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Steuerberatung

Begriff der Werklieferung

Das BMF folgt der Rechtsprechung des BFH und passt seine Ausführungen im UStAE zur Werklieferung an. Eine solche ist nur dann anzunehmen, wenn zusätzlich zur Verschaffung der Verfügungsmacht ein fremder Gegenstand be- oder verarbeitet wird.

Bis­lang geht die Finanz­ver­wal­tung dann von einer Wer­k­lie­fe­rung aus, wenn der Werk­her­s­tel­ler für das Werk selbst­be­schaffte Stoffe ver­wen­det, die nicht nur Zuta­ten oder sons­tige Neben­sa­chen sind. Nun sch­ließt sich das BMF mit Sch­rei­ben vom 1.10.2020 (Az. III C 2 -S 7112/19/10001 :001) der Rechts­auf­fas­sung des BFH (Urteil vom 22.8.2013, Az. V R 37/10) an und bejaht nur dann eine Wer­k­lie­fe­rung, wenn ein frem­der Gegen­stand be- oder ver­ar­bei­tet wird. Wer­den aus­sch­ließ­lich eigene Gegen­stände be- oder ver­ar­bei­tet, liegt dem­nach keine Wer­k­lie­fe­rung mehr vor.

Hin­weis

Damit wird nun auch sei­tens der Finanz­ver­wal­tung der Begriff der Wer­k­lie­fe­rung vom Werk­ver­trag ent­kop­pelt. Aus­wir­kun­gen dürfte dies insb. bei grenz­über­sch­rei­ten­den Mon­ta­ge­lie­fe­run­gen haben. Auf diese wurde bis­her das Reverse-Charge-Ver­fah­ren nach § 13b Abs. 2 Nr. 1 UStG ange­wen­det. In Zukunft dürf­ten aus­län­di­sche Lie­fe­r­an­ten bei ruhen­den Lie­fe­run­gen (bspw. bei fes­ter Instal­la­tion des geschul­de­ten Wer­kes) hin­ge­gen im Inland regi­s­trie­rungspf­lich­tig wer­den. Inso­weit ist die Nicht­be­an­stan­dungs­re­ge­lung zu begrü­ßen, nach der die geän­derte Ver­wal­tungs­auf­fas­sung erst nach dem 1.1.2021 zur Anwen­dung kommt.

Auch bei grenz­über­sch­rei­ten­den Mon­ta­ge­lie­fe­run­gen ins EU-Aus­land gibt es keine EU-ein­heit­li­che Rege­lung, so dass inso­weit die umsatz­steu­er­li­che Behand­lung glei­cher­ma­ßen im EU-Aus­land abge­fragt wer­den muss.

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