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Ausweitung der CSR-Berichterstattungspflicht auf alle Großunternehmen

Bisher waren nur sog. PIE-Unternehmen betroffen. Ab dem Geschäftsjahr 2023 soll die CSR-Berichterstattungspflicht für alle großen Kapitalgesellschaften und Konzerne gelten.

Die Euro­päi­sche Kom­mis­sion hat am 21.04.2021 ein umfas­sen­des Maß­nah­men­pa­ket ange­nom­men, um ver­stärkt finan­zi­elle Mit­tel in nach­hal­tige Akti­vi­tä­ten zu len­ken. Die Maß­nah­men umfas­sen u. a. den schon län­ger erwar­te­ten Richt­li­ni­en­vor­schlag zur CSR-Berich­t­er­stat­tung der Unter­neh­men, die dele­gierte Ver­ord­nung zur EU-(Klima)Taxo­no­mie sowie sechs wei­tere dele­gierte Ände­rungs­rechts­akte zur Anlage- und Ver­si­che­rungs­be­ra­tung von Ban­ken und Ver­si­che­run­gen.

Ziel der neuen CSR-Richt­li­nie ist eine ver­läss­li­che, kon­sis­tente und ver­g­leich­bare Nach­hal­tig­keits­be­rich­t­er­stat­tung mit Rele­vanz für alle Inves­to­ren und sons­tige Sta­ke­hol­der.

Hierzu sieht der Vor­schlag der Kom­mis­sion die Ver­ab­schie­dung von nach­hal­tig­keits­be­zo­ge­nen Berichts­stan­dards sowie eine Aus­wei­tung der Berich­t­er­stat­tungspf­licht auf alle Groß­un­ter­neh­men und bör­sen­no­tierte Unter­neh­men vor (aus­ge­nom­men sog. Mikro-Unter­neh­men). Als Groß­un­ter­neh­men gel­ten dabei alle gro­ßen Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten und Per­so­nen­han­dels­ge­sell­schaf­ten ohne natür­li­che Per­son als per­sön­lich haf­ten­den Gesell­schaf­ter, die zwei der drei fol­gen­den Merk­male über­sch­rei­ten:

  • Bilanz­summe: EUR 20 Mio.
  • Umsatz­er­löse: EUR 40 Mio.
  • 250 Mit­ar­bei­ter.

Die nach­hal­tig­keits­be­zo­gene Berich­t­er­stat­tungspf­licht gilt ana­log für alle Kon­zern­ab­schlüsse und soll ab dem Geschäfts­jahr 2023 grei­fen.

Laut EU-Kom­mis­sion steigt damit die Berichtspf­licht auf rd. 50.000 Unter­neh­men sowie Ban­ken und Ver­si­che­run­gen in der EU. Eine Pflicht zur prü­fe­ri­schen Durch­sicht ist ebenso vor­ge­se­hen wie eine digi­tale Berich­t­er­stat­tung („tag­ging“ ana­log ESEF). Berich­t­er­stat­tungs­stan­dards und -pflich­ten für kleine und mit­tel­große Gesell­schaf­ten wer­den fol­gen.

Die EU-Taxo­no­mie ist der­zeit nur für bör­sen­no­tier­ten Unter­neh­men mit mehr als 500 Mit­ar­bei­ter verpf­lich­tend, die nach dem der­zei­ti­gen Rechts­stand ihre nicht­fi­nan­zi­elle Berich­t­er­stat­tung für das Jahr 2021 ergän­zen müs­sen um Anga­ben zu Umsatz­er­lö­sen, Inves­ti­ti­ons­aus­ga­ben (Capex) und Betriebs­aus­ga­ben (Opex), die als „öko­lo­gisch nach­hal­tig“ anzu­se­hen sind. Die nun ange­nom­mene dele­gierte Ver­ord­nung zur EU-Taxo­no­mie umfasst die Bewer­tungs­kri­te­rien für die öko­lo­gi­sche Nach­hal­tig­keit von Akti­vi­tä­ten im Hin­blick auf die Errei­chung der Umwelt­ziele. Diese umfas­sen zum einen den Kli­ma­schutz sowie zum ande­ren die Anpas­sung an den Kli­ma­wan­del. Die Bewer­tungs­kri­te­rien für die vier wei­te­ren Umwelt­ziele der EU-Taxo­no­mie wer­den bis zum Jah­re­s­ende erwar­tet. Ab dem Berichts­jahr 2023 sind die vor­ge­nann­ten Anga­ben auch für alle nicht-bör­sen­no­tier­ten Groß­un­ter­neh­men verpf­lich­tend, die unter die neue CSR-Richt­li­nie fal­len.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen fin­den Sie hier.

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