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BFH: Kein vorläufiger Rechtsschutz gegen Kernbrennstoffsteuer

Beschluss des BFH vom 09.03.2012 - VII B 171/11

Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat durch Be­schluss vom 9. März 2012 VII B 171/11 die Gewährung vorläufi­gen Rechts­schut­zes ge­gen die Kern­brenn­stoff­steuer ab­ge­lehnt. Die Vor­in­stanz (FG Ham­burg) hatte ernst­li­che Zwei­fel an der Ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz des Bun­des für den Er­lass des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes be­jaht und des­halb die Voll­zie­hung des Steu­er­be­scheids auf­ge­ho­ben. Die be­reits ge­zahlte Kern­brenn­stoff­steuer mus­ste er­stat­tet wer­den. Auf die Be­schwerde des Haupt­zoll­amts hat der BFH die Ent­schei­dung auf­ge­ho­ben und den An­trag auf einst­wei­li­gen Rechts­schutz ab­ge­lehnt.

Wen­det der Steu­er­pflich­tige ge­gen die Steu­er­fest­set­zung ein, das zu­grunde lie­gende Ge­setz sei ver­fas­sungs­wid­rig, so kann vorläufi­ger Rechts­schutz nach die­ser Ent­schei­dung nur gewährt wer­den, wenn bei der ge­bo­te­nen Abwägung das In­ter­esse des Steu­er­pflich­ti­gen, bis zur Klärung der Ver­fas­sungsmäßig­keit des Ge­set­zes von der Steu­er­zah­lung ver­schont zu blei­ben, schwe­rer wiegt als die für die vorläufige Voll­zie­hung spre­chen­den öff­ent­li­chen Be­lange. Ob das Ge­setz ver­fas­sungs­wid­rig ist, kann da­nach bei einem for­mell ord­nungs­gemäß zu­stande ge­kom­me­nen Ge­setz im Eil­ver­fah­ren nicht geklärt wer­den, denn die sog. Ver­wer­fungs­kom­pe­tenz steht aus­schließlich dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt zu. Im Streit­fall, so der VII. Se­nat, sei dem Gel­tungs­an­spruch des for­mell ord­nungs­gemäß zu­stande ge­kom­me­nen Ge­set­zes der Vor­rang vor den In­ter­es­sen des Kern­kraft­werks­be­trei­bers ein­zuräumen. Das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz sei - un­ge­ach­tet des Streits um die Ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz - for­mell ord­nungs­gemäß zu­stande ge­kom­men.

Zu der Frage, ob dem Bund die Ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz für das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz zu­steht, hat der BFH keine Stel­lung ge­nom­men.

Quelle: Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 16/2012 vom 14.03.2012

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