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Steuerberatung

Bilanzsteuerrechtliche Beurteilung von Pfandgeldern

Das BMF äußert sich zur Be­hand­lung ver­ein­nahm­ter und ver­aus­gab­ter Pfand­gel­der und gibt eine Ver­ein­fa­chungs­re­ge­lung be­kannt.

Der BFH hatte mit Ur­teil vom 9.1.2013 (Az. I R 33/11, BStBl. II 2019, S. 150) ent­schie­den, dass In­di­vi­dual-, Poo­lein­heits- und Ein­heits­leer­gut in Abhängig­keit vom zi­vil­recht­li­chen Ei­gen­tumsüberg­ang un­ter­schied­lich bi­lanz­steu­er­recht­lich un­ter­schied­lich zu be­han­deln ist. Bei Mehrrück­nah­men für Poo­lein­heits­leer­gut sind we­der An­schaf­fungs­kos­ten noch For­de­run­gen ge­gen Kun­den zu ak­ti­vie­ren, ggf. aber ein Nut­zungs­recht. Für die Rück­zah­lung er­hal­te­ner Pfand­gel­der ist eine Ver­bind­lich­keit zu pas­si­vie­ren, wo­bei Bruch oder Leer­gutrück­ga­ben bei an­de­ren Pool­mit­glie­dern zu berück­sich­ti­gen sind.

Laut BMF-Schrei­ben vom 8.12.2020 (Az. IV C 6 -S 2133/19/10002 :013) ist es an­stelle der An­wen­dung der BFH-Grundsätze möglich, Ein­heits­leer­gut wei­ter­hin wie In­di­vi­du­al­leer­gut bi­lan­zi­ell ab­zu­bil­den. Wen­det der Steu­er­pflich­tige die BFH-Grundsätze an und er­zielt er einen Ge­winn aus der Auflösung der nach bis­he­ri­ger Ver­wal­tungs­auf­fas­sung (BMF-Schrei­ben v. 13.5.2005, BStBl. I 2005, S. 715) ge­bil­de­ten Rück­stel­lun­gen und der Ak­ti­vie­rung des am La­ger be­find­li­chen Ein­heits­leer­gut, kann die­ser in eine Rück­lage ein­ge­stellt wer­den. Die Rück­lage ist ra­tier­lich bis spätes­tens 31.12.2029 auf­zulösen.

Hinweis

Ver­zich­tet der Steu­er­pflich­tige in einem nach Veröff­ent­li­chung des BMF-Schrei­bens en­den­den Wirt­schafts­jahr auf die Ver­ein­fa­chungs­re­ge­lung, ist er daran für die Zu­kunft un­wi­der­ruf­lich ge­bun­den.

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