit die­sem wie auch mit den an­de­ren Vorträgen wurde vor al­lem ei­nes deut­lich, wie Nord­zu­cker-Chef Hart­wig Fuchs tref­fend mit den Worten Mi­chail Gor­bat­schows resümierte: „Ge­fah­ren war­ten nur auf die­je­ni­gen, die nicht auf das Le­ben rea­gie­ren.“

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