de en
Nexia Ebner Stolz

Presse

Erfolgreich das Arbeitszimmer bei der Steuer absetzen

Der Aufwand für das heimische Büro lässt sich durch Vermietung an den Arbeitgeber in voller Höhe als Werbungskosten absetzen.

Das häus­li­che Arbeits­zim­mer ist steu­er­lich nur noch dann in vol­ler Höhe absetz­bar, wenn es den Mit­tel­punkt der beruf­li­chen Tätig­keit dar­s­tellt. Beschränkt auf 1.250 Euro jähr­lich lässt sich der Auf­wand steu­er­lich berück­sich­ti­gen, wenn kein ande­rer Arbeits­platz als in der eige­nen Woh­nung zur Ver­fü­gung steht. Die Kanz­lei Ebner Stolz Mön­ning Bachem aus Stutt­gart weist dar­auf hin, dass diese gesetz­li­che Ein­schrän­kung dann nicht greift und damit ein vol­ler Ansatz aller Kos­ten für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer gelingt, wenn der Arbeit­neh­mer das hei­mi­sche Büro an sei­nen Arbeit­ge­ber ver­mie­tet.
Ist zumin­dest teil­weise oder in der Frei­zeit Arbeit von zu Hause aus zu erle­di­gen, bie­tet sich eine Ver­ein­ba­rung mit dem Arbeit­ge­ber an, wonach der Arbeit­neh­mer das hei­mi­sche Büro an sei­nen Arbeit­ge­ber gegen eine Nut­zungs­pau­schale ver­mie­tet. Ein sol­cher Miet­ver­trag kann ent­we­der gleich im Rah­men der Ein­stel­lung oder anläss­lich von Gehalts­ver­hand­lun­gen gesch­los­sen wer­den. „Für den dadurch erreich­ten Steu­er­vor­teil lohnt es sich oft, auf eine Gehalts­er­höh­ung zu ver­zich­ten oder vor Antritt einer neuen Stelle statt Gehalt Miete zu ver­lan­gen“, erläu­tert Steu­er­be­ra­te­rin Ste­fa­nie Peter von Ebner Stolz Mön­ning Bachem. Nach einem aktu­el­len Beschluss des Bun­des­fi­nanz­hofs las­sen sich dann auch die antei­li­gen Kos­ten, die auf die Gemein­schafts­flächen ent­fal­len, zusam­men mit dem Büro in den eige­nen vier Wän­den abset­zen, sofern der Miet­ver­trag mit dem Chef diese auch umfasst (Az. IX B 131/11). Finanz­beamte erken­nen einen Miet­ver­trag zwi­schen Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer an, wenn er im über­wie­gen­den Inter­esse des Arbeit­ge­bers gesch­los­sen wurde. Dann wird das Arbeits­zim­mer als betrieb­li­ches „Home-Office“ ein­ge­stuft. Nur wenn der Abschluss der Ver­ein­ba­rung im wirt­schaft­li­chen Inter­esse des Arbeit­neh­mers liegt, stel­len die Miet­zah­lun­gen Gehalt dar und unter­lie­gen der Lohn­steuer. In die­sem Fall lässt sich das hei­mi­sche Büro auch nicht mehr bei den Wer­bungs­kos­ten abset­zen. Das luk­ra­tive Geschäft gelingt dann, wenn etwa im Unter­neh­men kein geeig­ne­tes Arbeits­zim­mer vor­han­den ist, der Betrieb Räume auch von ande­ren Mit­ar­bei­tern anmie­tet oder zu unüb­li­chen Zei­ten Arbeit am PC anfällt und diese dann von zu Hause aus erle­digt wer­den muss. Die Miete muss dabei noch nicht ein­mal in der orts­üb­li­chen Höhe ver­ein­bart sein. Sind diese Bedin­gun­gen erfüllt, dekla­riert der Arbeit­neh­mer Ein­künfte aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung und stellt die­sen Ein­nah­men sämt­li­che auf das Büro ent­fal­lende Kos­ten gegen­über. Das reicht von Strom über Hei­zung und Ver­si­che­run­gen bis zu Rei­ni­gung und Müll­ab­fuhr. Eigen­tü­mer mach­ten zusätz­lich die antei­lige Gebäu­de­ab­sch­rei­bung sowie die Schuld­zin­sen, Mie­ter ihre antei­li­gen monat­li­chen Miet­zah­lun­gen gel­tend. Letzt­lich kommt es bei einer der­ar­ti­gen Gestal­tung meist zu hohen nega­ti­ven Ein­künf­ten, die mit ande­ren Ein­nah­men wie Lohn oder Zin­sen ver­rech­net wer­den kön­nen. „Auch wenn auf Dauer nur Ver­luste anfal­len, akzep­tiert der Fis­kus die roten Zah­len“, weiß die Exper­tin. Zah­len Arbeit­ge­ber ihren Arbeit­neh­mern jedoch eine pau­schale Nut­zungs­ver­gü­tung für das häus­li­che Arbeits­zim­mer auf­grund der Betriebs­ve­r­ein­ba­rung, aner­kennt dies der Fis­kus nicht als gül­ti­gen Miet­ver­trag. In die­sem Fall kann der Arbeit­neh­mer das Arbeits­zim­mer nur dann steu­er­lich berück­sich­ti­gen, wenn er darin über­wie­gend tätig wird. „Wich­tig ist also ein indi­vi­du­ell gesch­los­se­ner Miet­ver­trag zwi­schen Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer“, betont Peter.
Diese Pres­se­mit­tei­lung mit 2.971 Zei­chen (ohne Über­schrif­ten) steht Ihnen zur freund­li­chen Ver­fü­gung.
Für eine Mit­tei­lung über das Erschei­nen des vor­ge­nann­ten Arti­kels in Ihrer Zei­tung wären wir Ihnen dank­bar. 
nach oben