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Gemeinkosten einer Anteile veräußernden Kapitalgesellschaft als nichtabziehbare Veräußerungskosten

Veräußerungskosten sind im Rahmen der Ermittlung des von einer Körperschaft erzielten Gewinns aus der Veräußerung von Kapitalgesellschaftsanteilen zu berücksichtigen, der zu 95 % steuerfrei gestellt ist. Der Abzug als den steuerpflichtigen Gewinn mindernde Betriebsausgaben ist somit ausgeschlossen. Der BFH geht in einer aktuellen Entscheidung auf die Frage ein, in welchen Fällen auch Gemeinkosten einer Kapitalgesellschaft als solche Veräußerungskosten zu behandeln sind.

Für die Qua­li­fi­zie­rung als Ver­äu­ße­rungs­kos­ten kommt es nach zwi­schen­zeit­lich stän­di­ger Recht­sp­re­chung des BFH nicht mehr dar­auf an, dass diese „in unmit­tel­ba­rer sach­li­cher Bezie­hung“ zu dem Ver­äu­ße­rungs­ge­schäft ste­hen, son­dern dar­auf, ob ein Ver­an­las­sungs­zu­sam­men­hang zu der Ver­äu­ße­rung besteht. Maß­geb­lich ist, ob die Auf­wen­dun­gen in grö­ße­rer Nähe zu der Anteils­ve­r­äu­ße­rung oder zum lau­fen­den Gewinn ste­hen. Dies bestä­tigt der BFH mit Urteil vom 15.6.2016 (Az. IR 64/14) und weist die Gemein­kos­ten einer Kapi­tal­ge­sell­schaft, deren Geschäfts­ge­gen­stand aus­sch­ließ­lich in der Grün­dung und dem Ver­trieb von Vor­rats­ge­sell­schaf­ten besteht, den Ver­äu­ße­rungs­kos­ten zu.

Hin­weis

Die für Fin­anz­un­ter­neh­men beste­hende Aus­nah­me­re­ge­lung nach § 8b Abs. 7 KStG kommt nach Auf­fas­sung des BFH nicht zur Anwen­dung, da hier­un­ter nur von einem Drit­ten erwor­bene Betei­li­gun­gen fal­len kön­nen, nicht aber Anteile an selbst gegrün­de­ten Gesell­schaf­ten.

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