de en
Nexia Ebner Stolz

Wirtschaftsprüfung

Corona-Pandemie: Ereignisse nach dem Bilanzstichtag nach IFRS

Die globale Situation verändert sich insbesondere angesichts der Corona-Pandemie rasant. Unternehmen sollten daher die Regelungen des IAS 10 Ereignisse nach der Berichtsperiode berücksichtigen.

Dazu ist zwi­schen berück­sich­ti­gungspf­lich­ti­gen und nicht zu berück­sich­ti­gen­den Ereig­nis­sen nach dem Abschluss­stich­tag, jedoch vor dem Datum, an dem der Abschluss zur Ver­öf­f­ent­li­chung geneh­migt wird, zu unter­schei­den.

Betrof­fene Unter­neh­men soll­ten fol­g­lich prü­fen, ob die neu­es­ten Ent­wick­lun­gen mehr Infor­ma­tio­nen über die Umstände zum Bilanz­stich­tag lie­fern kön­nen. Auch Ereig­nisse, die mehr Infor­ma­tio­nen über die Ver­b­rei­tung des Coro­na­vi­rus und den damit ver­bun­den Kos­ten lie­fern, könn­ten berück­sich­ti­gungspf­lich­tig sein. Andere Ereig­nisse, wie z. B. die Ankün­di­gung oder Ver­ab­schie­dung neuer Maß­nah­men zur Kon­trolle und Ein­däm­mung des Coro­na­vi­rus oder vom Unter­neh­men getrof­fe­ner Ent­schei­dun­gen dürf­ten regel­mä­ßig nicht berück­sich­ti­gungspf­lich­tig sein. Sofern diese Ereig­nisse jedoch für den Jah­res­ab­schluss wesent­lich sind, bedarf es deren Offen­le­gung im Anhang.

Die Dif­fe­ren­zie­rung von Ereig­nis­sen nach dem Abschluss­stich­tag gemäß IAS 10 ist ver­g­leich­bar mit der han­dels­recht­li­chen Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen wer­t­auf­hel­len­den und wert­be­grün­den­den Ereig­nis­sen. Daher dürf­ten sich grund­sätz­lich keine Unter­schiede zwi­schen den han­dels­recht­li­chen Abschlüs­sen und den IFRS-Abschlüs­sen bei der Ein­schät­zung der Corona-Pan­de­mie erge­ben (vgl. Hin­weis des IDW zu Aus­wir­kun­gen der Aus­b­rei­tung des Coro­na­vi­rus auf die Rech­nungs­le­gung und deren Prü­fung (Teil 2), Abschnitt 3.2.1., vom 25.3.2020).

Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass das Auf­t­re­ten des Coro­na­vi­rus als welt­weite Gefahr wert­be­grün­dend bzw. als nicht zu berück­sich­ti­gen­des Ereig­nis ein­zu­stu­fen ist und dem­ent­sp­re­chend die bilan­zi­el­len Kon­se­qu­en­zen erst in Abschlüs­sen mit Stich­tag nach dem 31.12.2019 zu berück­sich­ti­gen sind, sofern Going Con­cern vor­liegt. Für Bilanz­stich­tage nach dem 31.12.2019 ist grund­sätz­lich davon aus­zu­ge­hen, dass die Erkennt­nisse über die Fol­gen der Corona-Pan­de­mie wer­t­auf­hel­lend und damit bilan­zi­ell zu berück­sich­ti­gen sind. Auch wenn dies ggf. von den Umstän­den des Ein­zel­falls abhängt, ist zum 31.3.2020 regel­mä­ßig davon aus­zu­ge­hen, dass die Pan­de­mie im Abschluss zu berück­sich­ti­gen ist (vgl. Hin­weis des IDW zu Aus­wir­kun­gen der Aus­b­rei­tung des Coro­na­vi­rus auf die Rech­nungs­le­gung und deren Prü­fung (Teil 2), Abschnitt 3.2.1., vom 25.3.2020).

nach oben