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Volle gewerbesteuerliche Schachtelprivilegierung im Organkreis

BFH 17.12.2014, I R 39/14

Wie bereits zuvor das Finanzgericht Münster kommt nun auch der Bundesfinanzhof zu dem Ergebnis, dass Dividenden, die eine Organgesellschaft bezieht, in vollem Umfang gewerbesteuerfrei sind, sofern die Voraussetzungen des gewerbesteuerlichen Schachtelprivilegs erfüllt werden.

Laut Urteil des BFH vom 17.12.2014 (Az. I R 39/14 ) ist bei der Ermitt­lung des Gewer­be­er­trags einer Org­an­schaft auf von der Organ­ge­sell­schaft ver­ein­nahmte Divi­den­den die volle gewer­be­steu­er­li­che Schach­tel­pri­vi­le­gie­rung nach § 9 Nr. 2a bzw. 7 GewStG zu gewäh­ren, so dass die Divi­den­den ins­ge­s­amt gewer­be­steu­er­f­rei sind.

Der BFH begrün­det seine Ent­schei­dung ebenso wie das ers­t­in­stanz­li­che FG Müns­ter (Urteil vom 14.5.2014, Az. 10 K 1007/13 G) damit, dass der Gewer­be­er­trag der Organ­ge­sell­schaft wegen der in § 15 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 KStG ange­ord­ne­ten Nicht­an­wend­bar­keit des § 8b Abs. 1 bis 6 KStG nicht um 95 % der Divi­den­den gemin­dert wurde, son­dern diese  in vol­lem Umfang ent­hal­ten sind. Bei Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen des gewer­be­steu­er­li­chen Schach­tel­pri­vi­legs ist der Gewer­be­er­trag der Organ­ge­sell­schaft um den vol­len Betrag der Divi­den­den zu kür­zen. In dem dem Org­an­trä­ger zuzu­rech­nen­den Gewer­be­er­trag sind somit keine Divi­den­den ent­hal­ten, so dass auch keine Hin­zu­rech­nung von fik­ti­ven nicht­ab­zieh­ba­ren Betriebs­aus­ga­ben nach § 8b Abs. 5 KStG auf Ebene des Org­an­trä­gers erfolgt.

Auch wenn Org­an­schaf­ten hier­durch steu­er­lich bes­ser ges­tellt wer­den als Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten außer­halb eines Org­an­k­rei­ses, bei denen Divi­den­den zu 5 % der Gewer­be­steuer unter­lie­gen, lässt sich nach Auf­fas­sung des BFH diese „Hin­zu­rech­nungs­lü­cke“ weder durch Aus­le­gung oder Ana­lo­gie noch durch eine spe­zi­fisch org­an­schaft­li­che Kor­rek­tur über § 2 Abs. 2 Satz 2 GewStG sch­lie­ßen.

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