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Steuerberatung

Einführung eines fortführungsgebundenen Verlustvortrags geplant

Die Bundesregierung schlägt die Einführung eines sog. fortführungsgebundenen Verlustvortrags vor. Damit soll für Kapitalgesellschaften die Möglichkeit geschaffen werden, der Gesellschaft steuerunschädlich durch gesellschaftsrechtliche Maßnahmen neues Kapital zuzuführen. Ändert sich aber der Geschäftsbetrieb in der Folgezeit in maßgeblichen Umfang, droht der Wegfall des gesamten gesondert festgestellten fortführungsgebundenen Verlustvortrags.

Der fort­füh­rungs­ge­bun­dene Ver­lust­vor­trag soll mit einem Gesetz zur Wei­ter­ent­wick­lung der steu­er­li­chen Ver­lust­ver­rech­nung bei Kör­per­schaf­ten gere­gelt wer­den, wel­ches die Bun­des­re­gie­rung am 14.9.2016 als Ent­wurf in das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­brachte.

Neben den bereits bis­lang in § 8c KStG gere­gel­ten Aus­nah­men vom teil­wei­sen oder voll­stän­di­gen Weg­fall des Ver­lust­vor­trags im Falle eines schäd­li­chen Anteils­eig­ner­wech­sels in Form der sog. Kon­zern­klau­sel und der Stille-Reser­ven-Klau­sel soll mit einem neuen § 8d KStG-E ein sog. fort­füh­rungs­ge­bun­de­ner Ver­lust­vor­trag ein­ge­führt wer­den.

Dem­nach soll auf Antrag trotz Vor­lie­gens der Vor­aus­set­zun­gen des § 8c KStG ein Ver­lust­vor­trag wei­ter­hin genutzt wer­den kön­nen, solange der bereits seit drei Wirt­schafts­jah­ren bzw. seit Grün­dung unun­ter­bro­chen betrie­bene Geschäfts­be­trieb fort­ge­führt wird und kei­ner der in § 8d Abs. 2 Satz 2 KStG-E defi­nier­ten schäd­li­chen Umstände, wie z. B. die Auf­nahme eines zusätz­li­chen Geschäfts­be­triebs oder die Betei­li­gung an einer Mit­un­ter­neh­mer­schaft, vor­liegt.

Hin­weis

Wird der Antrag auf Berück­sich­ti­gung eines fort­füh­rungs­ge­bun­de­nen Ver­lust­vor­trags ges­tellt, droht unab­hän­gig von einem wei­te­ren Anteils­eig­ner­wech­sel der Unter­gang des Ver­lust­vor­trags in vol­lem Umfang bei maß­geb­li­chen Ver­än­de­run­gen des Geschäfts­be­triebs. Etwas ande­res gilt nur, soweit die Ver­luste durch stille Reser­ven gedeckt sind.

Die geplante Geset­zes­än­de­rung, die sowohl den kör­per­schaft­steu­er­li­chen als auch den gewer­be­steu­er­li­chen Ver­lust­vor­trag sowie den Zins­vor­trag betrifft, soll noch in die­sem Jahr ver­ab­schie­det wer­den und bereits rück­wir­kend zum 1.1.2016 in Kraft tre­ten.

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