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Außendienstmitarbeiter: Betriebssitz des Arbeitgebers ist regelmäßige Arbeitsstätte

FG Münster 17.2.2016, 11 K 3235/14 E

Sucht ein Außendienstmonteur arbeitstäglich den Betriebssitz seines Arbeitgebers auf und fährt von dort aus mit einem Firmenfahrzeug die Einsatzorte an, stellt der Betriebssitz seine regelmäßige Arbeitsstätte dar. Dies hat zur Folge, dass die Fahrtkosten nur in Höhe der Entfernungspauschale abzugsfähig sind.

Der Sach­ver­halt:
Der Klä­ger ist als Außen­di­enst­mon­teur beschäf­tigt. Im Streit­jahr 2013 fuhr er arbeits­täg­lich zunächst mit sei­nem pri­va­ten Pkw zum Betrieb sei­nes Arbeit­ge­bers. Von dort aus steu­erte er mit einem dienst­li­chen Pkw die ein­zel­nen Ein­satz­orte an und brachte das Fahr­zeug erst kurz vor Fei­er­a­bend wie­der zum Betriebs­ge­lände zurück.

In der Ein­kom­men­steue­r­er­klär­ung machte der Klä­ger 0,30 € für jeden tat­säch­lich gefah­re­nen Kilo­me­ter als Wer­bungs­kos­ten gel­tend. Das Finanz­amt erkannte ledig­lich die Ent­fer­nungs­pau­schale i.H.v. 0,30 € pro Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter an. Der Klä­ger trug zur Begrün­dung sei­ner hier­ge­gen gerich­te­ten Klage vor, keine regel­mä­ß­ige Arbeits­stätte zu haben. Ins­be­son­dere könne der Betriebs­sitz sei­nes Arbeit­ge­bers nicht als regel­mä­ß­ige Arbeits­stätte ange­se­hen wer­den, weil der Klä­ger nur einen gerin­gen Teil sei­ner täg­li­chen Arbeits­zeit dort ver­bringe.

Das FG wies die Klage ab. Das Urteil ist nicht rechts­kräf­tig. Die Revi­sion zum BFH wurde zur Fort­bil­dung des Rechts zuge­las­sen.

Die Gründe:
Das Finanz­amt hat die Auf­wen­dun­gen des Klä­gers für die täg­li­chen Wege zwi­schen Woh­nung und Betriebs­sitz sei­nes Arbeit­ge­bers zu Recht ledig­lich in Höhe der Ent­fer­nungs­pau­schale mit 0,30 € je Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter berück­sich­tigt.

Nach der neue­ren Recht­sp­re­chung des BFH zur bis ein­sch­ließ­lich 2013 gel­ten­den Rechts­lage kann ein Arbeit­neh­mer nur noch eine ein­zige regel­mä­ß­ige Arbeits­stätte haben. Hier­für ist ent­schei­dend, wo sich der orts­ge­bun­dene Mit­tel­punkt der beruf­li­chen Tätig­keit des Arbeit­neh­mers befin­det. Bei ver­schie­de­nen Tätig­keits­stät­ten ist maß­geb­lich, wel­ches kon­k­rete Gewicht den ein­zel­nen Tätig­kei­ten zukommt.

Beim Klä­ger liegt die­ser qua­li­ta­tive Mit­tel­punkt sei­ner Arbeit­stä­tig­keit zwar nicht am Betriebs­sitz sei­nes Arbeit­ge­bers, son­dern in den ein­zel­nen Ein­satz­or­ten. Aller­dings kann sich der Klä­ger gen­auso wie seine Arbeits­kol­le­gen, die Büro­tä­tig­kei­ten am Betriebs­sitz errich­ten, auf die täg­li­chen Fahr­ten zur Betriebs­stätte ein­rich­ten und so seine Wege­kos­ten mini­mie­ren. Inso­weit ist die neuere Recht­sp­re­chung für Fälle wie den Streit­fall zu modi­fi­zie­ren.

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