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Drohende Nacherhebungen für Einfuhren aus der Türkei

Warenverkehrsbescheinigungen, die nach dem neuen elektronischen Verfahren in der Türkei ohne Unterschrift ausgestellt wurden, werden von den Zollbehörden in der EU nicht akzeptiert.

Der dro­hende Han­dels­krieg zwi­schen den USA, der EU und China ist in aller Munde. Aller­dings machen sich die Staa­ten auch inn­er­halb des Euro­päi­schen Kon­tin­ents das wirt­schaft­li­che Zusam­men­le­ben teil­weise unnö­tig schwer, wie die jüngs­ten Ent­wick­lun­gen zwi­schen der EU und der Tür­kei zei­gen.

In der Tür­kei wurde vor kur­zer Zeit ein neues elek­tro­ni­sches Ver­fah­ren zur Bean­tra­gung und Aus­stel­lung von Waren­ver­kehrs­be­schei­ni­gun­gen (A.TR, EUR. 1, EUR-MED) ein­ge­führt. Durch diese Neue­rung wer­den die Doku­mente nicht mehr durch eine aus­s­tel­lende Per­son der tür­ki­schen Zoll­be­hör­den unter­zeich­net. Die Euro­päi­sche Kom­mis­sion hat ihrer­seits, im Ein­ver­neh­men mit den Mit­g­lied­staa­ten, fest­ge­s­tellt, dass diese neuen Beschei­ni­gun­gen bei Anträ­gen auf Prä­fe­renz­be­hand­lung nicht aner­kannt wer­den kön­nen. Die Zoll­be­hör­den in der EU wei­sen die Wirt­schafts­be­tei­lig­ten dar­auf­hin, dass eine Prä­fe­renz­be­hand­lung von Waren, die aus der Tür­kei ein­ge­führt wer­den, nur mit einer, von den Zoll­be­hör­den und dem Aus­füh­rer, unter­zeich­ne­ten Waren­ver­kehrs­be­schei­ni­gung bean­tragt wer­den kann.

Die Haupt­zoll­äm­ter wer­den rück­wir­kend für Ein­fuh­ren aus der Tür­kei ab dem 24.4.2018 eine Über­prü­fung der Zol­lan­mel­dun­gen durch­füh­ren und bei Mis­sach­tung des Unter­schrif­ten­er­for­der­nis­ses ein Nach­er­he­bungs­ver­fah­ren ein­lei­ten. Für Ein­füh­rer besteht die Mög­lich­keit die feh­lende Unter­schrift vom zustän­di­gen Zoll­amt in der Tür­kei nach­tra­gen zu las­sen oder eine unter­schrie­bene neue Beschei­ni­gung vor­zu­le­gen.

Um Nach­er­he­bun­gen zu ver­mei­den, soll­ten deut­sche Importeure ihre Unter­la­gen auf die erfor­der­li­che Unter­schrift über­prü­fen und diese gege­be­nen­falls nach­träg­lich ein­ho­len. Für die Zukunft gilt es sicher­zu­s­tel­len, dass diese vor­han­den ist.



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