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Steuerberatung

BFH zur Konzernklausel nach § 6a GrEStG

Der BFH bejaht - entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung - in mehreren Urteilen die Anwendung der Konzernklausel nach § 6a GrEStG.

Nach­dem der EuGH mit Urteil vom 19.12.2018 (Rs. C-374/17, A-Braue­rei) zu dem Ergeb­nis kam, dass die Kon­zern­klau­sel nach § 6a GrEStG keine uni­ons­recht­lich ver­bo­tene Bei­hilfe dar­s­tellt (vgl. Ebner Stolz News­let­ter vom 16.1.2019), geht der BFH mit meh­re­ren Urtei­len auf Detail­fra­gen zu die­ser Steu­er­be­güns­ti­gung ein.

Nach § 6a GrEStG wird bei bestimm­ten steu­er­ba­ren Erwer­ben auf­grund einer Umwand­lung keine Grun­d­er­werb­steuer erho­ben, wenn an dem Umwand­lungs­vor­gang ein herr­schen­des Unter­neh­men und eine bzw. meh­rere abhän­gige Gesell­schaf­ten betei­ligt sind. Die Betei­li­gung des herr­schen­den Unter­neh­mens an der abhän­gi­gen Gesell­schaft muss inn­er­halb von fünf Jah­ren vor und fünf Jah­ren nach dem Rechts­vor­gang min­des­tens 95 % betra­gen.

Der BFH bejaht die Anwen­dung der Kon­zern­klau­sel nach § 6a GrEStG in fol­gen­den Fäl­len:

  • Ver­sch­mel­zung einer grund­stücks­hal­ten­den Toch­ter­ge­sell­schaft auf die zu 100 % betei­ligte Mut­ter­ge­sell­schaft - kein Ver­stoß gegen die Nach­be­hal­tens­frist (Urteil vom 22.8.2019, Az. II R 18/19, Urteil vom 21.8.2019, Az. II R 20/19; a. A. gleich lau­tende Erlasse vom 19.6.2012, Tz. 2.1 Abs. 3 Satz 1, BStBl. I 2012, S. 662),
  • Ent­ste­hung einer abhän­gi­gen grund­stücks­hal­ten­den Gesell­schaft durch Aus­g­lie­de­rung aus einem herr­schen­den Unter­neh­men - kein Ver­stoß gegen die Vor­be­hal­tens­frist (Urteile vom 21.8.2019, Az. II R 16/19 und Az. II R 21/19; a. A. gleich lau­tende Erlasse vom 19.6.2012, Tz. 2.1 Abs. 3 Satz 1, BStBl. I 2012, S. 662),
  • Wirt­schaft­lich täti­ger Rechts­trä­ger als taug­li­ches herr­schen­des Unter­neh­men - keine Beschrän­kung auf Unter­neh­mer i. S. d. UStG (Urteil vom 21.8.2019, II R 19/19; a. A. gleich lau­tende Erlasse vom 19.6.2012, Tz. 2.2 Abs. 1 Satz 2, BStBl. I 2012, S. 662),
  • Ver­sch­mel­zung der im Pri­vat­ver­mö­gen der herr­schen­den natür­li­chen Per­son gehal­te­nen 100 %-Betei­li­gung an einer grund­stücks­hal­ten­den GmbH - keine Vor­gabe, ob die Betei­li­gung im Betriebs- oder Pri­vat­ver­mö­gen gehal­ten wird (Urteil vom 21.8.2019, Az. II R 15/19; a. A. gleich lau­tende Erlasse vom 19.6.2012, Tz. 2.2, BStBl. I 2012, S. 662).

Aller­dings ver­sagt der BFH die Anwen­dung des § 6a GrEStG, wenn bei der Ver­sch­mel­zung zweier von einem herr­schen­den Unter­neh­men abhän­gi­gen Gesell­schaf­ten die fünf­jäh­rige Vor­be­hal­tens­frist nicht im Ver­hält­nis zu bei­den abhän­gi­gen Gesell­schaf­ten erfüllt wurde (Urteil vom 22.8.2019, Az. II R 17/19).

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